11. Februar 2021 | Presseinformationen:

Das Audimax wieder im neuen Glanz Virtuelle Eröffnung des Audimax nach Abschluss der Sanierung

Das Auditorium Maximum ist der wichtigste Ort einer Universität. Zumal wenn es zu den Leitbauten der deutschen Universitätsarchitektur nach 1945 gehört. Zwei Jahre war das Audimax-Hörsaalgebäude der Technischen Universität Braunschweig geschlossen und wurde behutsam denkmalgerecht saniert. Energetisch und brandschutztechnisch wurde das Gebäude mit den beiden größten Hörsälen der Universität an die heutigen Anforderungen angepasst. Aber auch die Aufenthaltsqualität für die Studierenden wurde verbessert. Der Fokus der Sanierung lag auf dem größtmöglichen Erhalt der historischen Bausubstanz sowie der Wahrung des architektonischen Konzeptes unter Berücksichtigung der Funktionalität eines Hörsaalgebäudes. So ist der Charme des Gebäudes erhalten und das Audimax sich optisch treu geblieben. Nach Abschluss der fast Sanierungsarbeiten wird das Audimax jetzt virtuell eröffnet.

Das denkmalgerecht sanierte Audimax ist sich optisch treu geblieben. Bildnachweis: Max Fuhrmann/TU Braunschweig

Die Aluminium-Glasfassade auf der Süd- und Nordseite erstrahlt jetzt in neuem Glanz und bietet wesentlich besseren Schutz gegen Wärme und Kälte. Sie ist komplett demontierter worden und mit Isolierglas außen und Sicherheitsglas innen versehen worden. Bildnachweis: Max/Fuhrmann/TU Braunschweig

Nicht nur das Gebäude steht unter Denkmalschutz, sondern auch die Farbgebung des Innenraums. So ist das Erscheinungsbild mit den schwarzen Rückenlehnen und Tischplatten sowie den markanten roten Sitzen geprägt ist, erhalten geblieben. Bildnachweis: Max/Fuhrmann/TU Braunschweig

Auch die Raumakustik wurden durch Wandpaneelen, aber auch durch eine akustisch wirkende Unterdecke verbessert. Bildnachweis: Max/Fuhrmann/TU Braunschweig

5. Nach der Pandemie steht das Audimax auch wieder für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung wie zum Beispiel als Konzertsaal für das Uniorchester. Bildnachweis: Max/Fuhrmann/TU Braunschweig

Die neue nichtbrennbare Leistendecke des Foyers sorgt für einen helleren Raumeindruck. Die über 300 leuchtstärkeren LED-Punktleuchten in der Decke konnten im ursprünglichen Raster wieder eingebaut werden. In die Decke wurden Brandmelder und Sprachalarmierung eingebaut.Bildnachweis: Max/Fuhrmann/TU Braunschweig

Das Audimax, das 1960 fertiggestellt worden ist, ist Teil des vom Architekten und Hochschullehrer Prof. Friedrich Wilhelm Kraemer erbauten Forumsensembles. Zu dem Ensemble gehören außerdem das Forumsgebäude und die Universitätsbibliothek. Alle Bauten repräsentieren die Braunschweiger Schule, die Architekturlehre der damaligen Technischen Hochschule Braunschweig in den Jahrzehnten der Nachkriegszeit. Nach der Sanierung kommt die Komposition des Gebäudes wieder stärker zum Vorschein, wie der Kubus des Hörsaals Audimax, der als Kubus ins Gebäude hineingebaut worden ist.

Besser gegen Kälte und Wärme isoliert

Die Aluminium-Glasfassade auf der Süd- und Nordseite erstrahlt jetzt in neuem Glanz: Die Sanierung der Glasfassade stellte eine große Herausforderung dar. Sie ist vor über 60 Jahren so komplex konzipiert worden, dass sie erhalten und für die Anforderungen der heutigen Zeit optimiert werden konnte. Für die Sanierung wurde sie komplett demontiert, gereinigt und außen mit Isolierglas und innen mit Sicherheitsglas versehen. Zusätzlich stellt der aufgetragene Dämmputz an der Ost- und Westfassade den Mindestwärmeschutz sicher. Durch die sanierte Fassade wirkt das Gebäude jetzt auch wesentlich heller. Für den sommerlichen Wärmeschutz ist neben der neuen Verglasung zusätzlich der außenliegende Sonnenschutz erneuert worden. Auch im untenliegenden Hörsaal sind durch den Einbau eines Kühlaggregats im Sommer angenehmere Temperaturen zu erwarten.

Bequemere Sitze

Die Form und Funktion des größten Hörsaals der Carlo-Wilhelmina sind gleichgeblieben, ebenso die Farbgebung, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Das Hörsaalgestühl wurde erneuert. Das Erscheinungsbild, das durch die konstatierenden schwarzen Holzrücklehnen und Tischplatten sowie den markanten roten Sitzen geprägt ist, ist erhalten geblieben. Die Polsterung und Federung sind zeitgemäßer und bequemer geworden. Die Farbe der Polsterung konnte aufgrund eines gefundenen Originalstoffmusters nachempfunden werden. Auch die Tischplatten sind ersetzt worden.

