TU Braunschweig stärkt Rolle als Batterie-Hotspot Neue Anlagen zur Erforschung innovativer und nachhaltiger Batterieproduktionsprozesse eingeweiht
Am 6. März 2026 wurden am Forschungszentrum Battery Labfactory Braunschweig (BLB) der Technischen Universität Braunschweig drei Anlagen zur Produktion zukunftsfähiger Batteriezelltechnologien feierlich in Betrieb genommen. Mit der erweiterten Infrastruktur stärkt der Regionalverbund BLB+ (Braunschweig Labfactories for Batteries and more) seine Position als führende Plattform für die industrienahe Erforschung zirkulärer, nachhaltiger Batterieproduktionsprozesse. Die TU Braunschweig wurde dafür insgesamt mit über zehn Millionen Euro gefördert. Ziel der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanzierten Investitionen ist es, innovative Herstellungsverfahren für Batterieelektroden unter industrienahen Bedingungen zu erforschen und damit zentrale Beiträge zum weiteren Aufbau der Batteriezellproduktion in Deutschland zu leisten. An der Einweihung nahmen der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, und der BMFTR-Referent Dr. Stefan Jung teil.
„Wir brauchen eine forschungsstarke, mit Unternehmen und Start-ups eng vernetzte und national gut abgestimmte Batterieforschung. Dafür steht die TU Braunschweig. Vor allem die Frage, wie man Batterien und Batteriematerialien erneut nutzen kann, wird hier bearbeitet. Die neuen Forschungsanlagen ergänzen diese Infrastruktur hier optimal – damit sind wir bundesweit Vorreiter“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Unser Ziel als Land ist: Wir wollen Abhängigkeiten reduzieren und Wertschöpfung bei uns halten. Unsere Forschungsaktivitäten hier tragen direkt zur High-Tech Agenda Deutschland sowie unserer technologischen Souveränität und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit bei.“
„Seit 2007 forschen wir erfolgreich an Batterietechnologien und haben mit der BLB unsere international führende Rolle in der Batterieproduktionsforschung gefestigt. Dass sich stetig weitere Unternehmen in der Region ansiedeln zeigt: Die Impulse der Technische Universität Braunschweig treiben den Aufbau eines starken Batterie-Ökosystems entscheidend voran“, so TU-Präsidentin Angela Ittel.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden folgende über die BMFTR-Ausschreibung „ForBatt“ finanzierte Anlagen inklusive zugehöriger Labor- und Analyseinfrastruktur eingeweiht:
- Eine Pilotanlage zur Trockenbeschichtung mit Trockenraum und Laborinfrastruktur: Die Trockenbeschichtung stellt eine neuartige Produktionsmethode dar, die im Vergleich zur klassischen Nassbeschichtung deutliche Vorteile hinsichtlich Kosten, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bietet.
- Tandem-Nassbeschichtungsanlage zur zirkulären Batteriezellproduktion: Die Anlage wurde insbesondere für die Realisierung einer mehrfachen Kreislaufproduktion mit nachhaltigen Trocknungsverfahren konzipiert und ermöglicht die reproduzierbare Herstellung größerer Mengen von Elektroden und Zellen. Damit schafft sie zusammen mit der schon vorhandenen Recycling-Anlage die Voraussetzung für industrienahe Untersuchungen geschlossener Materialkreisläufe.
- 3D-Druckanlage für Festkörperelektroden: Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung und Herstellung innovativer 3D-Festkörperelektroden für zukünftige Batteriegenerationen.
„In ihrer Gesamtheit komplettieren die drei Anlagen eine deutschlandweit einzigartige Forschungsinfrastruktur, mit der wir Innovationen für nachhaltige, zirkuläre und leistungsfähige Batteriezelltechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Grundlagenforschung bis zur industrienahen Demonstration – entwickeln können“, erläutert Professor Arno Kwade, Vizepräsident für Transfer und Innovation der TU Braunschweig und Vorstandssprecher der BLB. „Mit diesen vom BMFTR mit über zehn Millionen Euro geförderten Anlagen stärkt der Regionalverbund BLB+ den Ausbau der Region Braunschweig und Niedersachsen zu einem führenden Hotspot für die zirkuläre Produktion von Energiespeichern und -wandlern und leistet einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Batteriezellproduktion in Deutschland.“
Braunschweig Labfactories for Batteries and more (BLB+)
Die Battery Labfactory Braunschweig (BLB) bildet gemeinsam mit dem Center for Circular Production of Next Batteries and Fuel Cells (CPC) und dem Fraunhofer-Zentrum für Energiespeicher und ‑Systeme (Fraunhofer ZESS) den Regionalverbund Braunschweig Labfactories for Batteries and more (BLB+) mit einer deutschlandweit führenden Kompetenz in nachhaltiger Energiespeicher- und Brennstoffzellenforschung.
In den drei Forschungszentren arbeiten Mitglieder der TU Braunschweig und der Fraunhofer-Gesellschaft mit Mitgliedern der TU Clausthal, der PTB und der Leibniz-Universität Hannover eng zusammen. Von der daten- und wissensbasierten Entwicklung neuer Elektroden und Membranen über innovative Zellkonzepte, in-situ-Diagnoseverfahren und digitale Simulationswerkzeuge bis hin zu ökologisch und ökonomisch optimierten Recycling- und Materialsyntheseprozessen zielt die Zusammenarbeit auf geschlossene Stoffkreisläufe für Lithium-Ionen-, Natrium-Ionen- und Lithium-Schwefel-Batterien mit Flüssigelektrolyt, für unterschiedliche Typen von Festkörperbatterien sowie Brennstoffzellen und für Elektrolyseure. Enge Industriepartnerschaften ermöglichen die schnelle Überführung in marktfähige Produkte – im Sinne einer resilienten, klimafreundlichen Energieversorgung für Deutschland und Europa.