„Soul Kitchen Reloaded“ Visionen von Architekturstudierenden der TU Braunschweig für ein Quartier am Veringkanal in Hamburg
Wie kann am Veringkanal im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ein zukunftsfähiges Quartier entstehen, das die Identität des Ortes aufgreift und weiterentwickelt? Wie lassen sich bezahlbares Wohnen, Gewerbe, Klimaanpassung und nachhaltige Mobilität zwischen Hafen und Stadt sinnvoll miteinander verknüpfen? Mit diesen Fragen setzten sich Architekturstudierende der Technischen Universität Braunschweig auseinander. Ihre Entwürfe sind vom 28. bis 30. April 2026 in der Ausstellung „Soul Kitchen Reloaded“ im BDA Torhaus in Braunschweig zu sehen.
Hier prallen Hafen und Stadt aufeinander: Die sogenannte „Soulbrache“ in Hamburg ist eine rund 10.000 Quadratmeter große Industriefläche am Veringkanal. Das Areal liegt im Nordwesten Wilhelmsburgs, eingebettet zwischen Industriestraße, Veringkanal, Fährstraße und Veringstraße. Heute ist das Gebiet vor allem durch Gewerbebauten, großflächige Parkplätze und hafenbezogene Logistik geprägt.
Gleichzeitig haben sich hier bereits lebendige und kreative Orte entwickelt, darunter das Kulturzentrum Honigfabrik, die Zinnwerke, das Atelierhaus 23, die Tur Tur Bar sowie die ehemalige, durch den gleichnamigen Film von Fatih Akin bekannte „Soul Kitchen“. Auch die Wasserlage mit dem begrünten Dursun-Akçam-Uferweg bietet großes Potenzial für eine nachhaltige Transformation zu einem lebendigen, klimaangepassten Stadtquartier.
Entwürfe für ein gemischtes und klimaresilientes Quartier
Das Team Daniel Grenz, Benedikt Herz, Bodo Neuss und Professorin Vanessa Carlow betreuten die Studierenden am ISU – Institute for Sustainable Urbanism der TU Braunschweig in ihren städtebaulichen Entwürfen für ein lebendiges, vielfältig genutztes Quartier – mit Wohnraum für unterschiedliche Lebensmodelle, mit kleinteiligem Gewerbe, sozialen Einrichtungen und Produktion im Erdgeschoss. Im Fokus standen dabei ein sensibler Umgang mit dem industriell geprägten Bestand sowie die Entwicklung klimaresilienter Freiräume. Durch gezielte Entsiegelung des Bodens und Lösungen zur Regenwasserversickerung sollen nachhaltige und lebenswerte Stadträume entstehen. Der Veringkanal wurde dabei neu gedacht – als identitätsstiftendes, verbindendes Element zwischen Hafen und gewachsenem Stadtteil.
Ein weiterer Schwerpunkt der Entwürfe lag auf zukunftsfähiger Mobilität. Innovative Konzepte zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sowie des Rad- und Fußverkehrs sollen das Quartier besser an die S-Bahnhöfe Veddel und Wilhelmsburg anbinden und gleichzeitig den motorisierten Individualverkehr deutlich reduzieren. Vorgeschlagen wird unter anderem ein Mobility Hub, der unterschiedliche Mobilitätsangebote bündelt und mit Wohnen, Produktion und gemeinschaftlichen Nutzungen kombiniert.
Begleitet wurden die Arbeiten auch von der Landschaftsarchitektin Nina Dvorak vom Büro Grieger.Harzer.Dvorak aus Berlin.
Die Ausstellung zeigt vielfältige Ideen, mit denen der Veringkanal weiterentwickelt werden kann und versteht sich als Beitrag zur aktuellen städtebaulichen Debatte über die Zukunft Wilhelmsburgs südlich der Elbe.
Soul Kitchen Reloaded
Die Ausstellung wird am 28. April um 15:30 Uhr im BDA Torhaus (Bund Deutscher Architektinnen und Architekten) im Beisein der Studierenden und Professorin Vanessa Carlow eröffnet.
Ausstellungsort: BDA Torhaus, Am Wendentor 3, 38100 Braunschweig
Ausstellungsdauer: 28.bis 30. April 2026, 10:00 – 16:00Uhr
