22.07.2014 | Magazin:

Stolperschwelle zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der TH Braunschweig wurde vor dem Altgebäude verlegt

2014_07_22_Stolperschwelle_1_webIn der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft wurden über 50 Angehörige der TH Braunschweig von der Hochschule vertrieben, entlassen oder in anderer Weise diskriminiert oder verfolgt; manche wurden in Konzentrationslager verschleppt, einzelne sogar ermordet. Opfer waren Frauen wie Männer, Professoren wie Studenten, Arbeiter wie Assistenten. Dabei waren Art und Ausmaß der Verfolgung jeweils sehr verschieden.

Die Technische Universität Braunschweig bekennt sich zu dieser Geschichte und arbeitet seit geraumer Zeit die Zeit nationalsozialistischer Verfolgung an der Hochschule wissenschaftlich auf. Auf Initiative von Präsidium und Senat und mit Unterstützung durch die Stadt Braunschweig haben am 22. Juli 2014 an der Freitreppe vor dem Altgebäude der TU Braunschweigder Kölner Bildhauer Gunter Demnig in Verbindung mit dem Verein „Stolpersteine für Braunschweig e.V.“ eine Stolperschwelle zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der TH  Braunschweig 1930 bis 1945 verlegt.

Die Stolperschwelle trägt die Inschrift
IN ERINNERUNG AN DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS
AN UNSERER HOCHSCHULE
DISKRIMINIERT, ENTLASSEN, VERTRIEBEN, VERFOLGT, ERMORDET

v. l. TU-Präsident Prof. Jürgen Hesselbach, der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig Ulrich Markurth, Jutta Salzmann vom Vereine Stolpersteine für Braunschweig Förderverein e. V. und der Bildhauer Gunter Demnig.

v. l. TU-Präsident Prof. Jürgen Hesselbach, der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig Ulrich Markurth, Jutta Salzmann vom Verein Stolpersteine für Braunschweig Förderverein e. V. und der Bildhauer Gunter Demnig.

Anfang 2010 hatten Präsidium und Senat eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sich die TU Braunschweig ihrer historischen Verantwortung stellt. In einer Gedenkstunde war im Beisein von Angehörigen der einzelnen Opfer  unter Nennung ihrer Namen gedacht worden. Grundlage hierfür war die unter Leitung von Hans-Ulrich Ludewig von Michael Wettern und Daniel Weßelhöft erarbeitete Studie „Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930 bis 1945.“ (erschienen 2010 im Olms-Verlag, Hildesheim). Die gemeinsame Erklärung, eine Liste der Opfer sowie einige ausgewählte Biographien sind auf den Interseiten des Universitätsarchivs abrufbar (siehe Link unten).

Während mit Stolpersteinen an einzelne Opfer des Nationalsozialismus erinnert wird (so wurden für einzelne Opfer der Verfolgung an der TH bereits einzelne Stolpersteine in Braunschweig verlegt), soll mit einer Stolperschwelle die Erinnerung an eine größere Gruppe wachgehalten werden.

Weitere Informationen:
www.biblio.tu-bs.de/universitaetsarchiv/hochschulgeschichte/opfer.html