Raumakustik und Beleuchtung

Bei der Sanierung wurde auch die Raumakustik verbessert. Zum einen wurden Wandpaneele, aber auch eine akustisch wirkende Unterdecke eingebaut. Zusätzlich verhindert die Neigung der inneren Verglasung ein Flatterecho. Der Raumeindruck wirkt durch die über 700 neuen LED-Langfeldleuchten wesentlich heller. Auch die WLAN-Ausleuchtung konnte verbessert werden.

Nichtbrennbare Leistendecke im Foyer

Für einen helleren Raumeindruck des 2.000 m2 großen Foyers sorgt auch die neue Leistendecke aus nicht brennbarem Material. Die über 300 leuchtstärkeren LED-Punktleuchten in der Decke konnten trotz eingebauter Brandmelder und Sprachalarmierung im ursprünglichen Raster wieder eingebaut werden. Auch eine Cafeteria des Studentenwerks Ostniedersachses wird es wieder im Foyer geben. Die Planungen dazu laufen derzeit. Das Gebäude und die Hörsäle sind zudem jetzt barrierefrei erreichbar.

Auf der umlaufenden Dachterrasse wurden neue hellere Platten verlegt und ein höheres und stärkeres Geländer angebracht. Zusätzlich erhält sie erstmalig eine Beleuchtung. Bereits im Dezember wurden die restaurierten Wolken des Künstlers Hans Arp an der Westfassade wieder aufgehängt.

Öffentliche Veranstaltungen bald wieder möglich

Nach der Corona-Pandemie steht das Audimax auch wieder für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung. Durch den leichteren Ausbau der vorderen Stuhlreihen kann der Hörsaal unter anderem wieder vom Uniorchester als Konzertsaal genutzt werden.

Bereits 2011 fand die erste Teilsanierung des Audimax statt, hier wurden die Lüftungstechnik und Medientechnik sowie erste brandschutztechnische Maßnahmen umgesetzt. Das Tentomax, der Ersatzhörsaal hinter dem Haus der Wissenschaft, bleibt vorerst stehen und wird bis Ende Juni dieses Jahres genutzt.

Das Audimax wird mit einem virtuellen Rundgang mit Grußworten eröffnet.

Stimmen zur Sanierung

Professorin Katja Koch, kommissarische Präsidentin der TU Braunschweig: „Wir haben das Hörsaalgebäude Audimax, das Teil unserer Universitätsgeschichte ist, behutsam von der Modernen in die Zukunft transferiert. Ich freue mich, wieder ein attraktives und lebendiges Zentrum mit viel Atmosphäre zu haben, das zum Lernen und zum Dialog einlädt. Aber auch wieder einen Ort, der für Veranstaltungen auch außerhalb der Wissenschaft zur Verfügung steht. Ich hoffe, dass die Studierenden, die Lehrenden, aber auch die Öffentlichkeit sich bald einen Eindruck der wiedergewonnenen Schönheit des Hörsaalgebäudes machen können.  Ich freue mich, dass ich in den nächsten Semestern hier wieder Vorlesungen halten kann.“

Torsten Markgräfe, kommissarischer Leiter GB 3 – Gebäudemanagement: „Die denkmalgerechte Sanierung des Audimax ist die erste Baumaßnahme, die nach Übernahme der Bauherreneigenschaft der TU Braunschweig von uns ausgeführt wurde. Mein Dank gilt allen Beteiligten des Landes Niedersachsen, der Stadt Braunschweig, den Planern und den Bauschaffenden.“

Markus Loschinsky, Krekeler Architekten Generalplaner – Projektleiter: „Für mich als Alumnus der TU Braunschweig war es ein ganz besonderes Projekt. Im Zuge der Planung und Ausführung habe ich das Gebäude aus einer ganz anderen Sicht kennen- und schätzen gelernt, als ich es als Student in Erinnerung hatte. Wir konnten die vor 60 Jahren wegweisende Architektursprache und hochmoderne Konstruktion erhalten und behutsam verbessern, um die Nutzung des Audimax auch in der Zukunft zu gewährleisten.“

Sanierungsmaßnahme

  • Baukosten und Finanzierung: 10 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln
  • Bauzeit: Februar 2019 – Januar 2021
  • Energetisch: Sanierung der Glas- und Betonfassaden inkl. Sonnenschutz- und Verdunklungsanlage, Erneuerung der Beleuchtungsanlagen durch LED-Technik
  • Sanierung des begehbaren Dachs im 1. OG
  • Brandschutz: Erneuerung der Holzleistendecke im Erdgeschoss inklusive der Brandmeldeanlage, Sicherheitsbeleuchtung und Alarmierungsanlage
  • Erneuerung der umlaufenden Holzleistendecke im Außenbereich inkl. Beleuchtung
  • Ergänzung der Brandmeldeanlage
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität: Sanierung des Hörsaalgestühls, Verbesserung der Raumakustik und bessere WLAN-Antennen
  • Ausbau der schadstoffbelasteten Baustoffe
  • Herstellung eines barrierefreien Zugangs in das Gebäude und zu den Hörsälen