Für Studierende: Gute Beratung entsteht gemeinsam Zehn Jahre BeratungsNetzwerk an der TU Braunschweig
Vor zehn Jahren saßen an der Technischen Universität Braunschweig Menschen an einem Tisch zusammen, die zwar alle dasselbe wollten – Studierende gut beraten –, im Alltag aber oft nebeneinander arbeiteten. Zuständigkeiten waren nicht immer klar, Wissen wurde eher zufällig geteilt, ein gemeinsames Verständnis von guter Beratung gab es noch nicht. 2016 entstand deshalb das BeratungsNetzwerk (BeN). Initiiert wurde es unter Federführung der damaligen Vizepräsidentin für Studium, Professorin Susanne Robra-Bissantz, gemeinsam mit der Zentralen Studienberatung und der Zentralen Personalentwicklung.

Aktive Mitglieder bei einem Treffen des Beratungsnetzwerks (BeN) im Altgebäude. Bildnachweis: Yvonne Henze/TU Braunschweig
Die Idee war einfach: Menschen aus ganz unterschiedlichen Beratungsbereichen miteinander ins Gespräch bringen, Wissen teilen und gemeinsam dafür sorgen, dass Ratsuchende schneller die Unterstützung finden, die sie brauchen.
Heute, zehn Jahre nach der Gründung, gehören zentrale Beratungsstellen ebenso zum Netzwerk wie die Studienfachberatungen der Fakultäten und studentische Angebote des AStA. Viermal im Jahr kommen die Mitglieder zusammen, tauschen sich über aktuelle Entwicklungen aus und lernen voneinander. In kleineren Arbeitsgruppen, den BeN Lives, werden konkrete Fragen vertieft. Hinzu kommen Weiterbildungen – zuletzt etwa zu Selbstfürsorge in der Beratung und zum Umgang mit Studierenden mit ADHS.
Qualitätsstandards und Notfallprozesse
Aus diesem Austausch ist in zehn Jahren weit mehr entstanden als ein regelmäßiges Treffen. BeN hat ein gemeinsames Beratungsverständnis und 24 Qualitätsstandards für „Gute Beratung an der TU Braunschweig“ entwickelt. Für schwierige Situationen entstand ein hochschulweiter Notfallprozess bei Eigengefährdung. Leitfäden, Informationsmaterialien und digitale Angebote helfen Beratenden und Studierenden heute dabei, auch in komplexen Situationen schneller Orientierung zu finden.
Über Abteilungsgrenzen hinweg
Vielleicht ist die wichtigste Veränderung aber weniger sichtbar. Wer heute an der TU berät, muss nicht mehr alles allein wissen. Kolleginnen und Kollegen kennen einander, Expertise wird über Abteilungsgrenzen hinweg genutzt und Herausforderungen werden gemeinsam gelöst. Aus vielen einzelnen Beratungsangeboten ist ein Netzwerk geworden.
Auch über die TU Braunschweig hinaus hat dieses Modell Aufmerksamkeit gefunden. BeN zeigt, was entstehen kann, wenn Wissen nicht an Zuständigkeiten endet, sondern geteilt wird.
„Als wir BeN vor zehn Jahren gegründet haben, konnten wir nicht ahnen, wie viel Gutes daraus entstehen würde“, sagt Dr. Yvonne A. Henze, eine der Gründerinnen und bis heute verantwortlich für das Netzwerk. „Besonders freut mich, dass sich eine Kultur der Zusammenarbeit entwickelt hat – des gemeinsamen Lernens und der Überzeugung, dass gute Beratung dort entsteht, wo Menschen ihr Wissen teilen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Am 26. August feiert BeN sein zehnjähriges Bestehen von 10 bis 12 Uhr im Innenhof des Hauses der Wissenschaft. Wer das Netzwerk kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen.
Mehr Informationen zu BeN finden sie hier: https://www.tu-braunschweig.de/ben