30. September 2026 | Presseinformationen:

Niedersachsen erreicht nächste Runde der Quantum Computing Competition Konsortium mit TU Braunschweig zur Vollantragstellung aufgefordert

Das niedersächsische Konsortium hat es geschafft: Angeführt von der Ausgründung aus dem Quantum Valley Lower Saxony, Qudora Technologies, hat Niedersachsen die nächste Stufe der Quantum Computing Competition des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) erreicht. Nach erfolgreicher Begutachtung der Projektskizze wurde das Konsortium zur Einreichung eines Vollantrags mit einem Gesamtvolumen von 122 Millionen Euro im Projekt NFQC-1k aufgefordert. Als Forschungspartner entwickelt die Technische Universität Braunschweig im Projekt Schlüsseltechnologien, die die Skalierfähigkeit des niedersächsischen Quantencomputers sicherstellen sollen.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung skalierbarer Quantencomputer auf Basis von Ionenfallen – einer Technologie, die in Niedersachsen über viele Jahre strategisch aufgebaut wurde. Für das nun zur Vollantragstellung eingeladene Projekt ist ein Gesamtvolumen von rund 122 Millionen Euro vorgesehen, das sich auf alle sieben Konsortialpartner verteilt. Die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen wurden insbesondere an der Technischen Universität Braunschweig, der Leibniz Universität Hannover und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entwickelt und im Quantum Valley Lower Saxony (QVLS) zusammengeführt.

Ein wichtiger Meilenstein war das 2021 gestartete Projekt QVLS-Q1 zum Aufbau eines 50-Qubit-Ionenfallen-Quantencomputers, das mit rund 25 Millionen Euro durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die VolkswagenStiftung gefördert wurde. Mit dem Anschlussprojekt BRIQ wurde die Weiterentwicklung der Technologieplattform fortgeführt. Damit wurde in Niedersachsen früh und langfristig in eine eigene Ionenfallen-Technologie investiert – von der Grundlagenforschung über die technologische Skalierung bis zum Transfer in die Wirtschaft.

Aus diesem Umfeld ist Qudora Technologies hervorgegangen. Das Unternehmen übernimmt heute die industrielle Führung des Konsortiums, dem neben den niedersächsischen Partnern auch das Forschungszentrum Jülich, NXP Semiconductors und AQT Deutschland GmbH angehören. Qudora Technologies ist in nationalen und europäischen Projekten aktiv und hat seine internationale Präsenz unter anderem mit einem Standort in Japan ausgebaut.

TU Braunschweig entwickelt Schlüsseltechnologien

Als Gründungsmitglied der niedersächsischen Quantenallianz Quantum Valley Lower Saxony (QVLS) bringt die TU Braunschweig ihre ingenieurswissenschaftlichen Stärken in das Projekt ein. Dabei kommen vor allem die starken Synergien mit dem Nitride Technology Center (NTC) zum Tragen. An dem international herausragenden Standort für Halbleitertechnik und Mikroelektronik entwickeln zum einen die Arbeitsgruppen von Professor Andreas Waag und Professorin Stefanie Kroker optische Komponenten, die bisherige Quantencomputerbauteile durch deutlich kompaktere und robustere ersetzen sollen. Zum anderen entwirft die Arbeitsgruppe um Professor Vadim Issakov elektrische Schaltungen, die in der kryogenen Umgebung der gefangenen Ionen nicht nur präzise Signale erzeugen, sondern auch die großen Herausforderungen im Temperatur-Management von Quantencomputern angehen. Beide Bereiche sind Teil der zu errichtenden Pilotlinie zur Produktion von Ionenfallen-Quantenprozessoren.

Die Quantum Computing Competition der Bundesregierung

Die Quantum Computing Competition ist Teil der Hightech Agenda Deutschland. Quantencomputing zählt darin zu den strategischen Schlüsseltechnologien. Im internationalen Wettbewerb rücken neben der Leistungsfähigkeit einzelner Qubits insbesondere Skalierung, Fehlerkorrektur und industrielle Wertschöpfungsketten in den Fokus. Zu den relevanten Hardwareplattformen gehören Ionenfallen, neutrale Atome und supraleitende Quantenschaltkreise.

Die Einladung zur Vollantragstellung zeigt damit zugleich die Entwicklung des niedersächsischen Quantenökosystems: von langfristig geförderter Spitzenforschung über eigene Technologieplattformen und Ausgründungen bis zur industriellen und internationalen Skalierung

Stimmen aus Niedersachsen

Falko Mohrs, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur:

„Es ist eine hervorragende Nachricht, dass QVLS die nächste Runde des Quantum Computing-Wettbewerbs erreicht hat. Niedersachsen spielt in der ersten Liga der Quantentechnologie und ist einer der führenden Standorte in Deutschland und Europa. Unsere langfristigen Investitionen in den Aufbau des Quantum Valley Lower Saxony zahlen sich aus. Mit QUDORA, unseren Hochschulen, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und starken Partnern aus Wissenschaft und Industrie sind wir ideal aufgestellt, um eine zentrale Rolle bei der Entwicklung fehlertoleranter Quantencomputer zu spielen. Gemeinsam mit der Bundesregierung wollen wir diesen Vorsprung nutzen, um den Übergang von Quantentechnologien in praktische Anwendungen zu beschleunigen und technologische Innovationen, wirtschaftliche Wertschöpfung sowie hochqualifizierte Arbeitsplätze in Niedersachsen zu schaffen.“

Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig:

„Gemeinsam mit unseren Partnern im QVLS ist es uns gelungen, Niedersachsen zu einem international herausragenden Quantencomputing-Standort auszubauen. Dafür haben unter anderem die Forschenden vom Nitride Technology Center (NTC) wichtige Grundlagen geschaffen. Jetzt sind wir exzellent aufgestellt, die nächsten Schritte bei der Skalierung des niedersächsischen Quantencomputers zu gehen.“

Prof. Dr. Cornelia Denz, Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

„Skalierbare Quantencomputer erfordern ein Höchstmaß an Präzision und reproduzierbare Technologien – genau hier bringt die PTB ihr besonderes Fachwissen ein.“

Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität Hannover

„Die Quantencomputertechnik ist ein Paradebeispiel dafür, wie langfristige Spitzenforschung zu technologischen Innovationen und einem erfolgreichen Technologietransfer führen kann.“