„Zwei Schlüsseltechnologien der Energiewende in einem Studiengang vereint“ Professor Michael Heere über das ausgezeichnete Studium an der TU Braunschweig
In der MINTchallenge plus 2026 suchte der Stifterverband gemeinsam mit der Dr. Friedrich Jungheinrich-Stiftung nach innovativen technischen Studienangeboten, die Studierende gezielt als kompetente Fachkräfte ausbilden – und fand sie unter anderem an der Technischen Universität Braunschweig an der Fakultät für Maschinenbau mit dem Bachelorstudiengang „Batterie und Wasserstofftechnologie“. Im Interview spricht Studiengangssprecher Professor Michael Heere über die Besonderheiten des Fachbereichs an der TU Braunschweig.
Was denken Sie, warum wurde gerade dieser Studiengang ausgezeichnet?
Gute Frage – da kann ich nur hypothetisch antworten. Aber ich bin mir sehr sicher, dass es daran liegt, dass er zwei Schlüsseltechnologien der Energiewende in einem Studiengang vereint. Wir betrachten Batterien und Wasserstoff nicht als konkurrierende, sondern als sich ergänzende Technologien. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf Praxisnähe und Ausbildung im Rahmen von Laborpraktika, individuelle Betreuung und eine enge Verzahnung mit aktueller Forschung und Industrie.
Ab kommendem Wintersemester wird an der TU Braunschweig der neue Masterstudiengang „Battery and Hydrogen Technology“ angeboten. Was spricht für diesen Studiengang?

Studiengangssprecher Professor Michael Heere auf der „H2-Schwalbe“, einer Vespa mit Brennstoffzellenantrieb. Bildnachweis: Jessica Lüders/TU Braunschweig
Wer die Energie- und Mobilitätssysteme der Zukunft mitgestalten möchte, findet hier die passende Ausbildung. Der international ausgerichtete Master vermittelt ein tiefes Verständnis von Batterien, Wasserstoff und deren Einbindung in reale Anwendungen. Durch die enge Anbindung an Forschungsprojekte und Industriepartner lernen die Studierenden nicht nur die Technologie kennen, sondern auch deren praktische Umsetzung. Außerdem ist ein Auslandsaufenthalt während des Studienverlaufs gut realisierbar. So kann man bei einem unserer zahlreichen exzellenten Kooperationspartnern, etwa in Japan oder Kanada, beispielsweise seine Studienarbeit anfertigen.
Der Standort Braunschweig: Welche besonderen Möglichkeiten eröffnen sich Studierenden hier während des Studiums der Batterie- und Wasserstofftechnologie?
Braunschweig bietet eines der stärksten Forschungsnetzwerke Deutschlands im Bereich Mobilität und Energiesysteme. Mit unserem Netzwerk an Forschungszentren, den Braunschweig Labfactories for Batteries and more (BLB+), dem Wasserstoff Campus Salzgitter e.V. und dem Hydrogen Terminal können Studierende früh an echten Forschungs- und Entwicklungsprojekten mitarbeiten. Durch die enge Zusammenarbeit von Universität, Forschungseinrichtungen und Industrie erhalten sie früh Einblicke in die Praxis und können die Technologien von morgen aktiv mitgestalten.

Während des Studiums der Batterie- und Wasserstofftechnologie können Studierende bereits früh an echten Forschungs- und Entwicklungsprojekten mitarbeiten. Bildnachweis: Giovanna Gahrns/TU Braunschweig
In unsicheren Zeiten sehnen sich junge Menschen nach einer sicheren Zukunftsperspektive. Warum kann Batterie- und Wasserstoffforschung genau das bieten?
Die Energiewende braucht viele Lösungen und kreative Köpfe. Batterien werden in vielen Bereichen die beste Wahl sein. Wasserstoff wird insbesondere dort wichtig, wo große Energiemengen gespeichert oder transportiert werden müssen – beispielsweise in der Industrie, im Schwerlastverkehr oder in der Luftfahrt.
Wer sich heute mit diesen Technologien beschäftigt, arbeitet an zentralen Zukunftsfragen und erschließt sich hervorragende Perspektiven in Forschung und Industrie. Mir persönlich ist dabei wichtig: Wir sollten nicht für eine einzelne Technologie kämpfen, sondern für die beste Lösung im jeweiligen Anwendungsfall.