Braunschweiger Brandschutz-Tage: Vier Jahrzehnte für mehr Sicherheit 40. Jubiläum der Tagung im Audimax der TU Braunschweig
Brände verhindern, Risiken erkennen und Leben schützen: Bereits seit 1987 treffen sich in Braunschweig Fachleute, die sich dieser anspruchsvollen Aufgabe verschrieben haben. Zum 40. Jubiläum der Braunschweiger Brandschutz-Tage kommen vom 30. September bis 1. Oktober 2026 im Audimax der Technischen Universität Braunschweig erneut Expert*innen aus Wissenschaft, Behörden und Praxis – darunter Feuerwehren, Ingenieurbüros und Versicherungen – zusammen, um über aktuelle Entwicklungen eines sich wandelnden Bauwesens zu diskutieren. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Lösungen für Bestandsgebäude und deren Umnutzung sowie neuen Brandschutzvorschriften.
„Sicherheit ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und wissenschaftliche Erkenntnisse sind eine wichtige Grundlage, um sie zu gewährleisten. Die Braunschweiger Brandschutz-Tage leisten seit vier Jahrzehnten einen wertvollen Beitrag dazu. Dieses Jubiläum steht für eine Erfolgsgeschichte, auf die wir als Universität sehr stolz sind“, sagt die Präsidentin der TU Braunschweig, Professorin Angela Ittel.
„Guter Brandschutz schützt Leben – und er muss zugleich mit den Veränderungen beim Bauen Schritt halten. Wenn wir bestehende Gebäude anders nutzen, mehr mit Holz bauen oder neue Energie- und Gebäudetechnik einsetzen, brauchen wir Lösungen, die Sicherheit und Innovation zusammenbringen. Genau dafür ist der Austausch zwischen Wissenschaft, Behörden und Praxis so wichtig. Die Braunschweiger Brandschutz-Tage leisten diesen Wissenstransfer seit 40 Jahren. Das ist eine beeindruckende Erfolgsgeschichte aus Niedersachsen mit Wirkung weit über die Landesgrenzen hinaus“, sagt Niedersachsens Wirtschafts- und Bauminister Grant Hendrik Tonne.
Von der Forschung in die Praxis
Als 1987 die erste Tagung unter Leitung von Professor Dietmar Hosser stattfand, war Brandschutz noch keine eigenständige Fachdisziplin und die ersten Brandschutzbüros waren gerade in Gründung. Der verheerende Brand am Düsseldorfer Flughafen im Jahr 1996, bei dem 17 Menschen starben, war eine Zäsur. Seitdem hat sich der Brandschutz erheblich professionalisiert. So kamen unter anderem neue Regelungen zu Rauchmeldern, Sprinkleranlagen und Rettungswegen hinzu. Heute stellen nachhaltige Baustoffe, innovative Energietechnik, intelligente Gebäudesysteme und veränderte Nutzungen die Fachleute vor neue Aufgaben.
„Ein Markenzeichen der Braunschweiger Brandschutz-Tage war schon damals – und ist es bis heute geblieben – Inhalte aus der Forschung in die Praxis zu übertragen,“ sagt Professor Jochen Zehfuß, wissenschaftlicher Tagungsleiter und Leiter des Fachgebiets Brandschutz im Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der TU Braunschweig. „Die vergangenen 40 Jahre haben gezeigt, wie wichtig dieser ständige Austausch für die Weiterentwicklung des Brandschutzes ist.“
Die Rekonstruktion der Brandkatastrophe in Crans-Montana
Neben dem Rückblick auf vier Jahrzehnte vorbeugenden Brandschutz stehen in diesem Jahr der Holzbau sowie Bestandsgebäude und deren Umnutzung im Zentrum der Tagung. So werden Brandschutzlösungen und -konzepte am Beispiel der Allianz Arena, einer zur Kulturstätte umgenutzten ehemaligen Werft in Lübeck und des großen ehemaligen Verlagsgebäudes am Baumwall in Hamburg vorgestellt.
Ein besonders eindrücklicher Programmpunkt widmet sich der Brandkatastrophe im schweizerischen Crans-Montana in der Silvesternacht 2025. In einem Vortrag wird das Ereignis rekonstruiert und die Untersuchungen zum Brandverlauf vorgestellt. „Hier wird gezeigt, welche verheerenden Auswirkungen es haben kann, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden“, so Professor Zehfuß.
Darüber hinaus präsentieren Expert*innen Erkenntnisse darüber, wann Fehlalarme auftreten und wie diese vermieden werden können. Ein weiteres Thema sind die Wechselwirkungen von PV- und Rauchabzugsanlagen sowie wichtige Neuerungen im Vorschriftenbereich.
Einen weiteren Höhepunkt bildet die Verleihung des bundesweit einmaligen Brandschutz-Nachwuchspreises für herausragende studentische Arbeiten am 30. September.
Über die Brandschutz-Tage
Die „Braunschweiger Brandschutz-Tage“ zählen zu den bedeutendsten Brandschutz-Fachtagungen im deutschsprachigen Raum. Rund 500 im Brandschutz tätige Ingenieur*innen aus Bauaufsichtsbehörden, Feuerwehren, Versicherungen, Ingenieurbüros, Industrie, Prüfanstalten und Forschungseinrichtungen kommen auf Einladung des Instituts für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der TU Braunschweig einmal im Jahr zum Informations- und Gedankenaustausch zusammen.
Braunschweiger Brandschutz-Tage:
30. September bis 1. Oktober 2026
Audimax der TU Braunschweig, Universitätsplatz 3, 38106 Braunschweig
Programm 30. September
10:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
Prof. Dr. Jochen Zehfuß, Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der TU Braunschweig
10:10 Uhr Grußworte zum 40. Jubiläum der Fachtagung
Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig
Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen
10:30 Uhr Festvortrag – Entwicklung des Brandschutzes in den letzten 4 Dekaden
Prof. Dr. Dietmar Hosser und Prof. Dr. Jochen Zehfuß
Ab 11:30 Uhr Fachprogramm
Weitere Informationen und das komplette Programm: www.brandschutztage.info