02.03.2017 | Magazin: ,

„Mein Entschluss steht fest: Ich werde Ingenieurin!“ Niedersachsen-Technikantinnen feierlich verabschiedet

„Mein Entschluss steht fest: ich werde Ingenieurin!“: Dieses oder ein ähnliches Fazit zogen fast alle Absolventinnen des Niedersachsen-Technikums 2016/17. In einer Feierstunde an der Technischen Universität Braunschweig wurden nun die 16 Technikantinnen der TU Braunschweig und die 5 Technikantinnen der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften verabschiedet. Das Programm hat in seinem fünfjährigen Bestehen an beiden Hochschulen bereits mehr als 100 Abiturientinnen die Möglichkeit gegeben, während eines sechsmonatigen betrieblichen Praktikums die Berufsbilder von Ingenieurinnen und Ingenieuren kennenzulernen.

Die gerade verabschiedeten Absolventinnen des Niedersachsen-Technikums haben sich von der Technik begeistern lassen. Was sie jetzt studieren wollen? Maschinenbau, Elektrotechnik, Bio-, Chemie- und Pharmaingenieurwesen, aber auch Medizintechnik und Informatik sind die konkreten Pläne der jungen Frauen.

Absolventinnen in Entscheidung für Studium und Ausbildung gestärkt

Gruppenbild der Absolventinnen des Niedersachsen-Technikums 2016/17. Bildnachweis: Ostfalia/Caroline Haubold

Gruppenbild der Absolventinnen des Niedersachsen-Technikums 2016/17.
 Bildnachweis: Ostfalia/Caroline Haubold

Einen Tag in der Woche haben die sogenannten Technikantinnen an einer der beiden Unis verbracht und Einblicke ins Studium und in die verschiedenen technischen Studiengänge erhalten. Insgesamt haben sich bislang über 90 % aller Absolventinnen des Niedersachsen-Technikums, laut der Koordinatoren, im Anschluss für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entschieden, einige auch für eine technische Ausbildung.

Prof. Dr. Simone Kauffeld , Vizepräsidentin für Lehre und Diversity an der TU Braunschweig, wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass die Berufswahl von jungen Menschen nach wie vor stark geprägt sei durch Rollenbilder und Geschlechterklischees. Sie forderte die Technikantinnen auf, selbst ein Role Model, also ein Vorbild, für junge Mädchen zu sein und ihnen Mut zur Technik zu machen. Prof. Dr. Susanne Stobbe, Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Weiterbildung an der Ostfalia, bedankte sich bei den zahlreich erschienenen Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmen für die erfolgreiche Kooperation und ihr großes Engagement.

Am Beispiel ihres eigenen Karrierewegs zeigte Prof. Dr. Ulrike Krewer vom Institut für Energie- und Systemverfahrenstechnik der TU Braunschweig „Wie wird man/Frau eigentlich Professorin? Einblicke einer Ingenieurin, die´s geschafft hat!“. In ihrem kurzweiligen Vortrag warb sie für Forschung und Wissenschaft und machte den jungen Frauen Mut zu einer akademischen Karriere.

Auch die Technikantinnen waren mit eigenen Beiträgen vertreten. „Was ist, wenn am Autositz nicht mehr alles sicher sitzt?“, so leitete zum Beispiel Deborah Simmert ihren Elevator-Pitch-Vortrag ein, in dem sie in 60 Sekunden ihr Projekt im Bereich Qualitätssicherung vorstellte. „Wie kann man Stahl noch leichter machen?“ oder „was beim Bau eines Motors alles zu beachten ist“, waren weitere Themen der Technikantinnen in ihren Kurzvorträgen.

„Das Niedersachsen-Technikum bietet den jungen Frauen die Möglichkeit, sich intensiv mit technischen Berufsbildern und Studiengängen zu befassen. Vor allem die praktischen Erfahrungen im Umgang mit Technik verschaffen den Teilnehmerinnen Selbstbewusstsein und das nötige Zutrauen, um ein entsprechendes Studium aufzunehmen“, so die Koordinatorin Britta Böckmann an der TU Braunschweig.

Niedersachsen-Technikum startet in die nächste Runde

Dass auch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur vom Erfolg des Niedersachsen-Technikums überzeugt ist, bestätigte Heike Huß vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur in ihrem Grußwort. Sie kündigte an, das Ministerium werde weitere Durchgänge finanziell fördern.

Das nächste Niedersachsen-Technikum startet am 1. September. Interessierte Abiturientinnen können sich bereits jetzt an die Koordinierungsstellen an den Gleichstellungsbüros der TU Braunschweig oder der Ostfalia wenden.