26.11.2013 | Magazin:

Mit Brausepulver im Tank: Studierende der TU Braunschweig debütieren beim ChemCar Wettbewerb

Am 18. und 19. November 2013 nahmen Studierende der TU Braunschweig erstmals am ChemCar-Wettbewerb in Bruchsal teil. Vor den Augen von 150 Teilnehmern debütierten sie mit ihrem Fahrzeug „Blub“ und ernteten vor allem für ihr innovatives Konzept Bewunderung.

Das Brausetablettenprinzip

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Das Braunschweiger Team mit ihrem ChemCar „Blub“. Gesa Westphalen, Dirk Andersen und Julia Krüger. (Foto: Marina Bockelmann, kjVIs)

Die Idee der Studierenden Julia Krüger, Gesa Westphalen und Dirk Andersen ist kreativ wie einfach: um ihr ChemCar anzutreiben, bringen sie – frei nach dem chemischen Prinzip einer Brausetablette oder von Backpulver – Zitronensäure, Natriumhydrogencarbonat und Wasser zu einer Reaktion, bei der schließlich Kohlensäure entsteht. Dies geschieht unter strengen Sicherheitsvorschriften in einem Druckbehälter, der auch gleich die Achse des ungewöhnlichen Automobils bildet. Links und Rechts an den Seiten sind Speichenräder angebracht, die außerdem durch Metallstangen miteinander verbunden sind.

So weit, so einfach. Doch die innovative Idee hinter „Blub“ befindet sich im Antrieb des Backpulvermobils: Im Gegensatz zu den meisten Entwicklungen, die beim ChemCar Wettbewerb vorgestellt werden, braucht „BluB“ weder ein Getriebe, noch eine komplexe Übersetzung. Denn das Gas im Druckbehälter wird beim Braunschweiger ChemCar in einen Schlauch geleitet, der sich wie eine Spirale rund um die Achse ausbreitet. In ihm befinden sich Kugeln, die vom ausströmenden Gas durch den Schlauch gedrückt werden. Damit verlagert sich der Schwerpunkt und „Blub“ bewegt sich.

Platz 3 der Jury-Wertung für „BluB“
Zwei Wertungsläufe über eine Distanz von neuen Metern mussten die ChemCars absolvieren und dabei 30 % ihres Eigengewichtes fortbewegen. Das Braunschweiger Team um Matthias Wengerter vom Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik hatte bei seiner Premiere in Bruchsal nur bei der Bewertung durch die Fachjury Glück.

Leider versagte „Blub“ den Dienst und die Braunschweiger Nachwuchsingenieure landeten auf dem vorletzten Platz. Gerne wären die Studierenden nach der intensiven Arbeit um den Sieg mitgefahren. Trotzdem waren sie froh, als erstes Braunschweiger Team bei ChemCars teilgenommen zu haben, wie Matthias Wengerter nach dem Wettbewerb berichtet. Doch ihr Mut, ein innovatives Konzept an den Start zu bringen, wurde mit dem dritten Platz in der Jury-Wertung belohnt. Im nächsten Jahr, so Wengerter, möchte man deshalb auch mit einem verbesserten Konzept erneut antreten.

Über den ChemCar-Wettbewerb

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Die Teilnehmer des ChemCar-Wettbewerbs 2013.

Seit 2006 organisieren die „kreativen jungen Verfahrensingenieure“ (kjVI) im VDI jährlich den ChemCar-Wettbewerb. Dabei entwickeln Studierendenteams ein Konzept für ein (bio-)chemisch angetriebenes Modellfahrzeug. Anschließend wird das ChemCar gebaut, getestet und optimiert. Der Wettbewerb findet auf einer Fachtagung vor Vertretern aus Wissenschaft und Industrie statt. In diesem Jahr stellten die Studierenden ihr Können während der PAAT-Tagung (Prozess-, Apparate- und Anlagentechnik) vom 18. bis zum 19. November 2013 in Bruchsal unter Beweis.

Weitere Informationen und die Ergebnisse des ChemCar-Wettbewerbs: www.chemcar.de

 

Kontakt:
Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.Ing. Matthias Wengerter
Prof. Dr.-Ing. Stephan Scholl
Technische Universität Braunschweig
Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik ICTV
Langer Kamp 7, 38106 Braunschweig
Tel.: +49 531 391 2784
E-Mail: m.wengerter@tu-braunschweig.de
www.ictv.tu-bs.de