21.03.2019 | Magazin:

ELVIS schwebt Studierenden-Raumfahrtprojekt: Braunschweiger Experiment in Schweden erfolgreich

ELVIS hat es geschafft! Am 19. März flog das Braunschweiger Experiment mit einer Rakete des deutsch-schwedischen REXUS/BEXUS-Programms an die Grenze des Weltalls. Hier konnte der Versuch mehrere Minuten in der Schwerelosigkeit ausgeführt werden.

Das interdisziplinäre ELVIS-Team (Exploration of Low-Velocity collisions In Saturn’s rings), das aus Physik-, Maschinenbau- und Elektrotechnik-Studierenden besteht, war bereits am 5. März nach Kiruna in Nordschweden gereist. Im Esrange Space Center musste das Experiment verschiedene Tests durchlaufen – wie Kommunikationstest und Full-Functional-Test. Mit dem Experiment wollen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des Instituts für Geophysik und Extraterrestrische Physik und der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e.V (ERIG) das Verhalten von Partikeln in den Saturnringen erforschen. Dabei werden Stöße zwischen kleinen Eisteilchen in den Ringen des Saturns mit Hilfe von Glaskugeln simuliert und untersucht.

Ankunft gegen Mitternacht in Kiruna. Jonas Sommerfeldt, Lennart Fox, Simon Stapperfend, Moritz Pich und Alexander Landeck (v.l.) trotzen der Kälte. Die Temperaturen sind mit -20°C doch ziemlich winterlich. Am nächsten Morgen ging es direkt mit einer Sicherheitsunterweisung los. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Traumhaftes Wetter in Nordschweden, jedoch ist es wegen des kalten Winds und sogar -22°C nicht ideal, um lange draußen zu bleiben. Am ersten Tag musste das Team den Arbeitsplatz einrichten, alles aus den Transportkisten auspacken und schauen, dass alles funktioniert. Dann konnten die Studierenden ihr Experiment weiterbauen und testen. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Alle zehn Studierendenteams arbeiten weiter an ihren Experimenten, um sicherzustellen, dass beim Flug alles richtig funktioniert. Wegen technischer Schwierigkeiten beim REXUS 23 Flug hatte sich der ursprüngliche Zeitplan verschoben. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Wow! Wer so weit in den Norden reist, hat das Glück sie sehen zu können: Aurora borealis. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Fertig! Team ELVIS hat sein Experiment zusammengebaut. Direkt im Anschluss ging es zum Kommunikationstest, bei dem getestet wird, ob das Experiment läuft und die relevanten Signale (Lift-Off, Start Of Data Storage (SODS), Start Of Experiment (SOE)) empfangen werden. Auch wurde überprüft, ob die Kommunikation mit der ELVIS-Bodenstation funktioniert. Dieser Test wurde erfolgreich bestanden. Das Experiment war damit bereit für den Bench-Test. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Eisig, aber sonnig! Grandioses Wetter, um sich den Start von REXUS 25 anzusehen. Das Team vor Ort hat sich vergrößert. Auch Lea Klaiber und Kristin Pump sind nach Kiruna gereist. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Moritz Pich überwacht die Groundstation beim Kommunikationscheck. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Ein Blick in das Experiment. Links unten sind drei Kameras . Oben sind zwei schräge Spiegel und rechts ist die Schüttelbox, in der sich die Glaskugeln befinden. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Blick in das laufende Experiment. Unter der Glasbox befindet sich ein LED-Array für die Beleuchtung. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Test bestanden! Große Freude bei Alexander Landeck, Moritz Pich und Jonas Sommerfeldt. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Das ELVIS-Experiment beim Full-Functional-Test. Hier laufen alle Experimente gleichzeitig einmal komplett wie im Flug. Das Braunschweiger Experiment musste hierfür liegen. Die Glasbox wird von den Bindfäden festgehalten und kann sich dadurch so ähnlich verhalten wie in der Schwerelosigkeit. Die Box hängt nur an den Seilen und liegt nicht irgendwo auf. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Nach dem Full-Functional-Test hat das Team ELVIS das Experiment noch einmal zurückbekommen. Es musste noch einmal ausgebaut werden, um die im Test aufgenommenen Bilder auf der Festplatte zu löschen. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Schießlich wurde das Experiment wieder zusammengebaut und Team ELVIS konnte es für die nächsten Tests abgeben. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Sind alle Kabel fest? Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Endspurt! Die Experimente wurden zusammengeschraubt und noch einmal getestet, um sicherzugehen, dass alle Kabel richtig angeschlossen sind. Leider gab es bei einem Experiment zu große Sicherheitsbedenken, obwohl zwei Nächte versucht wurde, die letzten Probleme zu lösen. Es fliegen jetzt nur 4 statt 5 Experimente mit. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Nur noch alle Verbindungsschrauben festziehen und dann startet für die komplette Payload (Nutzlast) der Spin-Test. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Auch um 22:30 Uhr wird immer noch gearbeitet. Die Rakete ist ausbalanciert und gewogen. Die Payload (Nutzlast) ist 118 Kilogramm schwer und 3,35 Meter lang. Mit dem Motor wird sie 6,1 Meter lang sein und insgesamt 538 Kilogramm wiegen. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Vom Science Center aus werden noch einmal die Signale getestet, bevor es zur Flight-Simulation geht. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Die letzten Schritte vor dem Start der REXUS 26-Rakete: Alexander Landeck unterschreibt die "Flight Readiness Declaration". Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Der Motor ist nun mit der Payload verbunden. Die vollständige Rakete wird zum Start gefahren. Dieser fand am 21. März um 10:30 Uhr statt, mit dem Countdown ging es um 8:00 Uhr los. Die REXUS-Rakete flog innerhalb von 2 Minuten und 17 Sekunden auf eine Höhe von ca. 80,3 Kilometern, bevor sie wieder zurück zur Erde fiel. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Go for Launch! ELVIS ist startklar. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Alles gepackt! Das Experiment ist gut gelaufen. Team ELVIS hat bereits mit der Datenauswertung begonnen und das Experiment sowie die Werkzeuge und Ersatzteile zusammengepackt. Jetzt geht es zurück nach Deutschland. Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Hejdå Sverige! Bildnachweis: Team ELVIS/TU Braunschweig

Fünf deutsche und vier internationale Teams bestückten die REXUS 25 und 26-Raketen mit ihren Versuchen, die in der Schwerelosigkeit ausgeführt wurden. Innerhalb von zwei Minuten und 17 Sekunden flog die REXUS 26 auf eine Höhe von ca. 80,3 Kilometern, bevor sie wieder zurück zur Erde fiel. „Das Experiment hat gut funktioniert“, teilte Physik-Student Alexander Landeck, der das ELVIS-Team leitet, am Tag nach dem Flug aus Schweden mit. Die Studierenden haben noch im Esrange Space Center mit der Datenauswertung begonnen. Doch jetzt sind sie erst einmal auf dem Weg zurück nach Braunschweig.

Start der REXUS 26. Mit an Bord ist das Experiment des Team ELVIS: Video: Team ELVIS/TU Braunschweig