25. Juni 2026 | Magazin:

Physik-Doktorand für Nobelpreisträgertagung ausgewählt Tim Seifert nimmt an der diesjährigen Tagung in Lindau teil

Tim Seifert ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Physik der Technischen Universität Braunschweig und arbeitet in der Arbeitsgruppe „Nanoskopische Systeme“ von Prof. Uta Schlickum. Sie hatte ihn für die Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung in Lindau vorgeschlagen. Vom 28. Juni bis 3. Juli 2026 treffen sich dort über 70 Nobelpreisträger*innen zur 75. Nobelpreisträgertagung mit mehr als 600 Nachwuchswissenschaftler*innen aus aller Welt. Tim Seifert wurde nominiert und hat das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen.

Tim Seifert. Bildnachweis: Niclas Przibylla/TU Braunschweig

„Für mich ist es eine große Ehre, an der Nobelpreisträgertagung teilnehmen zu dürfen. Ich freue mich sehr auf neue Einblicke, spannende Diskussionen und darauf, herausragenden Forscher*innen unserer Zeit persönlich zu begegnen“, sagt Tim Seifert von der TU Braunschweig. Es freut ihn besonders, dass die diesjährige Tagung interdisziplinär ist, da auch seine eigene Forschung die Disziplinen Physik, Chemie, Biologie und Informatik miteinander verknüpft. Außerdem ist er schon gespannt auf die Begegnung mit zwei wichtigen Persönlichkeiten der Anfänge sowie der aktuellen Entwicklung von Künstlicher Intelligenz: Geoffrey Hinton und John M. Jumper. „Insbesondere mit letzterem würde ich mich sehr über ein Gespräch freuen, da auch er zu Künstlicher Intelligenz rund um Proteine und Biomoleküle geforscht hat und ich seine Perspektive auf diese Forschungsrichtung äußerst spannend finde.“

Promotion zu Künstlicher Intelligenz in der Mikroskopie

Tim Seifert beschäftigt sich in seiner Promotion damit, die Auswertung von mit Rastertunnelmikroskopen aufgenommenen Daten zu verbessern und zu vereinfachen. „Wir versuchen hierbei, die atomare Struktur von biologischen Systemen wie Zucker- oder Peptid-Molekülen herauszufinden. Diese Informationen aus den Mikroskopiebildern herauszufiltern ist von Hand sowohl extrem zeitaufwändig als auch teilweise nicht eindeutig möglich. Dies versuche ich mithilfe von Methoden des Maschinellen Lernens zu umgehen und zu automatisieren.“ Dabei arbeitet er beispielsweise mit dem Institut für Analysis und Algebra der TU Braunschweig, dem Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart oder auch der University of Oxford zusammen, sagt Seifert. In Lindau wird er seine Forschung im Rahmen des „Next Gen Science“-Formates vor einem großen und anerkannten Publikum präsentieren.

Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen sind seit 75 Jahren ein einzigartiges Forum für den Austausch zwischen Nobelpreisträger*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen. Jeden Sommer werden mehr als 600 der talentiertesten Nachwuchswissenschaftler*innen der Welt und mehr als 30 Nobelpreisträger*innen nach Lindau auf der deutschen Seite des Bodensees eingeladen, um eine Woche voller Inspiration und wissenschaftlicher Begegnungen zu verbringen. 2025 war Moritz Wolff, Doktorand am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie an der TU Braunschweig, zu Gast bei der Tagung in Lindau.

Über die Lindauer Nobelpreisträgertagungen

Seit 1951 fördern die Lindauer Nobelpreisträgertagungen den Austausch zwischen Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen. Jedes Jahr bildet abwechselnd eine der drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen einen Schwerpunkt. Alle fünf Jahre vereint eine interdisziplinäre Tagung die drei Naturwissenschaften Medizin, Chemie und Physik. Darüber hinaus findet alle drei Jahre eine Tagung der Wirtschaftswissenschaften statt. Organisiert und ausgerichtet werden die Nobelpreisträgertagungen von zwei Institutionen: einem Kuratorium und einer Stiftung. Viele der Veranstaltungen sind öffentlich.