06.12.2018 | Magazin:

Von Tragschraubern und Tandem-Kippflüglern Nachwuchsforscher berichten im Audio-Interview, woran sie forschen und wozu das gut ist

Im November 2018 vergab das Niedersächsische Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL) vier Preise an Nachwuchsforscher. Aber wofür wurden sie ausgezeichnet? Was finden sie an ihrer Arbeit spannend? Und was kann man mit dem neuen Wissen anfangen? Kurz: Es ging um neue Konzepte für Tragschrauber, den stabilen Flug von Tandem-Kippflüglern, Hubschrauber und wie sie ohne Turbulenzen Lasten transportieren sowie um grundsätzliche Fragen der Flugzeugsteuerung. Helen Looney hat mit Dr. Daniel Nonnenmacher, Yannic Beyer, Björn Brandt und Maximilian Pichler gesprochen.

Lastenstabilisierung bei Hubschraubern: Vom virtuellen Test zum Flugversuch

Der Hermann-Blenk-Forscherpreis 2018 ging an Dr. Daniel Nonnenmacher. Bildnachweis: Marisol Glasserman/TU Braunschweig

Ein Stabilisierungssystem für an Hubschraubern befestigte Außenlasten – wozu? Dr. Daniel Nonnenmacher, der das System entwickelte, erklärt: „Lasten können sich aufschwingen und zu Turbulenzen führen.“ Ein Stabilisierungssystem könne zum Beispiel bei der Seenotrettung oder beim Transport besonders schwerer Lasten wie Sandsäcke bei Überschwemmungen eingesetzt werden. Wie so ein System funktioniert, hat Nonnenmacher, der am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig arbeitet, in seiner Doktorarbeit beschrieben. Im November 2018 wurde diese mit dem Hermann-Blenk-Forscherpreis prämiert. Im Audio-Interview erzählt er über Flugversuche am Forschungsflughafen und exotische Anwendungsfälle:

Stabiler Transporter: Senkrecht starten und horizontal fliegen

Yannic Beyer erhielt einen der beiden Karl-Doetsch-Nachwuchspreise 2018. Bildnachweis: Marisol Glasserman/TU Braunschweig

Tandem-Kippflügler kombinieren den Schwebeflug eines Quadrocopters mit den Vorteilen eines konventionellen Flugzeugs. Mit einem solchen Antrieb versehen, kann ein Flugsystem senkrecht starten und dann in den Horizontalflug übergehen. Yannic Beyer vom Institut für Flugführung an der TU Braunschweig gelang es in seiner Masterarbeit, eine Drohnenmodell mit einem Tandem-Kippflügel zu entwickeln. Woher kamen die Daten für die Simulation? Und wo könnte dieses Flugsystem eines Tages eingesetzt werden? Beyer, der für seine Arbeit einen der beiden Karl-Doetsch-Nachwuchspreise 2018 gewann, berichtet darüber im Audio-Interview:

Tragschrauber – alt, unbekannt und voller Potenzial

Björn Brandts Arbeit wurde mit einem der beiden Karl-Doetsch-Nachwuchspreise 2018 geehrt. Bildnachweis: Marisol Glasserman/TU Braunschweig

Das Konzept eines Tragschraubers exisitiert bereits seit über 100 Jahren. Als autonom gesteuerte Transportsysteme könnten sie künftig noch eine große Rolle spielen – wenn man die Probleme in der Flugstabilität in den Griff bekommt. Björn Brandt vom Institut für Flugsystemtechnik des DLR in Braunschweig arbeitete im Rahmen seiner Studienarbeit an einer Lösung. Dafür erhielt Brandt, der seit 2015 im Masterstudiengang Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Braunschweig studiert, einen der beiden Karl-Doetsch-Nachwuchspreise 2018. Über seine Faszination für Tragschrauber und den Zusammenhang von Theorie und Praxis erzählt der Nachwuchswissenschaftler im Interview:

Flugzeuge besser steuern: Auftrieb durch mehr Luft

Maximilian Pichler wurde mit dem VDI Luft- und Raumfahrtpreis 2018 ausgezeichnet. Bildnachweis: Marisol Glasserman/TU Braunschweig

Normale Verkehrsflugzeuge werden durch Klappen gesteuert. Sie werden von Luft umspült bestimmen Geschwindigkeit und Richtung. Maximilian Pichler vom Institut für Flugsystemtechnik des DLR in Braunschweig untersuchte in seiner Masterarbeit ein neuartiges, aktives Klappensystem, also die Frage, ob Flugzeuge auch durch eine zusätzliche, externe Luftzufuhr unterschiedlicher Stärke an den Klappen gesteuert werden können. Hierfür erhielt er den VDI Luft- und Raumfahrtpreis 2018. Pichler, der von 2014 bis 2017 Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Braunschweig studierte, schildert im Interview seine Erfahrungen in der täglichen Forschungsarbeit: