Reale Projekte für MINT-Studierende
Im Juni trafen sich Studierende aus ganz Deutschland auf der durch den Stifterverband organisierten FutureMINT-Konferenz in Berlin. Dort stellten sie ihre Ideen für eine bessere MINT-Bildung an Hochschulen vor. Mit dabei waren auch Studierende der Technischen Universität Braunschweig, die das Konzept „Futurlink: Projekte für alle – Reale Projekte ins Studium“ präsentierten. Das Ziel: den Zugang zu Projektarbeiten für alle Studierenden zugänglich zu machen.

FutureMINT-Konferenz am 18. Juni 2026 im Allianzforum Berlin. Bildnachweis: Hanns Schmelzer
MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) stehen unter Druck. So machen den Hochschulen der Fachkräftemangel bei Lehrkräften zu schaffen, aber auch ein sinkendes Interesse vieler Schüler*innen, hohe Anforderungen durch die Digitalisierung (Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Datenkompetenz) und ein verschärfter Wettbewerb um qualifizierte Absolventen*innen.
Wie aber können Studienpläne, Praxisbezug und Lernumgebungen gestaltet werden, um das Studium attraktiver zu machen? Eine Jury des Stifterverbandes hatte Studierende aus ganz Deutschland ausgewählt, die im März 2026 auf Initiative von Professor Robert Hänsch zu Gast in Braunschweig bei einem Thinkathon waren. Bei diesem Eventformat entwickeln Teams kollaborativ innovative Lösungen für komplexe Problemstellungen – in dem Fall für eine bessere MINT-Bildung an Hochschulen. Die besten Konzepte wurden am 18. Juni 2026 auf der FutureMINT-Konferenz in Berlin vor Hochschulleitungen, Studiengangsverantwortlichen und Vertreter*innen aus Unternehmen mit einem Pitch präsentiert.
Konzept mit TU-Beteiligung: Ein Marktplatz für Projekterfahrung
An der Erarbeitung des Konzepts „Futurlink: Projekte für alle – Reale Projekte ins Studium“ (PDF) waren auch zwei Studierende aus Braunschweig beteiligt. Ihre Idee: Über eine Plattform – ähnlich einem Marktplatz – soll Studierenden der Zugang zu Projektarbeiten im nichtakademischen Umfeld erleichtert werden. Ziel ist es, dass keine Studierenden die Universität verlassen ohne Erfahrungen im Bereich der Problemlösekompetenz über Projekterfahrung gesammelt zu haben. Um diesen Zugang zu erleichtern, soll die Plattform Studierenden den Zugang zu Projekten in Unternehmen und innerhalb der Universität erleichtern.
Die Studierenden wurden bereits während des Thinkathons im März an der TU Braunschweig bei der Entwicklung ihrer Ideen sowie anschließend bei der Vorbereitung des Pitches intensiv begleitet. Das anschließende Online-Coaching wurde gemeinsam von einer Ansprechperson des Stifterverbands und einer Ansprechperson des Sponsors Tata Consultancy Services (TCS) durchgeführt. Neben diesen gemeinsamen Terminen haben sich die Teams auch eigenständig weiter abgestimmt. Ziel war es, die Konzepte so aufzubereiten, dass sie auf der FutureMINT-Konferenz vor einem hochrangigen Publikum überzeugend präsentiert werden konnten.
Ein zentrales Ergebnis der Konferenz war, dass die Studierenden im Mittelpunkt standen und ihre Ideen direkt mit Entscheider*innen diskutieren konnten.
„Dieses Format wurde von allen Beteiligten sehr positiv aufgenommen. Besonders hervorgehoben wurde, dass den Studierenden mit großer Offenheit und auf Augenhöhe begegnet wurde. Die Möglichkeit, ihre Ideen auf einer großen Bühne zu präsentieren, wurde als wertschätzend empfunden und eröffnete zahlreiche Vernetzungsmöglichkeiten“, sagt Carolin Friese vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Alle Teams, die ihre Ideen für eine besser MINT-Bildung in Pitches vorgetragen haben. Bildnachweis: Hanns Schmelzer
Von der Idee zur Umsetzung
Während der Konferenz konnten Interessierte für sogenannte Communities of Practice gewonnen werden, die die weitere Umsetzung begleiten möchten. Zugleich zeigten mehrere Hochschulen Interesse daran, die vorgestellten Ideen aufzugreifen und deren Übertragbarkeit auf den eigenen Standort zu prüfen. Damit wurden erste Weichen dafür gestellt, die entwickelten Konzepte über das Veranstaltungsformat hinaus in die Praxis zu bringen.
Der Stifterverband begleitet den weiteren Umsetzungsprozess. Im Oktober ist ein weiterer Community-Call geplant, bei dem geprüft wird, welche Ideen bereits aufgegriffen wurden und wo weiterer Unterstützungsbedarf besteht. Parallel wird nach Fördermöglichkeiten gesucht, um ausgewählte Konzepte strukturell und langfristig umzusetzen. Dieser Prozess wird sich voraussichtlich auch über das kommende Jahr erstrecken.
Von Seiten der Studierenden wurde deutlich gemacht, dass sie bereits viel Zeit und Engagement in die Entwicklung der Konzepte investiert haben – neben ihrem Studium und weiteren Verpflichtungen. Nun sehen sie die Hochschulen, den Stifterverband und weitere Akteur*innen in der Verantwortung, die Ideen gemeinsam weiterzutragen und in die Praxis zu überführen.
Über den Thinkathon und die FutureMINT-Konferenz
Der Thinkathon und die FutureMINT-Konferenz sind Teil der Zukunftsmission Bildung, mit der der Stifterverband innovative Beiträge zur Weiterentwicklung der MINT-Hochschulbildung sucht. Ein Baustein ist die MINTchallenge plus, die sich gezielt an zukunftsweisende Studiengänge richtet, die als Best-Practice neue Impulse für Studium und Lehre setzen. Parallel dazu bringt der FutureMINT-Thinkathon Studierende aus ganz Deutschland zusammen, um ihre Perspektiven und Ideen für die Zukunft der MINT-Studiengänge einzubringen.

Auf der FutureMINT-Konferenz in Berlin wurden die beim Thinkathon ausgewählten Konzepte vor Hochschulleitungen, Studiengangsverantwortlichen und Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen präsentiert. Bildnachweis: Hanns Schmelzer