09.02.2012 | Magazin:

„Zu zweit macht Wissenschaft mehr Freude!“ Praktikantinnen gemeinsam auf der Spur innovativer Beschichtungen

Über 100 Mitarbeiter forschen am Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) täglich an der Entwicklung innovativer Fertigungstechniken, um Solarzellen, Flachbildschirmen, Werkzeugen oder Motorteilen neuartige Eigenschaften zu verleihen. Im Rahmen des Programms Pinut der TU Braunschweig werden Schülerinnen Einblicke in diese spannende Wissenschaftswelt ermöglicht: Aktuell absolvierten zwei junge Frauen gleichzeitig ein dreiwöchiges Praktikum am IST, denn nicht nur in der Oberflächentechnik gilt: Zu zweit macht Wissenschaft mehr Freude!

„Am Besten hat mir gefallen, dass wir viel praktisch erleben durften. Wir wurden vom ersten Tag an ins Institutsleben einbezogen und konnten beispielweise helfen, eine Anlage zu reparieren. Am Ende funktionierte sie wieder und wir waren mehr als ein kleines bisschen stolz auf uns!“ berichtet Pinut-Praktikantin Madita Giesecke aus Wolfenbüttel begeistert.

Forschungsschwerpunkt des IST ist die Behandlung von Werkstoff-Oberflächen, so dass die entstehenden extrem dünnen Schichten kratzfest, leitfähig oder einfach härter sind und länger halten. Unter anderem erhalten Solarzellen auf diese Weise Eigenschaften, die die Energieausbeute erhöhen und eine neue Solarzellen-Generation ermöglichen. Die Schülerinnen erhielten während ihrer Zeit am IST eine umfassende Einführung in verschiedene Mikroskopietechniken, in die instrumentelle Analytik und in moderne Beschichtungsverfahren und natürlich ins Arbeitsleben allgemein.

„Mir hat beim Praktikum sehr gut gefallen, dass wir bei praktischen Aufgaben mithelfen konnten und nicht nur zuschauen mussten“, blieb Johanna Rust, die zusammen mit Madita am IST war, in positiver Erinnerung, „Wir haben zum Beispiel in der Analytik mit dem Kalottenschliffverfahren die Verschleißbeständigkeit von Schichten bestimmt“, so die Schülerin des Braunschweiger Gymnasiums Martino Katharineum.

„Die Förderung junger Menschen, die Interesse an den Forschungsbereichen des Instituts haben, ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. So absolvieren bereits seit mehreren Jahren Schülerinnen im Rahmen von Pinut ein zwei bis dreiwöchiges Praktikum am Fraunhofer IST“, erläutert Dr. Simone Kondurweit, Pressesprecherin des IST, wo seit über zwanzig Jahren in Braunschweig an den modernsten Materiallösungen der Welt gearbeitet wird. „Die Besonderheit bei dem dreiwöchigen Schülerpraktikum ist der direkte Praxisbezug, auf den wir viel Wert legen. Praktika laufen bei uns nicht immer gleich ab und werden so abwechselungsreich wie möglich zu gestaltet. Gerade diese Vielseitigkeit hat auch unsere beiden Praktikantinnen Madita und Johanna sehr begeistert.“

Das vom Braunschweigischen Hochschulbund geförderte Programm Pinut (Praktika in Naturwissenschaft und Technik für Schülerinnen) ist ein umfassendes Angebot der Fakultät für Maschinenbau, bestehend aus 17 verschiedenen Praktika mit Technikschwerpunkt und intensiver Betreuung für Gymnasiastinnen ab Klasse 9. Ziel ist es, Schülerinnen zur Aufnahme eines technischen Studiums zu motivieren.

Weitere Informationen unter: www.tu-braunschweig.de/pinut