30.11.2015 | Presseinformationen:

Veranstaltungsreihe „Zukunftsfragen – kontrovers“ Ethik der Forschung – Vorhersagen, Transparenz und Vertrauen. Die Figur des wissenschaftlichen Experten an der Schwelle von Wissenschaft und Politik

Über das Thema „Ethik der Forschung – Vorhersagen, Transparenz und Vertrauen. Die Figur des wissenschaftlichen Experten an der Schwelle von Wissenschaft und Politik“ spricht Prof. Dr. Martin Carrier, Universität Bielefeld,

am Montag, 7. Dezember 2015, 18.30 Uhr,
Hörsaal SN 19.4, TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4.

Gesellschaftliche Kontroversen über wissenschaftliche und technische Projekte – zum Beispiel Fracking, Atomkraft oder Klimapolitik – beziehen sich oft implizit oder explizit auf Werte. Diese Werte müssen ausgehandelt werden. Welche Rolle spielen hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zum Beispiel im Auftrag einer Behörde oder eines Unternehmens Feststellungen treffen sollen? Welche persönliche Verantwortung hat ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin als Mitglied der Scientific Community? Gilt es zu trennen zwischen der Rolle als Wissenschaftler_in und derjenigen als Bürger_in? Wer handelt in der Gesellschaft Werte aus? Was sind die strukturellen Bedingungen für Konflikte und Aushandlungsprozesse in unserer Gesellschaft?

Prof. Dr. Martin Carrier forscht über die Figur des Wissenschaftlichen Experten an der Grenze zwischen Wissenschaft und Politik, und eines der Themen ist dabei, welche besonderen Standards für die Qualität von Expertenempfehlungen einschlägig sind. Er wird zu diesen Fragen anhand seiner Forschungen zur Rolle der deutschen Strahlenschutzkommission in der Politikberatung Stellung nehmen.

Prof. Dr. Martin Carrier lehrt Philosophie an der Universität Bielefeld. Seine Forschungen betreffen ein breites Feld von wissenschaftsphilosophischen und wissenschaftshistorischen Fragestellungen. Er ist Leibniz-Preisträger und Mitglied zahlreicher Akademien, unter anderem der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz.