Wechselhafte Geschichte: Nach seiner zufälligen Erfindung 1706 trat das Berliner Blau zunächst einen Siegeszug in der Staffelmalerei an, bevor es im 19. Jahrhundert als Mittel zur Fiebersenkung und gegen Malaria eingesetzt wurde. Dann verschwand es wieder von der medizinischen Bildfläche – und fand sich ab 1976 als Gegenmittel bei Thallium- und Cäsiumvergiftungen wieder. Während Thalliumvergiftungen heutzutage keine große Rolle mehr spielen (bis in die 70er Jahre war es als Rattengift verfügbar) ist der Farbstoff in der Behandlung von Cäsiumvergiftungen unersetzlich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt ihn auf der Liste unentbehrlicher Arzneimittel. Präparate waren nach dem Reaktorunglück in Fukushima verstärkt im Einsatz. Bildnachweis: Marisol Glasserman/TU Braunschweig

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