26.02.2013 | Presseinformationen:

TU Braunschweig an Jupiter-Mission beteiligt Aufbruch zum Jupiter, Aufbruch ins übernächste Jahrzehnt

Das Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGeP) der Technischen Universität Braunschweig gehört zu dem Konsortium, dass das Magnetometer für die JUICEMission der ESA entwickelt und fertigt. Die Mission startet 2022 in das äußere Sonnensystem, mit dem Ziel, die drei Eismonde des Planeten Jupiter zu erforschen.

JUICE soll ab 2030 den Jupiter und drei seiner Monde erforschen. Bildnachweis: ESA/AOES

Es gibt bizarre Welten in unserem Sonnensystem. Zu ihnen gehören die galileischen Monde des Jupiter, Europa, Callisto und Ganymed, die im Rahmen der Weltraummission JUICE der Europäischen Weltraum Agentur (ESA) erforscht werden sollen. Die ESA hat nun die Auswahl der Experimente bekannt gegeben, die im Rahmen der JUICE in das Jupitersystem geschickt werden. Unter den elf ausgewählten Experimenten gehört auch das Magnetometerexperiment „J‐Mag“, das von einem Konsortium, zu dem auch das Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGeP) der Technischen Universität Braunschweig gehört, für die JUICE‐Mission entwickelt und gefertigt werden soll. Das „J‐Mag-Konsortium“ wird von Prof. Michele Dougherty FRS vom Imperial College in London geleitet.

„Unter den Eiskrusten aller drei Monde vermuten wir Wasserozeane und damit die Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben. In dem flüssigen Wasser der unterirdischen Ozeane könnte sich eventuell primitives Leben entwickelt haben“, so Prof. Dr. Karl‐Heinz Glaßmeier vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGeP) der TU Braunschweig. „Auch Experten vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz gehören zu unserem Konsortium, denn nur mit vereinten Kräften können wir die sehr komplizierte Messaufgabe nahe dieser exotischen Monde meistern“, ergänzt Dr. Hans‐Ulrich Auster, Leiter des technischen Teams am IGeP. Das Magnetometerexperiment „J‐Mag“ wird die Magnetfelder des Planeten Jupiter und seines größten Mondes Ganymed und ihre Wechselwirkungen charakterisieren.

Der Start des JUICE‐Satelliten erfolgt 2022. Nach achtjähriger Flugzeit wird JUICE das Jupitersystem 2030 erreichen und zunächst mehrere Vorbeiflüge an Callisto und Europa durchführen, um dann 2033 in eine Umlaufbahn um den Mond Ganymed gelenkt zu werden. Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems und der einzige Mond, von dem bekannt ist, dass er ein eigenes Magnetfeld erzeugt. Auf diesen Zeitpunkt wartet der Physiker Daniel Heyner, jüngstes Mitglied des „J‐Mag-Teams“: „In dem von uns vermuteten Wasserozean können elektromagnetische Felder erzeugt werden, die wir vermessen und deren Eigenschaften Rückschlüsse auf diesen Ozean zulassen. Bis dahin steht uns noch eine sehr spannende technisch‐wissenschaftliche Zeit ins Haus.“

Hintergrund: JUICE ist die erste große ESA-Mission, die im Rahmen des Programms Cosmic Vision 2015-2023 der Europäischen Weltraum Agentur realisiert wird. JUICE steht für JUpiter ICy moons Explorer. Der Jupiter und seine eisigen Monde sind eine Art Mini-Sonnensystem. Die Mission dient zum besseren Verständnis der Entstehung des Jupitersystems und soll Rückschlüsse auf den Ursprung des ganzen Sonnensystems ermöglichen.

Kontakt:
Prof. Dr. Karl‐Heinz Glaßmeier
Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der TU Braunschweig
Tel.: +49 531 391 5214
E-Mail: kh.glassmeier@tu-braunschweig.de
ESA: http://sci.esa.int/science-e/www/object/index.cfm?fobjectid=51417