24.01.2017 | Magazin:

Unfallursache Smartphone ist Thema beim Goslarer Verkehrsgerichtstag Interview mit Verkehrspsychologe Prof. Mark Vollrath

Die „Smartphone-Studien“ von Professor Mark Vollrath und seinem Team vom Lehrstuhl für Ingenieurs- und Verkehrspsychologie haben Politik und Medien wachgerüttelt. Die Ablenkung am Steuer ist ein Problem und die Nutzung von Smartphones die größte Ursache, so die Expertinnen und Experten der TU Braunschweig. Erneut stellen sie ihre Ergebnisse auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar vor und diskutieren über die Gefahren und Sanktionen für die unerlaubte Nutzung der Mobiltelefone.

Herr Professor Vollrath, die Forderung nach härteren Strafen und einer Ausweitung des Verbotes auf Tablets stehen im Raum. Mehr Einsicht oder bessere Aufsicht, was ist die Lösung für das Problem?

Wir brauchen beides! Offensichtlich fehlt bei vielen Fahrern die Einsicht, und eine stärke Verfolgung und Bestrafung kann dazu beitragen, dass ganz deutlich wird, dass diese Verhaltensweisen gefährlich sind und gesellschaftlich nicht akzeptiert werden.

Ihre Studienergebnisse zur Ablenkung am Steuer durch Smartphones haben für Aufsehen in Medien und Politik gesorgt. Waren Sie von der starken Resonanz überrascht?

Wir waren vor allem selbst davon überrascht, wie groß die Häufigkeiten der Smartphone-Nutzung am Steuer waren. Die Resonanz hat uns dann sehr gefreut, weil man den Eindruck bekommt, dass dieses Thema endlich ernst genommen wird.

Wie wird es wissenschaftlich auf diesem Gebiet weitergehen? Sind weitere Studien zur Ablenkung am Steuer geplant?

Auf jeden Fall! Wir müssen besser verstehen, wer und warum sich am Steuer ablenken lässt. Aktuell beobachten wir außerdem Radfahrer und auch Fußgänger, um auch hier entsprechende Zahlen zu erhalten.