27.11.2015 | Presseinformationen:

Dialog der Disziplinen Prof. Gerd de Bruyn erhält den Abt-Jerusalem-Preis

Gemeinsame Presseinformation der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche zu  Braunschweig, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, und der Technischen Universität Braunschweig

Der Architekturtheoretiker, Hochschullehrer und Schriftsteller Prof. Dr. Gerd de Bruyn, Universität Stuttgart, hat heute den Abt Jerusalem Preis erhalten. Die Auszeichnung wurde zum dritten Mal von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig, der Technischen Universität Braunschweig und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft und erstmals auch von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz verliehen.

 

Zur Person:

Von links: Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Evangelisch-lutherische Landeskirche, Prof. Dietmar Brandes, Präsident der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, Preisträger Prof. Gerd de Bruyn, Prof. Jürgen Hesselbach, TU Braunschweig, Tobias Henkel, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz,

Von links: Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Evangelisch-lutherische Landeskirche, Prof. Dietmar Brandes, Präsident der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, Preisträger Prof. Gerd de Bruyn, Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig, Tobias Henkel, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Foto: Anne Hage, TU Braunschweig.

Prof. Gerd de Bruyn, Jahrgang 1954, studierte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Literatur- und Musikwissenschaft und an der Frankfurter Städelschule Architektur. Seine Promotion schloss er im Fach Soziologie an der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt ab. Seit 2001 ist er Professor für Architekturtheorie und Direktor des Instituts Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen (igma) der Universität Stuttgart. Er gehört auch dem Direktorium des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung an, das Natur- und Technikwissenschaften mit Geisteswissenschaften vereint.

Immer wieder hat Prof. de Bruyn verschiedene wissenschaftliche Disziplinen in seiner Arbeit zusammengeführt. So ist er Mitglied in einem Sonderforschungsbereich, der sich der Biomimetik, einem Teilgebiet der Bionik, widmet. Dabei werden Konzepte von Organismen aus der Biologie auf die Architektur übertragen. De Bruyn führt seine Ansätze unter anderem auf das antike Konzept der Mimesis (also der Ähnlichkeit bzw. Imitation) zurück. In vielen Veröffentlichungen untersucht er die Position der Architektur zwischen Kunst und Ingenieurwissenschaften. Mit seinem Romanessay „Das artemisianische Prinzip“ hat er 2014 schriftstellerisch auch die Grenzen des wissenschaftlichen Publizierens überschritten.

Der Abt-Jerusalem-Preis:

Mit der Auszeichnung würdigen die Organisatoren die Verdienste um den Dialog zwischen Geistes-, Natur- und Technikwissenschaften und erinnern an Johan Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709 bis 1789). Als Abt zu Riddagshausen und Berater von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel gründete er das Collegium Carolinum, aus dem die TU Braunschweig hervorgegangen ist. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro verbunden, das von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz gefördert wird.