27. Mai 2026 | Presseinformationen:

Leben auf Mond und Mars Raumfahrtforscherin Prof. Gisela Detrell in der Maria-Esslinger-Vortragsreihe

Wie können Menschen künftig über lange Zeiträume auf dem Mond oder sogar auf dem Mars leben? Antworten darauf liefert die Forschung an nachhaltigen Lebenserhaltungssystemen, die Sauerstoff, Wasser und Nahrung möglichst unabhängig von der Erde bereitstellen. Im Rahmen der Maria-Esslinger-Vortragsreihe spricht am 2. Juni 2026 Professorin Gisela Detrell von der Technischen Universität München über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Technologien für die astronautische Raumfahrt – von geschlossenen Versorgungssystemen bis hin zu möglichen Nahrungsquellen im All. Der Eintritt ist frei.

Damit Menschen eines Tages auf dem Mond oder dem Mars leben können, müssen Lebenserhaltungssysteme entwickelt werden, die alle lebensnotwendigen Ressourcen nachhaltig bereitstellen: Sauerstoff, Wasser und Nahrung. Nach den aktuellen Planungen der Raumfahrtagenturen zählen eine Mondbasis und Missionen zum Roten Planeten zu den nächsten großen Zielen der astronautischen Raumfahrt. Diese Szenarien stellen neue und erhebliche Herausforderungen dar, denn die Umwelt- und Einsatzbedingungen unterscheiden sich deutlich von denen auf der Internationalen Raumstation (ISS). Insbesondere die lange Missionsdauer und die große Entfernung zur Erde erfordern Lebenserhaltungssysteme, die möglichst autark funktionieren und nur minimal auf Nachschub von der Erde angewiesen sind.

Doch lassen sich die heute auf der ISS eingesetzten Technologien auf lange Missionen zum Mond oder Mars übertragen? Welche Forschungsarbeiten laufen derzeit, und welche Innovationen sind in Zukunft zu erwarten? Werden Astronautinnen und Astronauten auf dem Mars von Trockenrationen leben oder ihre eigenen Kartoffeln anbauen? Und welche Rolle könnten schmackhafte Algen in der zukünftigen Ernährung im All spielen?

Zu diesen Fragen forscht Prof. Dr.-Ing. Gisela Detrell, Professorin für Human Spaceflight Technology an der Technischen Universität München. Ihr Forschungsgebiet ist die Entwicklung von Technologien für die astronautische Raumfahrt, mit Schwerpunkt auf Lebenserhaltungssystemen, Simulationen für die astronautische Raumfahrt und Performance in der astronautischen Raumfahrt.

Über Prof. Dr.-Ing. Gisela Detrell

Professorin Detrell studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Politechnischen Universität Katalonien (UPC). Bis 2015 promovierte sie an der Universität Stuttgart und der UPC und beschäftigte sich hier mit der Zuverlässigkeitsanalyse von Lebenserhaltungssystemen für Langzeit-Raumfahrtmissionen. Sie setzte ihre Forschung am Institut für Raumfahrtsysteme in Stuttgart fort und war dort seit 2018 Leiterin der Forschungsgruppe. Im Jahr 2023 wurde Professorin Detrell auf die Professur für Human Spaceflight Technology an der Technischen Universität München berufen.

Über die Maria-Esslinger-Vortragsreihe

Die Veranstaltung ist Teil der Maria-Esslinger-Vortragsreihe. Auf Einladung der beiden Präsidentinnen bzw. Präsidenten von der Technischen Universität Braunschweig und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (BWG) berichten in den jährlich stattfindenden Maria-Esslinger-Vorträgen herausragende Wissenschaftlerinnen aller Disziplinen über ihre Forschung.

Über Prof. Dr.-Ing. Maria Esslinger

Prof. Dr.-Ing. Maria Esslinger, (1913-2009) kam 1962 nach Braunschweig an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Sie gilt als die erste Luftfahrtingenieurin Deutschlands. Als Wissenschaftlerin und Ingenieurin hat sie sich in der Entwicklung der Berechnung von Brückenfahrbahnen und bei der Erforschung beulender Zylinderschalen auch international einen bleibenden Namen gemacht. Maria Esslinger wurde am 27. November 1978 als ordentliches Mitglied in die BWG aufgenommen und war damit ihr erstes weibliches Mitglied. Von 1981 bis 1995 nutzte sie das Rechenzentrum der TU Braunschweig für ihre Computerprogramme zur Berechnung der Beschreibung des realen Strukturverhaltens durch mathematisch-mechanische Modelle.

Veranstaltung:

„Leben auf Mond und Mars – Wie wir im All überleben können“
Dienstag, 2. Juni 2026, 17:30 Uhr
Aula der TU Braunschweig
Haus der Wissenschaft
Pockelsstraße 11
38106 Braunschweig