10.02.2016 | Magazin:

Biotechnologie-Abteilung begrüßt neuen Gastwissenschaftler Willkommen Professor Luciano Puzer von der „Universidade Federal do ABC“ aus Sao Paulo

Wissenschaftliche Verstärkung aus Südamerika erhält erneut die Arbeitsgruppe von Professor Michael Hust von der Abteilung Biotechnologie. Professor Luciano Puzer von der “Universidade Federal do ABC” in Sao Paulo/Brasilien wird in den kommenden zwölf Monaten am Institut für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik (IB³) seine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Entwicklung von Antikörpern gegen Kallikreine für Diagnostik und Therapie fortsetzen.

Der Professor für Biochemie an der „Universidade Federal do ABC“ in Sao Paulo ist studierter Chemiker und promovierter Enzymologe. Als Postdoc forschte bereits zwei Jahre im kanadischen Vancouver und sei bestens mit nasskaltem Wetter vertraut, erklärt sein Gastgeber in Braunschweig, Professor Michael Hust von der Biotechnologie-Abteilung des IB³. Mit dabei ist auch die Familie des neuen Gastprofessors: Seine Frau ist klinische Wissenschaftlerin und betreut für die Zeit des einjährigen Aufenthaltes ihre Studien von Braunschweig aus und die gemeinsame Tochter besucht bereits mit großer Begeisterung den Kindergarten. Ermöglicht wird der Aufenthalt durch ein Stipendium der Forschungsstiftung des Bundesstaates Sao Paulo (FAPESP).

Gastgeber Prof. Michael Hust heißt Gastprofessor Luciano Puzer mit dem Trikot seines Lieblingsfußallvereins „Flamengo“ aus Rio de Janeiro in der Abteilung Biotechnologie willkommen. (Foto: IB³/TU Braunschweig)

Gastgeber Prof. Michael Hust heißt Gastprofessor Luciano Puzer mit dem Trikot seines Lieblingsfußballvereins „Flamengo“ aus Rio de Janeiro in der Abteilung Biotechnologie willkommen. Foto: IB³/TU Braunschweig

Im Labor von Professor Michael Hust wird Luciano Puzer humane Antikörper gegen verschiedene Kallikreine mittels in vitro Technologien entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von 15 Enzymen, die verschiedener Ausprägung in menschlichem Gewebe vorkommen und im Zusammenhang mit Krankheiten stehen. Die Antikörper könnten dann als spezifische Hemmstoffe von Kallikreinen in der Grundlagenforschung und als Werkzeuge für Krebsdiagnostik eingesetzt werden, erklärt Michael Hust.

Im letzten Jahrzehnt, so der Braunschweiger Biotechnoloie-Professor weiter, seien die Forschungsstudien an der Kallikrein Familie stark angestiegen. Untersucht wurden vor allem ihre Fähigkeiten Komponenten der Extrazellulären Matrix abzubauen sowie Tumorwachstum, Metastasierung und die Tumor-Invasion zu fördern. Daher könnte die grundlegender Erforschung und Entwicklung von Hemmstoffen und anderen Molekülen, die die Aktivität der Kallikreinen kontrollieren, auch für die Behandlung verschiedenen Krebsarten von Bedeutung sein.