Meeresforschung als Zukunftsvorsorge TU Braunschweig beim Parlamentarischen Abend der Deutschen Allianz Meeresforschung
Wie können Küsten angesichts des Klimawandels geschützt und gleichzeitig nachhaltig genutzt werden? Wie kann der Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Schutz mariner Ökosysteme zusammengedacht werden? Und welche Antworten braucht Niedersachsen auf einen steigenden Meeresspiegel und zunehmende Extremereignisse? Um diese Fragen ging es beim Parlamentarischen Abend „MeerZukunft“ der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) am 6. Oktober 2026 in Hannover. Mit dabei war auch die Technische Universität Braunschweig mit ihrer Expertise aus Küsteningenieurwesen und Seebau.
Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen bei der Veranstaltung zusammen, um über Herausforderungen und Perspektiven für Meere und Küsten zu diskutieren. Die zentrale Botschaft des Abends in den Beiträgen verschiedener DAM-Mitgliedseinrichtungen: Die Wissenschaft liefert Orientierungs- und Handlungswissen, auf dessen Basis Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig wirksame Entscheidungen treffen können – und damit auch erforderliche Innovationen begründen und unterstützen.
Energie aus dem Meer

Über „Energie aus dem Meer – Transformation naturverträglich und innovativ gestalten“ sprach Professor Nils Goseberg. Bildnachweis: Patrick Pötsch
Über „Energie aus dem Meer – Transformation naturverträglich und innovativ gestalten“ sprach Professor Nils Goseberg, Leiter des Fachgebiets Hydromechanik, Küsteningenieurwesen und Seebau am Leichtweiß-Institut für Wasserbau der TU Braunschweig und derzeit Geschäftsführender Direktor des Forschungszentrums Küste, in seinem Vortrag. Das Forschungszentrum Küste ist eine gemeinsame Einrichtung der TU Braunschweig und Leibniz Universität Hannover, das seit 2020 Mitglied der Deutschen Allianz Meeresforschung ist.
In seinem Impuls zur Energiegewinnung aus dem Meer ging Professor Goseberg insbesondere auf die Chancen und Risiken der technologisch stark voranschreitenden Entwicklung ein: „Es stecken große Potenziale für deutsche Lösungen in zukunftsweisenden Branchen wie der Offshore-Wind- oder der Wasserstoff-Industrie, und es gilt im Schulterschluss mit der Wissenschaft auch für die Umwelt, in der gebaut wird, die geringstmöglichen Auswirkungen zu erzielen.“ Der heutzutage so wichtige Transfergedanke wird hier in Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Industrie besonders deutlich.
Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar spürbar

Forschende der TU Braunschweig erklären am Modell Forschungsansätze rund um Energiegewinnung im Meer. Bildnachweis: Patrick Pötsch
Für Niedersachsen sind die Themen des Abends von zentraler Bedeutung: „Als Küstenland trägt Niedersachsen eine besondere Verantwortung für den Schutz unserer Meere. Die Auswirkungen des Klimawandels – wie Erwärmung und Artenverlust – spüren wir hier ganz unmittelbar. Umso wichtiger ist es daher, den Umwelt- und Klimaschutz zu einer echten Priorität zu machen“, erklärte Dr. Tanja Meyer (MdL), Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages.
Professor Joachim Schachtner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, betonte die Relevanz der Meeresforschung für das Land Niedersachsen: Der Erhalt der Biodiversität, Küstenschutz und die Anpassung an den Meeresspiegelanstieg seien keine theoretischen Fragestellungen, sondern konkrete Herausforderungen. Die DAM helfe mit ihren Forschungsergebnissen politischen Akteur*innen dabei, Veränderungen nicht nur zu beobachten, sondern Grundlagen für strategische Entscheidungen zu schaffen.
Auch für die TU Braunschweig ist der Transfer von Forschungsergebnissen in Politik und Gesellschaft ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Das Forschungszentrum Küste verbindet dabei Grundlagenforschung mit anwendungsorientierten Forschungsfragen aus der Praxis.
