24. April 2026 | Presseinformationen:

Großspeicher für grüne Wasserstoffforschung angeliefert Bodengebundene 500-Kilogramm-Speicherlösung entsteht am Forschungsflughafen Braunschweig

Am Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) der Technischen Universität Braunschweig ist ein weiterer zentraler Baustein für die Wasserstoffforschung der Zukunft eingetroffen: der Metallhydrid-Großspeicher wurden am Forschungsflughafen Braunschweig erfolgreich angeliefert. Mit einer Gesamtspeicherkapazität von bis zu 500 Kilogramm Wasserstoff handelt es sich dabei um eine der größten Forschungsanlagen dieser Art weltweit.

Die neu installierten Metallhydridspeicher bilden künftig das Herzstück der weiteren Forschungsarbeiten rund um die Entwicklung skalierbarer Wasserstoffinfrastrukturen am Campus Forschungsflughafen. Sie basieren auf einer innovativen Technologie, bei der Wasserstoff sicher in Metallstrukturen gebunden wird. Dieses Verfahren ermöglicht eine besonders kompakte, effiziente und langfristige Speicherung bei vergleichsweise niedrigem Druck und erhöht gleichzeitig die Betriebssicherheit.

Jun.-Prof. Dr. Michael Heere vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Brennstoffzellen betont: „Mit dem Ausbau des H2-Terminals und der zugehörigen Infrastruktur unterstreicht die Technische Universität Braunschweig die strategische Bedeutung des Standorts als Reallabor für nachhaltige Mobilitäts- und Energiesysteme. In Verbindung mit der großskaligen Speicherung können wir hier am NFF zentrale Fragestellungen zur Integration und Skalierung von Wasserstofftechnologien unter praxisnahen Bedingungen erforschen und weiterentwickeln.“

Effiziente Nutzung wasserstoffreicher Restgase

Über das Verbundprojekt H2-Terminal hinaus sind die Metallhybridspeicher so konzipiert, dass sie auch in weiteren Forschungsvorhaben flexibel eingesetzt und gemeinsam genutzt werden können, beispielsweise im Rahmen des Projekts „JaWoll“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Hier soll eine bislang wenig betrachtete Herausforderung adressiert werden: die effiziente Nutzung wasserstoffreicher Restgase in Test- und Infrastrukturumgebungen. Durch innovative Ansätze zur Rückgewinnung und Wiederverwertung soll die Gesamteffizienz deutlich gesteigert und so ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen und nachhaltigen Nutzung von Wasserstoff geleistet werden.

Aufbau einer integrierten Infrastruktur zur Erzeugung, Verteilung und Speicherung von Wasserstoff

Der notwendige Wasserstoff wird im wenige hundert Meter vom NFF entfernten H2-Terminal mittels Elektrolyse aus erneuerbaren Energien produziert, um ihn unter anderem über eine bereits verlegte Pipelineinfrastruktur zum Forschungszentrum zu transportieren und dort gezielt in den neuen Metallhydridspeichern einzulagern.

„Mit der Anlieferung der Speicher erreichen wir einen entscheidenden Fortschritt für das H2-Terminal und stärken den Forschungsstandort Braunschweig nachhaltig. Die Kombination aus Erzeugung am Terminal und Nutzung am NFF zeigt beispielhaft, wie eine integrierte Wasserstoffinfrastruktur künftig gestaltet werden kann“, sagt David Sauss, Leiter des siz energieplus, das als Bauherr das Verbundvorhaben koordiniert.

Nach der erfolgreichen Anlieferung der Speicher werden diese in den kommenden Wochen angeschlossen und schrittweise für den Betrieb vorbereitet.

Über das H2-Terminal

Das H2-Terminal in Braunschweig dient als Forschungsplattform entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette: vor Ort wird grüner Wasserstoff mittels verschiedener Elektrolysetechnologien erzeugt, in Prüfständen untersucht, für Anwendungen wie eine Wasserstofftankstelle genutzt und im Zusammenspiel mit Batteriespeichern und Photovoltaik zur Netzstabilisierung erforscht. Der produzierte Wasserstoff wird zudem über eine Pipelineinfrastruktur an externe Forschungseinrichtungen wie das NFF und das Fraunhofer ZESS verteilt, wo er in Prüfständen eingesetzt und zur Untersuchung von Alterungsprozessen sowie zur Dekarbonisierung genutzt wird. Ergänzend erfolgen die Speicherung in großskaligen Metallhydridsystemen sowie die Nutzung der bei der Elektrolyse entstehenden Abwärme über ein Nahwärmenetz. Gefördert wird das Forschungsprojekt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit einem Gesamtfördervolumen von über 20 Millionen Euro.