31.10.2013 | Presseinformationen:

Forschungsprojekt zur Sicherheit im Luftverkehr gestartet: Persönlichkeitstests sollen Luftsicherheit erhöhen

Die effektive Kontrolle von Reisenden und Fracht ist an den Flughäfen beim Eintritt und Verlassen der Sicherheitsbereiche das zentrale Thema. Für den erfolgreichen Einsatz technischer Kontrollen ist dabei vor allem das dort eingesetzte Fachpersonal für Luftsicherheit verantwortlich. Seine Aufgabe ist es, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und damit sicherheitsrelevante Vorfälle zu verhindern.

Hier setzt das Projekt „RISKLES“ zur Implementierung eines standardisierten Personalentwicklungsprozesses zur Risikominimierung beim Einsatz von Fachleuten für Flughafensicherheit an. Innerhalb des Projekts, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, entwickelt und validiert die Abteilung Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Forensische Psychologie der Technischen Universität Braunschweig ein standardisiertes Persönlichkeitstestverfahren zur Personalauswahl und Weiterbildung von Fachleuten für Flughafensicherheit.

Insgesamt arbeiten sieben Forschungs- und Unternehmenspartnern im Forschungsprojekt RISKLES an der Verbesserung von Personalentwicklungsmethoden, die die fachlichen Fähigkeiten der Flughafenmitarbeiter stärken, indem neueste Ansätze aus der Sicherheitsforschung, dem Wissensmanagement und der Psychologie in das Personalmanagement einfließen.

„In sicherheitsrelevanten Arbeitsbereichen geht es nicht nur darum Mitarbeiter einzustellen, die über die notwendigen aufgabenbezogenen Fähigkeiten verfügen“, erläutert Prof. Dr. Daniela Hosser, Leiterin der Abteilung Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Forensische Psychologie der TU Braunschweig. „Vielmehr sollten die Stelleninhaber auch Arbeitseinstellungen und Persönlichkeitsmerkmale aufweisen, die sie als gefahrenbewusste, gewissenhafte und vertrauenswürdige Fachkräfte ausweisen. Unter anderem durch den Einsatz von weitgehend standardisierten und verfälschungsresistenten Persönlichkeitstestverfahren, die spezifisch auf den jeweiligen Arbeitsbereich abgestimmt sind, soll die Auswahl sowie Aus- und Weiterbildung von Fachkräften professionalisiert werden.“

Dirk Fischlein, Geschäftsführer bei SECURITAS Aviation, fügt hinzu: „In einem erheblich personalintensiven Bereich wie den Flughäfen überrascht es, das der Faktor Personal bisher kaum bei der sicherheitsrelevanten Forschung Beachtung fand. Genau hier soll unser Projekt ansetzen und gezielt die aktuellen Herausforderungen beim Einsatz von Fachpersonal zur Flughafensicherheit aufgreifen.“

Das Projekt RISKLES läuft im Rahmenprogramm der Bundesregierung „Forschung für die zivile Sicherheit“, innerhalb der Bekanntmachung: „Sicherheit im Luftverkehr“. Es wird mit einer Laufzeit zweieinhalb Jahren vom BMBF gefördert.

Kontakt
Prof. Daniela Hosser
Institut für Psychologie der TU Braunschweig
Tel.: 0531 / 391-2815
E-Mail: daniela.hosser@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/psychologie/abt/epf