18.09.2017 | Magazin:

Das Ende der Schwerelosigkeit DLR-Parabelflugkampagne erfolgreich beendet

Jetzt ist es erst einmal vorbei mit der Schwerelosigkeit. Die vier Forscher vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik haben am 15. September 2017 erfolgreich ihre Experimente bei der 30. Parabelflugkampagne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bordeaux beendet.

Vier Flugtage, 124 Parabeln und rund 2.728 Sekunden Schwerelosigkeit  liegen hinter Ingo von Borstel, Dr. Rainer Schräpler und den beiden Physikstudenten Aljoscha Dolff und Alexander Landeck. Glücklich klingen die Wissenschaftler kurz nach dem letzten Parabelflug der DLR-Kampagne. Besonders die jungen Forscher, die beim Flug über dem Atlantik zum ersten Mal schwerelos waren. „Das war ein ganz neues Erlebnis“, erzählt Alexander Landeck am Telefon. Zwischendurch habe er beim Schweben die Orientierung verloren und konnte den Boden nicht auf Anhieb wiederfinden. „Die allererste Parabel war wirklich beeindruckend“, ergänzt Alexander Landeck. „Man hat überhaupt keine Ahnung, was da auf einen zukommt, man kann sich nicht darauf vorbereiten.“

Mit dem A310 ZERO-G ging es in die Schwerelosigkeit. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Startklar: Ingo von Borstel, Alexander Landeck, Aljoscha Dolff, Dr. Rainer Schräpler (vorn). Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Vorfreude vorm Abflug: Ingo von Borstel und Dr. Rainer Schräpler. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Festgezurrt: das Experiment des Instituts für Geophysik und extraterrestrische Physik. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Letzte Handgriffe: Alexander Landeck überprüft das Experiment. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Dr. Rainer Schräpler und Aljoscha Dolff begutachten das Experiment im Airbus A310. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Alexander Landeck und Aljoscha Dolff bei der Vorbereitung der Staub-Agglomerate für das Experiment. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Die Seitenwände der Experimentierkammer werden mit angeklebten Proben vorbereitet. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Geschüttelt, nicht gerührt: Beim Experiment werden die Staub-Agglomerate ordentlich hin- und hergeschoben. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Kurz vor dem Start: der A310 ZERO-G in Bordeaux. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Letzter Flug für das Braunschweiger Forscher-Team. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Dr. Rainer Schräpler beim Arbeiten in der Schwerelosigkeit. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Eine Medaille für Ingo von Borstel für seine Teilnahme an zahlreichen Parabelflügen. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Geschafft! Ingo von Borstel, Alexander Landeck, Dr. Rainer Schräpler und Aljoscha Dolff nach den Parabelflügen. Foto: Ingo von Borstel/TU Braunschweig

Bloß nicht „seekrank“ werden

Nach ihren ersten Flügen waren die beiden Studenten ziemlich erschöpft. „Es ist eine gewaltige Anstrengung“, berichtet Landeck. Insgesamt acht Wissenschaftler hat es dann wohl auf den Flügen erwischt: Sie wurden „seekrank“. Doch für alle Fälle waren zwei Ärzte mit an Bord des umgebauten A310. Beim ersten Flug hat Alexander Landeck noch auf die Spritze gegen Reiseübelkeit verzichtet, aber beim zweiten Mal sich doch zumindest eine halbe Dosis verabreichen lassen. Schließlich musste er sich auch in der Schwerelosigkeit auf die Arbeit konzentrieren. So wie auch die anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deutscher Hochschulen und Universitäten, die insgesamt elf Experimente in dem A310 untergebracht hatte.

Auszeichnung für den Vielflieger

Die Untersuchung der Braunschweiger zum Stoßverhalten kleiner Staubpartikel in der Schwerelosigkeit ist gelungen, auch wenn sich die Forscher manches anders vorgestellt hatten: So fielen bei dem Experiment mehr Staubteile ab als erwartet. Die Versuchsanordnung variierten sie immer wieder während der vier Flugtage. So wurden die halben Staubagglomerate, die an den Seitenwänden befestigt wurden noch einmal gegen Schaumstoff ausgetauscht. Die während der Flüge erstellten Bilddaten werden die Astrophysiker in den kommenden Wochen analysieren und auswerten und Rückschlüsse ziehen, was dies für die anfängliche Phase der Entstehung von Planeten bedeutet.

Als Erinnerung bleiben für die beiden Masterstudenten – neben vielen Eindrücken –  kleine Anstecker vom DLR, die jeder Erstflieger erhält. Ingo von Borstel bekam als Vielflieger eine besondere Auszeichnung: eine Medaille für die 17 vergangenen Parabelflüge.