21.03.2019 | Magazin:

Wolkenfreier Blick aufs Audimax Die Wolken von Hans Arp werden restauriert

Die Wolken sind weg. Am 20. März wurde das Kunstwerk von der Westseite des Audimax abmontiert.  Das denkmalgeschützte Gebäude wird seit Februar saniert – inklusive der Kunst.

Die sechs großen Wolken aus Aluminiumblechen stammen von Hans Arp. Nach einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1959 wird es häufig „Wolkenzug auf nachtschwarzem Himmel“ genannt –  offiziell hat es keinen Titel. Für die Demontage musste ein Autokran  anrücken, da das Gewicht der Wolken beachtlich ist: Die kleinste wiegt schätzungsweise 125 Kilogramm, die größte Wolke bringt 750 Kilogramm auf die Waage. Ein Metallrestaurator aus Sachsen wird die Wolken in den nächsten Monaten reinigen und zu altem Glanz verhelfen. Nach Abschluss der Bauarbeiten am Audimax wird das Kunstwerk an seinen angestammten Platz zurückkehren.

Bis zu 750 Kilogramm sind die Wolken schwer. Mit Hilfe eines Autokrans wurden die Kunstobjekte aus Aluminium abmontiert. Bildnachweis: Markus Hörster/TU Braunschweig

An den Halterrungen und weißen Flecken lässt sich noch erahnen, wo die Wolken hingen. Bildnachweis: Markus Hörster/TU Braunschweig

Nach der Sanierung des Audimax werden die Wolken an ihren angestammten Platz zurückkehren. Bildnachweis: Markus Hörster/TU Braunschweig

Gut verpackt machten sich die Wolken auf die Reise nach Sachsen. Bildnachweis: Markus Hörster/TU Braunschweig

Am Abend wurden die Wolken abtransportiert. Bildnachweis: Markus Hörster/TU Braunschweig

Die Formen von Hans Arps Wolken erinnern teilweise an Tiere. Bildnachweis: Markus Hörster/TU Braunschweig

Die Fassade des 1960 fertiggestellten Audimax war ursprünglich schwarz gestrichen und die Wolken silber. Da sich die schwarze Fassade thermisch ungünstig auf das Gebäude auswirkte, erhielten „Himmel“ und Wolken später einen neuen Anstrich. Heute müsste das Kunstwerk eigentlich „Schwarze Wolken auf hellem Himmel“ heißen.

Wer war Hans Arp?

Hans Arp (1886-1966) zählte zu den bedeutendsten Künstlern der Avantgarde im 20. Jahrhundert und gilt als Pionier der abstrakten Kunst. Im Jahr 1960 wollte er mit seinem Kunstwerk eine zuversichtliche Sicht auf die Zukunft ausdrücken. Wie Wolken am Himmel sollte sich auch die Technische Universität Braunschweig in eine gute Zukunft begeben.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges herrschte Aufbruchstimmung, was sich auch in der Architektur widerspiegelte. Der gesamte Forumsplatz – heute Universitätsplatz – wurde nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg neu gestaltet. Das Ensemble aus Forumsgebäude, Bibliothek und Audimax geht auf einen Entwurf des Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer zurück, der als Professor an der damaligen Technischen Hochschule lehrte. Er war prägend für die „Braunschweiger Schule“, wie die Architektur aus dieser Zeit mit ihren klaren Linien und geometrischen Formen bezeichnet wird.