02.07.2012 | Magazin:

Vortrag von Migrantinnen und Migranten in der Psychologie ein Beitrag zur transkulturellen Wissenschaftsgeschichte

Prof. Dr. William R. Woodward, University of New Hampshire, USA, referiert am Dienstag, 3. Juli 2012 über Migrantinnen und Migranten in der Psychologie – ein Beitrag zur transkulturellen Wissenschaftsgeschichte. Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr Humboldtstr. 33, Raum 213, und ist in englischer Sprache.

Anfang des 20. Jahrhunderts führten die zunehmende Akzeptanz von Frauen in der Bildung und die Pogrome in Osteuropa zur verstärkten Migration von Wissenschaftlerinnen an die Universitäten in Deutschland und der Schweiz. Prof. Woodward beschäftigt sich in diesem Vortrag mit den Lebenswegen einiger osteuropäischer Psychologinnen, die ihren Doktorgrad in Deutschland erworben haben. Aufgrund der mangelnden beruflichen Möglichkeiten im deutschsprachigen Raum kehrten einige von ihnen in ihre Heimatländer zurück, andere hingehen emigrierten ein zweites Mal, nunmehr in die Vereinigten Staaten. 1933, nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden viele Wissenschaftler gezwungen, zu emigrieren. Der Referent arbeitet in seinem Vortrag einige ethnische und geschlechtsspezifische Aspekte dieser zunächst freiwilligen, dann erzwungenen doppelten Migration heraus.

Es soll darüber diskutiert werden, wie Ethnizität als ein Faktor im Feld „Migration, Beruf und Geschlecht“ einzuschätzen ist, zum Beispiel in der Frage der Netzwerkbildung. Schließlich werden die beruflichen Werdegänge der Frauen der ersten und der zweiten Generation analysiert, und zwar speziell derjenigen der erste Generation, die nicht verheiratet waren, sodann derjenigen, die ihren Männern folgten. Anschließend wird aufgezeigt, dass in den Vereinigten Staaten einige Männer weniger erfolgreich waren als ihre Ehefrauen. Einige Männer konnten aufgrund mangelnder Flexibilität ihre berufliche Tätigkeit nicht ausüben, während einige Frauen, trotz geschlechtsspezifischer Benachteiligung, sich besser an die neue Kultur anpassen konnten.

Veranstalter sind das Institut für Psychologie mit den Abteilungen Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik und Abteilung für Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Forensische Psychologie sowie die Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften.