21.11.2012 | Presseinformationen:

Eine Webplattform für Menschen mit Behinderungen: Projekt der TU Braunschweig sucht kleine und große Unterstützer via sciencestarter.de

Seit einem Jahr entwickeln Studierende der TU Braunschweig eine neue Internetplattform für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Ziel des ambitionierten Projektes ist es, diesen Menschen den Einstieg in die digitale Welt zu erleichtern. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz in Wolfenbüttel wurde die Plattform inzwischen erfolgreich getestet. Für die Umsetzung werden nun 15.000 Euro benötigt. Daher beteiligt sich das Team an sciencestarter.de. Interessierte können hier mit kleinen und größeren Beiträgen dazu beitragen, dass „home“ (holistic media literacy), so der Name des Projekts, öffentlich zugänglich wird.

Im Rahmen von Lehrveranstaltungen wird „home“ vom Lehrstuhl Informationsmanagement des Instituts für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig betreut.

Das Crowdfundingprojekt sciencesstarter.de ist ein neues Projekt von Wissenschaft im Dialog und wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert. Ziel ist es, eine schnelle und einfache Umsetzung von kleinen Projekten aus Wissenschaft, Forschung und Wissenschaftskommunikation zu ermöglichen. Das funktioniert, indem viele Kleinfinanziers einzelne Projekte fördern. Die neue Webplattform für Behinderte wird in dem Portal vorgestellt. Hier kann sich die Öffentlichkeit auch über den Verlauf des Vorhabens informieren. Wer das Projekt „home“ aus der TU Braunschweig unterstützen will, kann sich mit kleinen Beträgen daran beteiligen. Sciencestarter.de beginnt am heutigen 21. November, und die Webplattform ist eines von fünf Projekten, die von Anfang an mit am Start sind.

Wenn die Finanzierung gesichert ist, soll die „home“ Webplattform im Herbst 2013 fertig gestellt werden. Sie kann dann von verschiedenen Einrichtungen und Initiativen, wie zum Beispiel dem Deutschen Roten Kreuz, der Lebenshilfe oder Selbsthilfegruppen, kostenlos genutzt werden.

Auch ein weiteres Projekt, INGAmed, stammt aus der TU Braunschweig. Dabei geht es um die Entwicklung kostengünstiger und moderner Sensoren, wie sie in der medizinischen Forschung benötigt werden.

Zum Projekt „home“:

Das Internet und die Nutzung von Social Media gehören für die meisten Menschen zum Alltag dazu. Geistig und körperlich behinderte Menschen haben in der digitalen Welt jedoch mit vielen Einschränkungen zu kämpfen. Studierende am Lehrstuhl Informationsmanagement des Instituts für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig entwickeln daher gemeinsam mit dem Integrations- und Therapiezentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Wolfenbüttel im Rahmen des Projektes „home“ eine neue Webplattform.

Die Teilhabe an der digitalen Kommunikation soll zum einen für Menschen mit körperlichen Behinderungen ermöglicht werden. Zum anderen soll die Webplattform Menschen mit geistigen Behinderungen langsam an das Internet und den Umgang mit sozialen Netzwerken heranführen. Sie sollen Computer bedienen, auch ohne lesen und schreiben zu können. „Meine geistig schwerstbehinderte Tochter spricht mit anderen über das Web, und genauso wie andere Schüler möchte sie wissen, wer was macht und wo welche Musik herkommt. Sie und ihre Freunde sind sehr internetbewusst“, sagt ein Vater. „Es wäre gut, wenn sie Hilfsmittel hätte, um damit umzugehen.“

Thomas Stoch vom Deutschen Roten Kreuz in Wolfenbüttel betreut Menschen mit Behinderungen und kennt ihre Bedürfnisse. „Auch sie wollen sich mit E-Mails, dem Internet und Facebook beschäftigen. Oft wird ihnen gesagt, das sei nichts für sie. So können sie keine Medienkompetenz entwickeln. Da wollen wir etwas tun“, sagt er.

Was bedeutet es, bei Facebook eine Nachricht zu schreiben? Wer kann meine Nachrichten lesen? Diese Fragen können zunächst auf der neuen Plattform in einem sicheren Umfeld geklärt und Grundregeln eingeübt werden.

„Unsere Nutzer können dadurch soviel Medienkompetenz erlangen, dass Sie Schritt für Schritt auch in bestehende Netzwerke eintauchen können“, erklärt Alexander Perl, der Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Wirtschaftsinformatik. „Jetzt wollen wir, dass noch viel mehr Menschen mit Behinderungen erleben, wie man das Web für sich nutzen kann.“

Kontakt:
Alexander Perl, Projektleiter
Mitarbeiter bei Prof. Dr. Susanne Robra-Bissantz
am Institut für Wirtschaftsinformatik, Lehrstuhl Informationsmanagement
Technische Universität Braunschweig
Telefon: +49 531 – 391 3139
E-Mail: a.perl@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/wi2/forschung/webinklusion

Informationen zu Sciencestarter:
http://www.sciencestarter.de/