Neue Lernfabrik für zirkuläre Batteriezellproduktion geplant LEBAZ-Projekt fördert nachhaltige Aus- und Weiterbildung für die Batterieindustrie
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die deutsche Batterieindustrie wird der verantwortungsvolle Umgang mit Material und Energie sein. Damit Fachkräfte und Studierende die hierfür notwendigen Kenntnisse praxisnah erwerben können, hat ein Konsortium mit dem Projekt LEBAZ eine neue Lernfabrik an der Technischen Universität Braunschweig entwickelt. Die Eröffnung ist am 26. Juni 2026 geplant.
Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 3,6 Millionen Euro sowie unterstützt durch Mittel der Universität wurde eine spezialisierte Lehr- und Lernumgebung erarbeitet. Unter Federführung des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) und des Instituts für Partikeltechnik (iPAT) engagiert sich ein breites Konsortium aus weiteren Instituten der TU Braunschweig, des Fraunhofer IST sowie weiteren Partnern.
Praxisnah lernen, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert
Aufbauend auf dem Konzept cyber-physischer Produktionssysteme verknüpft LEBAZ reale Produktionsprozesse mit virtuellen Elementen. In der Lernfabrik können zylindrische Batteriezellen auf Basis von Lithium-Eisenphosphat als Kathodenmaterial hergestellt werden – eine nachhaltigere und kostengünstigere Alternative zu Batterien mit Kathodenmaterial auf Basis von Nickel und Kobalt. Digitale Modelle, Datenanalysen und virtuelle Prozesse werden eingesetzt, um ein tiefgreifendes Verständnis für geschlossene Materialkreisläufe zu vermitteln.
In der neuen Lernfabrik können vertiefte Fach- und Handlungskompetenzen in den Bereichen Batterietechnologie, Anlagen- und Prozesstechnik, Energie- und Ressourceneffizienz sowie Digitalisierung erworben werden. Die Lernfabrik dient gleichzeitig als Testumgebung, in der Wissen aus der Forschung direkt in die industrielle Praxis übertragen werden kann.
An wen richtet sich das Angebot?
Die neue Infrastruktur richtet sich zum einen an Fachkräfte und zum anderen an Studierende, die im Rahmen von Vorlesungen, Seminaren, Laboren oder studentischen Arbeiten umfangreiche Einblicke in die zirkuläre Batteriezellproduktion erhalten. Darüber hinaus zählen auch Expert*innen zur Zielgruppe, die ihr Wissen in spezifischen Themenfeldern vertiefen möchten.
Teil einer umfassenden Lernfabrik
Die durch LEBAZ entstehende Infrastruktur ist Teil des Education Labs der Battery LabFactory Braunschweig (BLB) und ist ebenfalls in die vorhandene „Lernfabrik“ integriert. Diese umfasst ein weiteres Produktionssystem mit praxisnahen Lernstationen, darunter die Untersuchung von Montageprozessen anhand eines ferngesteuerten Autos, ein „Nerve Center“ zur Datenanalyse sowie Bereiche zur Erprobung neuer Technologien wie fahrerlose Transportsysteme oder Mensch-Roboter-Kollaboration.
Projektsteckbrief
- Projekt: LEBAZ – Lernfabrik für zirkuläre Batteriezellproduktion
- Förderung: BMFTR (03XP0479)
- Fördervolumen: 3,673 Mio. Euro
- Projektpartner: Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF), Institut für Partikeltechnik (iPAT), TU Braunschweig
- Laufzeit des Projektes zur LEBAZ-Konzeption: 01.09.2022 bis 31.12.2025