01.09.2015 | Magazin:

»Das neue Altern«: Vortrag von Professorin Ursula Staudinger im Audimax Preisträgerin des Braunschweiger Forschungspreises spricht über Chancen des demografischen Wandels

Professorin Ursula Staudinger, Preisträgerin des Braunschweiger Forschungspreises, kommt auf Einladung der Technischen Universität Braunschweig, der Stadt Braunschweig und der ForschungRegion Braunschweig am Dienstag, 15. September 2015 , um 18.30 Uhr ins Audimax. Zu ihrem Vortrag über die Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels sind Interessierte herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Es sind starke Thesen, die Prof. Dr. Ursula M. Staudinger vertritt: „Das menschliche Gehirn bleibt bis ins hohe Alter hinein veränderbar“; „Geistige Leistungsfähigkeit lässt sich auch im Alter steigern“; Das sind zwei der Aussagen, die sich auf der Internetseite der Alternsforscherin finden, die im vergangenen Jahr mit dem mit 30.000 Euro dotierten Braunschweiger Forschungspreis ausgezeichnet wurde. Wie sich diese Veränderbarkeit des Alternsprozesses nutzen und gestalten lässt, erklärt sie in ihrem öffentlichen Vortrag.

„Menschen leben heute etwa 30 Jahre länger, als dies noch vor 100 Jahren der Fall war. Wir sind gesünder, fitter und haben einen höheren Lebensstandard“, sagt Staudinger und folgert daraus: „Die typische Dreiteilung der Lebensabfolge in Bildung, Arbeit und Ruhestand ist nicht mehr zeitgemäß.“ Die Direktorin des Columbia Aging Centers an der Columbia University in New York ruft dazu auf, das Altern nicht als Hindernis und Problem zu sehen, sondern ausdrücklich als Chance zu begreifen und eröffnet damit eine für viele völlig neue Sichtweise.

Staudinger, die zu den weltweit führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Alternswissenschaften zählt, erforscht dabei insbesondere die Potenziale älterer Arbeitnehmer. Ihnen wird in einer alternden Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle zuteil.

Zur Person

Prof. Dr. Ursula M. Staudinger. (Foto: privat)

Prof. Dr. Ursula M. Staudinger. (Foto: privat)

Prof. Dr. Ursula M. Staudinger Staudinger zählt zu den weltweit führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Alternswissenschaften und wurde unter anderem im Jahr 2014 mit dem Braunschweiger Forschungspreis für ihre herausragenden Forschungsleistungenausgezeichnet.

Sie ist seit Juli 2013 Gründungsdirektorin des Robert N. Butler Columbia Aging Centers an der Columbia University, New York. Zuvor war sie Vizepräsidentin der Jacobs University Bremen und Gründungsdekanin des Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development. Weitere berufliche Stationen umfassten unter anderem das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und die TU Dresden. Staudinger hat Psychologie an der Universität Erlangen und an der Clark University, Massachusetts (USA), studiert. Sie promovierte 1988 zum Dr. phil. und habilitierte 1997 an der Freien Universität Berlin.

Prof. Dr. Staudinger berät die Deutsche Bundesregierung in Altersfragen und ist unter anderem Vizepräsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und deren Foreign Secretary, Kuratoriumsvorsitzende des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und Mitglied der Academy of Europe.