15.07.2016 | Magazin:

Hohe Auszeichnung von TU-Professoren durch die Rumänische Chemische Gesellschaft

Die Rumänische Chemische Gesellschaft (Societatea de Chimie din Romania, SChR) hat die Chemieprofessoren Dr. Henning Hopf vom Institut für Organische Chemie und Dr. Matthias Tamm  vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Technischen Universität Braunschweig ausgezeichnet.

Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebieten der Synthesechemie und der metallorganischen Chemie (Katalyseforschung) und für die Förderung der Kooperation zwischen rumänischen und deutschen Chemikern wurden die Wissenschaftler durch die Verleihung der Costin-Nenitzescu- beziehungsweise der Gheorghe-Spacu-Medaille geehrt.

Die beiden Auszeichnungen, die zu den wichtigsten Preisen der SChR zählen, sind nach den rumänischen Chemikern Costin Nenitzescu (Organische Chemie, 1902-1970) und Georghe Spacu (Anorganische Chemie, 1883-1955) benannt. Nenitzescu, der von 1935 an der TU Bukarest arbeitete sowie Direktor des Chemischen Instituts der Rumänischen Akademie der Wissenschaften war, zählt zu den bekanntesten Synthesechemikern Rumäniens. Er entwickelte eine Indolsynthese (Nenitzescu-Reaktion) und publizierte auf dem Gebiet der Synthese von reaktiven Kohlenwasserstoffen, Arbeiten die weltweite Bedeutung fanden. Auch während der Ceausescu-Diktatur gelang es ihm, mit herausragenden Wissenschaftlern im Westen zu kooperieren. Er war Mitglied der Leopoldina (1963) und zahlreicher anderer wissenschaftlicher Akademien und erhielt die August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker (1970).

Georghe Spacu studierte an den Universitäten Wien und Berlin Chemie bevor er in Iasi promoviert wurde (1916). Anschließend wurde er an die Universität Cluj (Klausenburg) berufen (1919-1940), später an die Universität Bukarest. Weltweite Anerkennung fand er durch seine umfangreichen Arbeiten auf dem Gebiet der Koordinationsverbindungen anorganischer Elemente. Von den mehr als 1000 erstmals synthetisierten Metallkomplexen fanden einige auch Anwendungen in der Analytischen Chemie (zum Beispiel Kupfernachweis durch die sogenannte Spacu-Reaktion).