14. Januar 2026 | Notizblog

Wilhelm-Lehmann-Preis 2026 geht an Prof. Jan Röhnert

Mit dem Wilhelm-Lehmann-Literaturpreis der Stadt Eckernförde wird in diesem Jahr Professor Jan Röhnert vom Institut für Germanistik ausgezeichnet. Den Preis erhält der Lyriker, Essayist und Literaturwissenschaftler für seine herausragende essayistische Prosa im Bereich des Nature Writing. Seit mehr als 20 Jahren veröffentlicht er Gedichtbände, Essays, Literaturkritik und wissenschaftliche Prosa. Seit einigen Jahren widmet er sich intensiv dem Genre des Nature Writing.

Professor Jan Röhnert. Bildnachweis: Mirette Bakir

„In seinen präzisen, essayistischen Betrachtungen von Natur reflektiert Jan Röhnert auch Aspekte einer Poetik des Nature Writing. Dabei verbindet er die literaturwissenschaftliche Perspektive auf die Definitionsversuche und Erscheinungsformen des neuen Naturschreibens mit der Autorperspektive des Naturschreibers/Nature Writers. Wie sehr diese Schreibform für ihn eine Schreibhaltung geworden ist und beide ineinandergreifen, zeigt sich in dem 2025 im Arco Verlag Wuppertal erschienenen Band Wildnisarbeit“, heißt es in der Jurybegründung. „Wildnisarbeit ist ein Hybrid aus Selbsterkundung, Naturbetrachtung, literarischen Zitaten und Beobachtungen. Eigene Gedichte und Fotografien ergeben in Verbindung mit den auch sprachlich in jeder Hinsicht überzeugenden Texten einen ganz eigenen Kosmos.“

Der mit 7.500 Euro dotierte Preis wird am 9. Mai 2026 im Literaturhaus Schleswig-Holstein in Kiel verliehen. Die Laudatio hält die Schriftstellerin Katja Lange-Müller, Thomas-Mann-Preisträgerin 2025. Am 8. Mai 2026 liest Professor Röhnert dort aus seinem Werk „Wildnisarbeit“.

Namensgeber des Preises ist Wilhelm Lehmann (1882–1968), der als Erzähler, Lyriker und Essayist hervorgetreten ist. Für seine frühen Erzählungen und Romane wurde er 1923 mit dem Kleistpreis ausgezeichnet. In den späten 1920er bis in die frühen 1960er Jahre avancierte er zu einem bedeutenden, schulbildenden Lyriker. Mit den ab 1927 entstandenen poetischen Naturbeobachtungen „Bukolisches Tagebuch“ wurde er zu einem Vorläufer des deutschsprachigen Nature Writing.