30.04.2015 | Magazin:

Auftaktkolloquium: Innovations- und Kompetenzcampus in Remlingen Research Institute for Sustainable Urbanism begleitet städtebauliches Verfahren

Mit einem Auftaktkolloquium startet am 29. April 2015 ein städtebauliches Verfahren zur Entwicklung eines Innovations- und Kompetenzcampus im Landkreis Wolfenbüttel. Auf dem etwa zehn Hektar großen Gelände sollen ingenieurtechnische Entwicklungen, Forschung und Know-how insbesondere zum Thema der Rückholungstechnologie gebündelt werden. Anlass für diese Entwicklung ist der Beschluss zur Stilllegung der Schachtanlage Asse II und die Rückholung der radioaktiven Abfälle. Entwickelt und begleitet wird das Verfahren von Architektinnen und Architekten des Instituts for Sustainable Urbanism der Technischen Universität Braunschweig.

 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für nachhaltige Stadtentwicklung (Institut for Sustainable Urbanism, ISU) der TU Braunschweig haben ein kooperatives Workshopverfahren zur Entwicklung eines Innovations- und Kompetenzcampus in Remlingen (Samtgemeinde Elm-Asse) im Landkreis Wolfenbüttel entwickelt. Im Auftrag der Kommunen begleitet das „Research Institut for Sustainable Urbanism“ (RISU) der Innovationsgesellschaft Technische Universität Braunschweig mbH die Durchführung des Wettbewerbs.

Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Büros, der kommunalen Verwaltung und des ISU beim Auftaktkolloquium in der INFO ASSE

Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Büros, der kommunalen Verwaltung und des ISU beim Auftaktkolloquium in der INFO ASSE

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung haben am 29. April 2015 nun Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises Wolfenbüttel, der Samtgemeinde Elm-Asse und der Asse GmbH Gelegenheit, ihre Erwartungen und Vorstellungen für den etwa zehn Hektar großen Campus zu erläutern. Die drei am Wettbewerb teilnehmenden Architektur- und Stadtplanungsbüros Carsten Meier Architekten Stadtplaner (Braunschweig), Arge cityförster chora blau (Hannover) und Arge Teleinternetcafe Treibhaus (Berlin/Hamburg) sind im Ergebnis des Kolloquiums dazu aufgefordert, bis Anfang Juli ihre Ideen und Entwürfe für den Campus zu entwickeln. Neben der Förderung technologischer Innovation soll der Campus auch Zentrum für Beteiligungsmöglichkeiten und Transparenz sein, erklärt Prof. Dr. Vanessa M. Carlow und schließt an, dass das kooperative Wettbewerbsverfahren zum Innovations- und Kompetenzcampus Remlingen Beispiel eines solchen Prozesses sei, in dem – parallel zum Prozess der Rückholung – eine Neupositionierung als attraktiver, lebenswerter Ort zum Wohnen und Arbeiten angestoßen wird.

 

Städtebauliches Konzept für Innovations- und Kompetenzcampus

Ziel des Verfahrens ist es, ein städtebauliches Konzept für den Campus als Bestandteil des Dorfes Remlingen zu entwickeln. „Die teilnehmenden Büros sind aufgefordert, hochwertige städtebauliche und architektonische Antworten zu finden, die den Prozess der Rückholung unterstützen und dabei vor allem die Bedürfnisse der Menschen vor Ort in den Blick nehmen“, erklärt ISU-Direktorin Carlow und ergänzt: „Der Landkreis Wolfenbüttel, die Samtgemeinde Elm-Asse und die Gemeinde Remlingen nutzen bewusst das Mittel des kooperativen Wettbewerbs, um mit räumlicher Gestaltung und Baukultur die Ortsidentität zu stärken.“

Blick auf die Gemeinde Remlingen

Blick auf die Gemeinde Remlingen

Die zu erwartenden städtebaulichen, architektonischen und freiräumlichen Lösungen sollen Antworten auf die gesellschaftlich brisante Frage des Umgangs mit Altlasten im ländlichen Raum bieten, die bundesweiten und internationalen Modellcharakter haben. Kommunen mit Altlasten unterschiedlicher Art könnten von den Transformations-Strategien und besonderen Prozessen der Bürgerbeteiligung profitieren und diese auf ihre Gegebenheiten übertragen, erklärt das Projektteam um Vanessa Carlow.

Die Asse-Region, Standort des gleichnamigen Atommülllagers, so das Projektteam weiter, stehe vor großen Herausforderungen, denn die Altlast beeinträchtigt die Region: Imageschäden, politische Konflikte, befürchtete Nachteile in Bezug auf Gesundheit und Wertverlust von Immobilien. „Selbst das Land Niedersachsen bewertet die Region als ‚Ungunstraum‘“, fügt Carlow hinzu. Überregionale Prozesse der Entsorgungsproblematik, so die Architektin und Stadtplanerin weiter, würden auf dem Rücken einer ohnehin schon strukturschwachen ländlichen Region ausgetragen. Daher freue sie sich besonders, dass die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die kommunalen Selbstverwaltungsgremien die Probleme aktiv angehen und möchte sie mit dem Research Institute for Sustainable Urbanism tatkräftig unterstützen.

 

Kontakt
Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow
Dipl.-Ing. Dirk Neumann
Institute for Sustainable Urbanism (ISU)
Technische Universität Braunschweig
Pockelsstraße 3
38106 Braunschweig
Tel.: 0531/391-3537
E-Mail: isu@tu-braunschweig.de
sustainableurbanism.de