18.04.2016 | Presseinformationen:

Ein Forschungsbau für die Nanomesstechnik Grundsteinlegung für das Carolo-Wilhelmina Forschungszentrum LENA

Nanotechnologie umfasst ein breites Spektrum zukunftsweisender Querschnitts­technologien. Ein Schlüssel zu ihrer Weiterentwicklung ist eine präzise Messtechnik, um Nanosysteme zu beschreiben, zu verstehen und herzustellen. Zur Stärkung des Forschungsschwerpunkts Nanometrologie baut das Land Niedersachsen für die TU Braunschweig ein neues Gebäude für das Forschungszentrum LENA. Bund und Land investieren gemeinsam über 33 Millionen Euro in den Forschungsbau. Er wird über eine hervorragende Ausstattung an Großgeräten für die Nanoanalytik verfügen.

Bei der Grundsteinlegung (von links): Prof. Andreas Waag, Sprecher des LENA, Renate Müller-Steinweg, Staatliches Baumanagement, Annegret Ihbe, Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig, Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Wissenschaftsministerin, Prof. Joachim Ullrich, Präsident der PTB, Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig, Prof. Meinhard Schilling, Mit-Initiator des LENA an der TU Braunschweig.

Bei der Grundsteinlegung (von links): Prof. Andreas Waag, Sprecher des LENA, Renate Müller-Steinweg, Staatliches Baumanagement, Annegret Ihbe, Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig, Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Wissenschaftsministerin, Prof. Joachim Ullrich, Präsident der PTB, Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig, Prof. Meinhard Schilling, Mit-Initiator des LENA an der TU Braunschweig.

Das Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA) ist ein Forschungszentrum der Technischen Universität Braunschweig, das in enger Kooperation mit der Physikalisch Technischen Bundesanstalt Braunschweig gegründet wurde und in Kooperation der beteiligten Institute bereits betrieben wird. Als Carolo-Wilhelmina-Forschungszentrum ist das LENA eine zentrale Einrichtung der TU Braunschweig. Es bündelt die interdiszipli­näre Forschung auf dem Gebiet der Nanometrologie – dem präzisen Messen im Nano­bereich – durch Zusammenführen von Arbeitsgruppen aus dem Ingenieurbereich, der Physik, Chemie und Lebenswissenschaften.
Das LENA vereint aktuell Institute aus den Fakultäten Lebenswissenschaften, Maschinen­bau und  Elektrotechnik, Informationstechnik, Physik der Technischen Universität Braunschweig mit den Abteilungen Elektrizität, Chemische Physik und Explosionsschutz sowie Optik und Fertigungsmesstechnik der Physikalisch Technischen Bundesanstalt.

Stimmen zur Grundsteinlegung

Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig, erläuterte in seiner Begrüßung die Erfolgsgeschichte des LENA. Er würdigte besonders die Initiative der der Institute von Prof. Andreas Waag (Sprecher des LENA) und Prof. Meinhard Schilling sowie ihrer Partner an der PTB. Bereits jetzt werden, so Hesselbach, in Braunschweig Spitzen­forschung betrieben und High-Tech-Produkte auf dem wichtigen Zukunftsfeld der Nanomesstechnik gefördert.

„Mit dem Forschungsneubau LENA entsteht in Braunschweig ein weiterer Leuchtturm für die Forschung. Dadurch ist es möglich, in enger Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt den Forschungsbereich der Messtechnik auszubauen“, sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić. „Durch LENA wird nicht nur der Wissenschaftsstandort Braunschweig gestärkt. Die Aktivitäten am Zentrum sind auch ein wichtiger Bestandteil der Forschungsallianz zwischen den Universitäten Hannover und Braunschweig und somit für die Region von herausragender Bedeutung.“

„Das LENA steigert die Attraktivität des Forschungsstandortes Braunschweig nicht nur für hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch – davon bin ich überzeugt –  für Investoren und Unternehmen“, ergänzte Bürgermeisterin Annegret Ihbe als Vertreterin der Stadt Braunschweig.

„Für die PTB markiert die heutige Grundsteinlegung von LENA den Aufbruch in eine neue Phase der bisher schon exzellenten Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig. Mit der Nanometrologie engagieren sich Universität und PTB in einem Zukunftsfeld, das durch die Klammer „Metrologie“ beide Partner stärkt. Die PTB verspricht sich aus dieser Zusammenarbeit der besten Köpfe aus den verschiedensten wissenschaftlich-technischen Gebieten eine Vorreiterstellung für die Partner im globalen Wettbewerb, nicht zuletzt für das Gewinnen von wissenschaftlichem Nachwuchs und für das Training von jungen Wissenschaftlern“, so Prof. Dr. Joachim Ullrich, Präsident der PTB.

