24.09.2013 | Magazin:

Carl-Wilhelms-Bräu: TU-Studierende erringen den zweiten Platz beim Brauwettbewerb

Zwölf Mitglieder der studentischen Braugruppe „Carl-Wilhelms-Bräu“ der TU Braunschweig erringen mit ihrem selbst gebrauten Steinbier den wohlverdienten 2. Platz beim 4. Internationalen Brauwettbewerb am 14. September 2013 im Herzen Hamburgs .

Hmmm … Die Braugruppe Carl-Wilhelms-Bräu bei der Verkostung.

Die Studierenden aus Braunschweig behaupteten sich gegen starke Konkurrenz aus ganz Deutschland und Österreich. Einzig das „Schwarze Glück“, ein nach Kaffee schmeckendes Oatmeal Stout, der Gruppe „Erwins beste Flaschen“ aus Bielefeld konnte die Gaumen der Jury noch mehr entzücken. Auf dem dritten Platz folgte ein trinkbares Festbier aus Erlangen. Die Hannoveraner wurden mit ihrem VE-Øl – einem WD-40 Pendant – auf den vierten Platz verwiesen.

Beim Brauwettbewerb handelt es sich um ein jährlich stattfindendes Event, dass von der „Campusperle“, der Braugruppe der TU HH, organisiert wird. Studentische Brauerinnen und Brauer treten mit ihren teilweise sehr außergewöhnlichen Kreationen gegeneinander an und versuchen die fachkundige Jury von sich und ihrem Getränk zu überzeugen. Neben vielen klassischen Bieren werden immer wieder gänzlich neue Kreationen wie Bubble Bier, Baumbier und Bier aus Algen präsentiert.

Im Anschluss an den eigentlichen Wettbewerb haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ausgiebig bei der Konkurrenz zu probieren und zu fachsimpeln. Damit das alles nicht auf nüchternen Magen und beim berühmt berüchtigten „Hamburger Schietwetter“ geschehen muss, hat die Ratsherrn Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen auch in diesem Jahr wieder freundlicherweise Lokalität und Verpflegung vom Grill zur Verfügung gestellt.

Mit Steinen den Weg aufs Siegerpodest gepflastert

Stein + Bier? Steinbier, nach altem Rezept

Das Steinbier von Carl-Wilhelms-Bräu wird nach einem sehr alten und beinahe in Vergessenheit geratenen Verfahren gebraut. Die Bierwürze wird nicht wie heutzutage üblich von unten geheizt, sondern mit heißen Granitsteinen gekocht. In der Würze enthaltener Zucker karamellisiert hierbei an den heißen Steinen. Dabei werden Rauch- und Karamellaromen ins Bier eingebracht. Das Verfahren geht bereits auf das Mittelalter zurück. Aus Mangel an feuerfestem Kochgeschirr wurden damals Steine zum Kochen verwendet. Da hierbei auch Fremdstoffe in die Würze eingebracht werden, starb das Verfahren mit dem Aufkommen von besseren Kochutensilien langsam aus. Nur noch wenige Kleinbrauereien bieten heutzutage kommerziell Steinbier an.

Carl-Wilhelms Bräu: Die Brau-Gruppe nennt sich in Anlehnung an den Namensgeber der Technischen Universität Braunschweig „Carl-Wilhelms-Bräu“. Sie hat inzwischen eine Mannschaftsstärke von 21 Mitgliedern verschiedenster Fachrichtungen, von Maschinenbau bis zur Biotechnologie, und wird vom Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik betreut. Gebraut wird regelmäßig ca. einmal im Monat mit haushaltsüblichen und zum Teil selbstgebauten Mitteln. In diesem Jahr wurde der Hopfenanbau im botanischen Garten der Universität begonnen.