31.01.2011 | Presseinformationen:

Die Natur des Menschen – Spielfeld der Biotechnologie oder moralische Grenzen der Intervention? Ringvorlesung "Nachbesserungen: Der Mensch im Fokus von Lebenswissenschaften und Technik"

Im Rahmen der Ringvorlesung „Nachbesserungen: Der Mensch im Fokus von Lebenswissenschaften und Technik“ der Technischen Universität Braunschweig referiert am

Montag, 7. Februar 2011, um 18.30 Uhr
im Hörsaal PK 11.1, Pockelsstr. 11, Haus der Wissenschaft,

Prof. Dr. Wolfgang van den Daele, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, über das Thema „Die Natur des Menschen – Spielfeld der Biotechnologie oder moralische Grenzen der Intervention?“

Die moderne Wissenschaft konfrontiert uns mit der Tatsache, dass die natürliche Ausstattung der menschlichen Spezies nicht eine vorgegebene unabänderliche Grenze ist, sondern in vielerlei Hinsicht, etwa in Bezug auf die genetische Ausstattung und die Formen der Fortpflanzung, anders sein könnte. Auf diese Perspektive wird oft mit dem Versuch reagiert, die gewohnte Natürlichkeit des Menschen zu sakralisieren und zu einem integralen Element der unantastbaren Würde des Menschen zu erklären. In der Vergangenheit ist dieser Versuch regelmäßig an dem medizinischen Zweck der Intervention in die menschliche Natur gescheitert. Auch vor den sich gegenwärtig abzeichnenden technischen Optionen, so die These von Professor van den Daele, wird man die menschliche Natur kaum durch ein moralisches Tabu in Sicherheit bringen können. Stattdessen wird damit zu leben sein, dass legitime und illegitime Zwecke unterschieden werden. Damit wird der Weg dahin, dass sich der Mensch in zunehmendem Maße auch biologisch „selber macht“, zwar begrenzt, aber innerhalb dieser Grenzen auch freigegeben.

Zur Person:
Wolfgang van der Daele studierte Rechtswissenschaften und Philosophie in Hamburg, Tübingen und München. Nach seinem Studium arbeitete er unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Anschließend war er bis September 2005 Direktor der Abteilung „Zivilgesellschaft und transnationale Netzwerke“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, dem er bis heute verbunden ist. 1989 wurde er zum Universitätsprofessor für Soziologie an der Freien Universität Berlin ernannt und war dort bis 2004 in Lehre und Forschung mit den Schwerpunkten Bioethik und Biopolitik sowie zivilgesellschaftliche Verfahren der Konfliktlösung tätig. Bis 2007 war er Mitglied des Nationalen Ethikrats.

Gesamtleitung:
Prof. Dr. Klaus Fricke, Prof. Dr. Henning Hopf, Prof. Dr. Herbert Oberbeck, TU Braunschweig

Die Ringvorlesung wendet sich ausdrücklich auch an interessierte Bürger der Region.

Weitere Informationen unter
www.tu-braunschweig.de/Medien-DB/presse/flyer/ringvorlesung_2010_11.pdf