05.12.2017 | Magazin:

Lernen fürs Leben: Wie funktioniert eigentlich ein Vaterschaftstest? LehrLEO-Award für die beste Vorlesung

Während die Nominierung für die LehrLEO-Awards, die studentischen Lehrpreise der TU Braunschweig, gerade begonnen hat, stellen wir die Preisträgerinnen und Preisträger 2017 noch einmal vor. Den Preis in der Kategorie „Beste Vorlesung“ gewann die Lehrveranstaltung „Mikrobiologie für Ingenieure“, angeboten von Dr.-Ing. Katrin Dohnt vom Institut für Bioverfahrenstechnik. Das Team des Projekts teach4TU hat mit ihr über die Auszeichnung gesprochen.

Eine „Königsdisziplin“ in der Lehre sind Vorlesungen, die Studierenden unterschiedlicher Studiengänge Grundlagenwissen vermitteln. Der Vorlesung „Mikrobiologie für Ingenieure“, an der Studierende der Bachelorstudiengänge Bio-, Chemie- und Pharmaingenieurwesen oder Umweltingenieurwesen teilnehmen, ist das in den Augen der Gutachterinnen und Gutachter sowie der studentischen Jury besonders gut gelungen.

Dr. Katrin Dohnt hat mit ihrer Vorlesung „Mikrobiologie für Ingenieure“ den LehrLEO-Award 2017 in der Kategorie „beste Vorlesung“ gewonnen.
Bildnachweis: Lea Hanke/teach4TU

Das unterschiedliche Vorwissen der Studierenden zu berücksichtigen, alle Teilnehmenden gleichermaßen zu fordern und zusätzlich für das Studium wichtiges Grundlagenwissen anschaulich und verständlich zu erklären, sind Anforderungen, die die Gestaltung solcher Lehrveranstaltungen besonders komplex machen. Die Vorlesung „Mikrobiologie für Ingenieure“ schaffe es zudem, die Studierenden für komplexe Themen wie Mikrobiologie, Stoffwechsel oder Genetik zu begeistern und diese praxisorientiert zu vermitteln, hoben die Gutachterinnen und Gutachter besonders positiv hervor: „Auf diese Verbindung von Theorie und Praxis wird großen Wert gelegt“, heißt es in einer der Bewertungen. Der Dozentin sei es gelungen, die Vorlesung studierendenzentriert, praxisnah und methodisch abwechslungsreich zu gestalten.

Dass ausgerechnet ihre Lehrveranstaltung mit einem LehrLEO-Award ausgezeichnet wurde, kam für Katrin Dohnt völlig unerwartet, wie sie uns im Gespräch berichtet: „Der Preis war eine echte Überraschung und ist für mich besonders wichtig, weil die Nominierung von den Studierenden ausgeht. Ich habe mich riesig gefreut.“ Selbst als Prof. Dr. Simone Kauffeld, Vizepräsidentin für Lehre und Diversity, in der Laudatio vom „Lernen fürs Leben“ berichtete, sei sie nicht auf die Idee gekommen, dass es sich um ihre Lehrveranstaltung handeln könnte. Dabei ist es gerade dieser Teil der Vorlesung, der von den Teilnehmenden hochgelobt wird. Er bezieht die Lebenswelt der Lernenden praxisorientiert in den Vorlesungsablauf ein, ist aber auch eine kleine Pause in der 90-minütigen Vorlesung, um die Konzentration zu fördern und Interesse zu wecken. Gleichzeitig verdeutlicht der Exkurs die Relevanz des zu vermittelnden Lehrstoffs für den Alltag, denn Fragen wie „Wie funktioniert eigentlich ein Vaterschaftstest?“ oder „Welche Rolle spielen Mikroorganismen bei der Käse- und Wurstproduktion?“ diskutieren die Studierenden gemeinsam mit der Dozentin aus biotechnischer Sicht. Dohnt erklärt: „Mir ist es wichtig, die Studierenden so gut wie möglich auszubilden und nicht nur Mitarbeit und Mitdenken, sondern auch eigenständiges Handeln zu fördern.“

Die Bioverfahrenstechnikerin arbeitet engagiert an der Optimierung ihrer Lehre und implementiert sowohl auf inhaltlicher als auch auf methodischer Ebene neue Aspekte in ihre Lehrveranstaltungen. Um ihre didaktischen Kenntnisse zu verbessern und sich weitere Tools anzueignen, hat sie bereits an Qualifizierungsangeboten des Projekts teach4TU  teilgenommen. Die Auszeichnung mit dem LehrLEO-Award sieht sie als Bestätigung, dass sie bei der Umsetzung ihrer Ideen auf dem richtigen Weg ist: „Der Preis motiviert mich, mich weiter inspirieren zu lassen, und so die Lehrveranstaltung nicht nur für die Studierenden, sondern auch für mich jedes Semester weiterzuentwickeln und hoffentlich noch interessanter zu gestalten.“