04.07.2016 | Presseinformationen:

Vorträge über Psychische Störungen bei Asylbewerbern in Braunschweig und Prävention kindlicher Verhaltensstörungen bei Migranten

Die Ringvorlesung „Wie kann die Integration von Flüchtlingen gelingen? Psychologische Aspekte“ widmet sich zum Abschluss den Ergebnissen zweier Braunschweiger Studien.

Prof. Nina Heinrichs und Dr. Christoph Kröger, Institut für Psychologie und Psychotherapieambulanz der TU Braunschweig, referieren über ihre Studien „Psychische Störungen bei Asylbewerbern in Braunschweig“. Anschließend berichten Prof. Wolfgang Schulz und Prof. Kurt Hahlweg, beide  Institut für Psychologie der TU Braunschweig, über „Prävention kindlicher Verhaltensstörungen: Ergebnisse einer 10-jährigen Langzeitstudie bei Migranten“.

Die Veranstaltung findet statt am
Dienstag, 6. Juli 2016, 19 Uhr
im Audimax Pockelsstr. 15, 38106 Braunschweig.

Prof. Nina Heinrichs und Dr. Christoph Kröger haben in ihrer Studie die Rate von Traumaexposition und Traumafolgestörungen bei Asylsuchenden untersucht. In Zusammenarbeit mit der Landesaufnahmestelle Niedersachsen, Standort Braunschweig (LAB), wurden im Sommer 2015 mehr als 300 Asylbegehrende mit der Hilfe von Dolmetschern befragt, darunter auch einige Eltern und ihre Kinder. Im Vortrag berichten sie über das Ausmaß und die Art traumatischer Ereignisse, die Asylbegehrende erleben und analysieren die Folgen für die psychische Gesundheit. Abschließend besteht die Möglichkeit der Diskussion über die Folgerungen sich aus diesen Ergebnissen für die Stadt Braunschweig und die Integration von Asylbegehrenden ergeben könnten.

Im zweiten Vortrag referieren Prof. Wolfgang Schulz und Prof. Kurt Hahlweg über die Ergebnisse ihrer Braunschweiger Längsschnittstudie mit über 350 Familien, die Antworten auf folgende Fragen geben soll: Sind die Kinder von Migranten und ihre Eltern häufiger psychisch krank? Stellt Migration einen Risikofaktor dar? Wie entwickeln sich Migrantenkinder? Welchen Einfluss hat eine außerfamiliäre Betreuung auf die psychische Gesundheit der Kinder? Anschließend werden Vorschläge für die Praxis diskutiert.

Die Ringvorlesung wird von der Abteilung Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik der Technische Universität Braunschweig gemeinsam mit der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft und der Evangelischen Akademie Abt Jerusalem veranstaltet.