Vernetzungsoffensive für regionale Gesundheitsforschung gestartet Wie eine Kooperation von Forschung und klinischer Praxis gestaltet werden kann
Mit einer gemeinsamen Kooperationsinitiative setzen die Technische Universität Braunschweig, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und das Städtische Klinikum Braunschweig (skbs) ein starkes Zeichen für die Zukunft der regionalen Gesundheitsforschung. Ziel des Vernetzungstreffens mit Impulsvorträgen und wissenschaftlichem Speed-Dating am 22. April 2026 war es, die wissenschaftliche Zusammenarbeit der drei Partner nachhaltig zu stärken und neue interdisziplinäre Kooperationen anzustoßen.
Die Initiative ist im Forschungsschwerpunkt „Engineering for Health“ der TU Braunschweig verankert und bringt Expert*innen aus Grundlagenforschung, technischer Entwicklung und klinischer Praxis zusammen. Geleitet wurde die Auftaktveranstaltung am 22. April 2026 von Prof. Dr. Reinhard Köster (Institut für Zell- und Neurobiologie, TU Braunschweig):„Die großen Herausforderungen der Gesundheitsforschung lassen sich nur gemeinsam lösen. Mit der Bündelung unserer Stärken in Braunschweig und Hannover schaffen wir die Grundlage für innovative, interdisziplinäre Ansätze, die von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung reichen. Auf den Leitungsebenen unterstützen wir diese Kooperationsinitiative mit Nachdruck. Entscheidend ist nun, dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Chancen aktiv nutzen und gemeinsam neue Ideen entwickeln“, sagt Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig.
„Ein persönliches Kennenlernen im Rahmen von wechselnden Kurzgesprächen war eine wichtige Voraussetzung für ein vertrauensvolles, strategisch fokussiertes Zusammenarbeiten. Diesen Austausch haben wir genutzt, um Synergien für die Stärkung interdisziplinärer Vorhaben von medizinischer Bedeutung zu finden.“
Starke Region – gebündelte Kompetenzen
Die hohe Dichte an biomedizinischen und klinischen Einrichtungen in der Region bietet ideale Voraussetzungen für innovative Forschungsansätze. Durch ihre komplementären Profile ergänzen sich die drei Partner optimal: von der molekularen und zellulären Grundlagenforschung über ingenieurwissenschaftliche Anwendungen bis hin zur klinischen Umsetzung.
„Mit der kritischen Masse der hier versammelten Institutionen können neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung mit den modernen Technologien der Ingenieurswissenschaften zu einer besseren Gesundheitsversorgung der Region und darüber hinaus führen“, erklärt Prof. Dr. Jan T. Kielstein vom Städtischen Klinikum Braunschweig (skbs).
Mit der Auftaktveranstaltung sollten vorhandene Potenziale gezielt aktiviert werden. Während die Leitungen der Institutionen die strategische Zusammenarbeit unterstützen, lag der Fokus bewusst auf der aktiven Vernetzung der Teilnehmenden.
Vernetzung im Fokus: Speed Dating für die Forschung
Ein zentrales Element der Veranstaltung war ein strukturiertes „Speed Dating“-Format, in dem die Teilnehmenden in mehreren kurzen Gesprächsrunden gezielt Kontakte knüpften und gemeinsame Projektideen entwickeln konnten. Dieses Format beschleunigte die Entstehung neuer Kooperationen und förderte den Austausch zwischen Disziplinen.
Langfristig eröffnet die Initiative auch Perspektiven für größere Verbundprojekte, etwa im Rahmen der Exzellenzstrategie. Insbesondere für klinisch tätige Medizinerinnen und Mediziner können sich neue Möglichkeiten ergeben, ihre Arbeit stärker forschungsorientiert auszurichten.
„Moderne Gesundheitsforschung lebt von solchem engen Austausch zwischen Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die Kooperation schafft genau diesen Raum für interdisziplinäre Zusammenarbeit und eröffnet insbesondere für unseren wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchs neue Perspektiven“, betont Prof. Dr. Lars Dölken von der Medizinischen Hochschule Hannover.
Über die Initiative
Die Kooperationsinitiative TUBS–MHH–skbs verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen universitärer Forschung, medizinischer Lehre und klinischer Praxis zu intensivieren und damit die Region als führenden Standort für Gesundheitsforschung weiter zu profilieren.
Text: Dr. Lea Hülsen