10.07.2019 | Magazin:

„Köf II“ wird fit gemacht Studierende machen historische Lokomotive streckentauglich

Schrauben, Flexen, Schweißen, Montieren, Verkabeln und Lackieren: Bei der Restauration und Modernisierung der historischen Diesel-Lokomotive „Köf II“ wenden die Studierenden von Aka Rail die Theorie aus dem Hörsaal praktisch an. Die studentische Initiative Aka Rail, die in Deutschland einzigartig ist, hat sich zum Ziel gesetzt, die erste Kleinlokomotive dieses Typs wieder für die öffentliche Strecke fit zu machen.

Das Aka Rail Team auf ihrer "Köf II". Bildnachweis: Aka Rail/TU Braunschweig

Das Aka Rail Team auf ihrer „Köf II“. Bildnachweis: Aka Rail/TU Braunschweig

Erstmals soll eine KÖF II wieder im öffentlichen Schienennetz fahren

Regelmäßig gibt es an der „Köf II“, die aus dem Jahr 1934 stammt, etwas zu schrauben. Nachdem die Kleinlokomotive im vergangenen Jahr  bereits fahrbereit war, wurde sie vor kurzem „ausgeachst“. Das heißt, dass die Lok ohne Radsätze auf dem Hubstand in der Lokhalle steht. Die Radsätze müssen geprüft und aufgearbeitet werden, um bereit für die Hauptuntersuchung zu sein. In diesem Zustand kann die Lok auch von unten gewartet und so der Korrosionsschutz erneuert werden. Damit sie streckentauglich wird und im öffentlichen Streckennetz fahren kann, bauen die Studierenden ein Sicherheitssystem ein, das die Lok ausgelöst durch Magnete zum Bremsen bringt, falls sie ein Haltesignal überfahren sollte. Damit wäre die Köf II die erste Lok dieser Baureihe, in die ein solches Sicherheitssystem eingebaut wird. Danach stehen bei den eisenbahnbegeisterten Studierenden aufwendige Entwicklungen und Zulassungsprozesse an, damit die Köf II schneller als die bisherige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h fährt.

Die rund zwanzig aktiven Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Fachrichtungen von Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen über Elektrotechnik bis hin zu Bau-, Verkehrs- und Umweltingenieurwesen. Was alle verbindet, ist die Freude an großen Maschinen, Eisenbahntechnik und -betrieb. Die Mitglieder von Aka Rail treffen sich jeden Montagabend am Braunschweiger Lokpark zum gemeinsamen Anpacken.

Beim Flexen und anderen Arbeiten wenden die Studierenden die Theorie aus dem Hörsaal praktisch an. Bildnachweis: Aka Rail/TU Braunschweig

Beim Flexen und anderen Arbeiten wenden die Studierenden die Theorie aus dem Hörsaal praktisch an. Bildnachweis: Aka Rail/TU Braunschweig

Zusammenarbeit mit den Braunschweiger Verkehrsfreunden

Neben der Lok Köf II arbeiten die Mitglieder von Aka Rail an weiteren Projekten. Dazu gehören zum Beispiel der Umbau eines alten Schlafwagens zum Werkzeugwagen und Lagerraum sowie die Entkernung und der Wiederaufbau eines Barwagens aus dem Jahr 1929.

Die Mitglieder von Aka Rail beschäftigen sich nicht nur mit der Fahrzeugtechnik, sondern auch mit dem Eisenbahnbetrieb. Regelmäßig findet zum Beispiel eine Ausbildung zum Zugassistenten und Rangierer statt. Die Studierenden arbeiten dabei eng mit dem ebenfalls am Lokpark ansässigen Verein „Braunschweiger Verkehrsfreunde e.V.“ zusammen.