08.06.2010 | Magazin:

Zwei Ehrendoktorwürden für Prof. Eckehard Schnieder

Der Leiter des Instituts für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Braunschweig und Mitglied des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik NFF, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Eckehard Schnieder, erhielt vor Kurzem zwei Ehrendoktorwürden.

Die Universität Žilina im Norden der Slowakei ehrte Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Eckehard Schnieder für „seine ausgezeichneten fachwissenschaftlichen und pädagogischen Leistungen und für die wissenschaftliche Zusammenarbeit“, so der Text in der Urkunde. Die Auszeichnung zum Doctor honoris causa wurde ihm im Rahmen einer feierlichen Sitzung des Wissenschaftsrates im traditionellen Zeremoniensaal des Rathauses der slowakischen Universitätsstadt verliehen (Bild oben). Die Universität Žilina ging aus einer 1952 gegründeten technischen Hochschule für Verkehr und Nachrichtentechnik hervor und hat sich einen führenden Rang unter den slowakischen Universitäten erarbeitet. Zahlreiche Firmen haben dort Werke und Forschungszentren errichtet, so fertigt dort KIA 300.000 Fahrzeuge jährlich für den europäischen Markt, und Siemens Verkehrstechnik Braunschweig betreibt dort eine Entwicklungs-Abteilung mit über 100 Mitarbeitern. Die langjährige Kooperation von Prof. Schnieder, er ist dort seit 2005 Gastprofessor, betrifft die Verkehrssicherheit im Schienenverkehr. Mit seinen u. a. aus Žilina stammenden Doktoranden wurde ein weltweites EU-Projekt zur Bahnübergangssicherheit bearbeitet. In der Hohen Tatra, dem kleinsten Hochgebirge Europas, konnte Prof. Schnieder mit Unterstützung seiner slowakischen Kollegen an der dortigen Bahnstecke unter anspruchsvollen Testbedingungen ein Jahr lang Ortungssysteme auf Satellitenbasis für das EU-System Galileo testen. Diverse richtungsweisende Arbeiten wurden im Rahmen der intensiven Beziehungen u. a. durch Stipendiaten und Austauschstudierende aus Žilina an seinem Institut in Braunschweig weitergeführt.

Eine weitere Ehrendoktorwürde wurde Eckehard Schnieder am 27. Mai von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verliehen. Seine Ehrung erhielt Prof. Schnieder zum Auftakt der 9. Fachtagung „Entwurf komplexer Automatisierungssysteme“ (EKA) im Beisein der zahlreichen Wissenschaftler und Praktiker der Automatisierungstechnik. Professor Schnieder hatte diese renommierte Tagung vor 18 Jahren nach seinem Amtsantritt in Braunschweig ins Leben gerufen und dort achtmal veranstaltet. Seit der neuen Denomination seines Instituts für Verkehrssicherheit wird die Tagung von dem befreundeten Magdeburger Institut für Automation und Kommunikation veranstaltet.

Die Laudatio beim Festakt hielt Professor Karsten Lemmer, Direktor des Braunschweiger DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. Der Rektor der Universität Magdeburg, Professor Klaus Erich Pollmann, der in seiner Zeit als Professor an der TU Braunschweig zusammen mit Professor Schnieder das 250. Jubiläum der TU Braunschweig vorbereitet hatte, würdigte die Verdienste des 61-jährigen „in Form von herausragenden theoretischen und angewandten wissenschaftlichen Leistungen bei der Verzahnung von Automation und Informatik sowie seiner seit 20 Jahren währenden Unterstützung entsprechender Aktivitäten an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem An-Institut ifak“. Professor Schnieder hat die Kontakte zu seinen dortigen Fachkollegen gleich nach der Wende aufgenommen und seitdem gepflegt. Das Gastgeberinstitut IFAK entstand nach dem Vorbild des Braunschweiger Instituts für Mikrotechnik, das sein Gründer Prof. Neumann als Lehrbeauftragter bei Professor Schnieder nach der Wende hier kennenlernte. Professor Schnieder hat mit seiner Initiative einen Grundstein zur der langfristigen Partnerschaft der beiden benachbarten Universitäten gelegt.  Auf der diesjährigen Tagung in Magdeburg wurde von ihm und seinen Magdeburger Fachkollegen ein neuer Fachausschusses „Terminologie der Automatisierungstechnik“ begründet, in dem Terminologen, Linguisten und Automatisierungstechniker interdisziplinär versuchen wollen, den Fachwortdschungel der Spezialisten zugunsten eines einheitlichen Begriffsverständnisses zu kultivieren.