Über die gute Kooperation mit der PTB freut sich auch Prof. Dr. Andreas Waag, der Sprecher des LENA. „Nanotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahr­hunderts. Deren Beherrschung erfordert neue nanometrologische Methoden, ohne die eine Weiterentwicklung, aber auch Bewertung der Chancen und Risiken der Nano­technologie nicht möglich ist. Das Forschungszentrum LENA widmet sich genau dieser Aufgabe“, erklärte er. „Wir erwarten, dass LENA zu einem international sichtbaren Zentrum für Nanometrologie wird.“

Der Forschungsbau Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA) in Stichworten

Skizze vom Neubau des Forschungszentrums LENA. Quelle: RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Meyer GbR

Kosten

  • Investitionsvolumen: 33.134.000 € Euro. Der Um- und Neubau am Standort
  • „Langer Kamp“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Zentrum für Pharmaverfahrens­technik“ (PVZ) wird finanziert durch Bund und Land Niedersachsen (Bundesanteil aktuell 14.515.500 Euro).
  • Davon entfallen auf den Neubau des Bürogebäudes und den Umbau der Halle rund 22 Millionen Euro.
  • Erstausstattung der Gebäude: 1.946.300 Euro
  • Forschungsgroßgeräte: 9.160.000 Euro

Ausstattung

  • Eine wesentliche Besonderheit des Forschungszentrums LENA ist die vorgesehene Ausstattung mit nanoanalytischen Großgeräten, die die analytische Infrastruktur der TU Braunschweig wesentlich ergänzen. Neben bildgebenden Verfahren spielen orts- und zeitaufgelöste Spektroskopische sowie Oberflächen-spektroskopische Analyseverfahren ebenso wie Verfahren zur Partikelcharakterisierung und Nanomanipulation eine wesent­liche Rolle. Im Rahmen des Forschungsbaus wurden zehn Großgeräte (9.160.000 Euro), sowie kürzlich ein weiteres (elftes) Gerät aus einem Zusatzantrag mit (1.200.000 Euro) jeweils vorbehaltlich der Zustimmung der DFG zu den entsprechenden Großgeräte­anträgen genehmigt. Größtes Gerät und Herzstück wird ein Hochauflösendes Trans­missions-Elektronenmikroskop (HR-TEM) für das 3.500.000 Euro veranschlagt sind.

Neubau

  • Hier entstehen Büro- und Seminarräume mit einer Hauptnutzfläche von 1.115 m² (Abmessung 53,5 x 14,2 Meter)

Um- und Neubau Bestandsgebäude

  • Dabei handelt es sich um einen von Walter Henn (einem ehemaligen Professor für Industriebau der TU entworfenen Hallenbau, der Teil eines 1961‐ 1965 realisierten Ensembles, war, das ursprünglich dem Denkmalschutz unterlag. Hier werden nun die baulichen Voraussetzungen geschaffen, um modernste Labortechnik zur Erforschung und Entwicklung metrologischer Methoden und Normale für nanoskalige Materialien zu integrieren. Es entsteht eine Hauptnutzfläche für Labore und Großgeräte von 1.418 m² (Abmessung 34 x 45,4 Meter). Das Gebäude wird über einen Verbindungsbrückengang an den Neubau 3331 angeschlossen.

Nutzung

  • Die Hauptnutzfläche von insgesamt 2.574 m² schafft Arbeitsraum für über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im LENA forschen zwölf Mitglieder bzw. Professoren aus drei Fakultäten der TU Braunschweig sowie acht PTB-Mitglieder aus vier Abteilungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Zusätzlich werden mehrere Nachwuchsforschergruppen im LENA-Arbeiten.

Bauzeitraum

  • Baubeginn (Bauschilderrichtung am Langen Kamp 6): 13. Januar 2015,
  • Grundsteinlegung: 18. April 2016,
  • Richtfest: September 2016,
  • geplante Fertigstellung: Herbst 2017

Architektur, Planung und Ausführung:

  • Projektleitung und Projektsteuerung: Staatliches Baumanagement, Braunschweig
  • Architekten und Bauleitung: Arbeitsgemeinschaft RKW-Meyer GbR, Düsseldorf
  • Technische Gebäudeausrüstung: PbR Planungsbüro ROHLING AG, Osnabrück
  • Tragwerksplanung: Wetzel & von Seht, Hamburg