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„Der Schlächter von Culloden“. Wilhelm August, Herzog von Cumberland, der „Herzog von Kummerland“ 10.01.2019 | 19:00 Uhr - 20:30 Uhr

Im Zentrum der Ereignisse, die am 8. September 1757 zur Konvention von Kloster Zeven führten, stand der britische Heerführer Prinz Wilhelm August, Herzog von Cumberland. Als dritter Sohn des englischen Königs Georg II. und seiner Ehefrau Caroline 1721 in London geboren, übernahm Wilhelm August 1746 den Oberbefehl gegen die schottischen Truppen des Thronprätendenten Charles Edward Stuart („Bonnie Prince Charlie“), die in der Schlacht bei Culloden vernichtend geschlagen wurden. Der Sieger befahl, alle Verwundeten und Gefangenen hinzurichten. Etwa 450 Verwundete wurden noch auf dem Schlachtfeld getötet, eine große Zahl schließlich in einer Scheune bei lebendigem Leib verbrannt. Danach zogen die Briten marodierend durch das schottische Hochland und töteten jeden Anhänger der Stuarts, den sie aufspüren konnten. Dieses barbarische Vorgehen brachte dem Herzog von Cumberland den Beinamen „Schlächter von Culloden“ ein, weshalb der braunschweigische Schriftsteller Wilhelm Raabe ihn in seinem Roman „Hastenbeck“ auch zutreffend als „Herzog von Kummerland“ bezeichnete.

Wilhelm August wurde als britischer Nationalheld gefeiert und vom König zum Generalkapitän aller britischen Truppen ernannt. Militärisch erlitt der Herzog von Cumberland mit der Schlacht bei Hastenbeck 1757 seine größte Niederlage, die zur Konvention von Kloster Zeven führte. König Georg II. empfand die Tatsache, dass damit seine hannoverschen Stammlande an die Franzosen fielen, als so schmachvoll, dass er seinen Sohn von allen militärischen Kommandos entband und nach England zurückbeorderte. Vom Vater verachtet und gesellschaftlich geächtet, lebte Wilhelm August zurückgezogen auf Schloß Windsor, wo er am 31. Oktober 1765 starb.

Referent/in

Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel

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