Braunschweig wird Hotspot der Drohnen-Forschung Spitzenforschung und exklusives Training für europäische Studierende
Wie können Drohnen im Katastrophenfall helfen, um Menschenleben zu retten? Wie kann man mit Drohnen Wetterdaten gewinnen, um die Wettervorhersage zu verbessern oder die Ausbreitung von Luftschadstoffen besser zu verstehen? Diesen Fragen gehen internationale Studierende in der „Drone Spring School“ nach, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Technische Universität Braunschweig erstmalig im März 2025 organisierten.
In einem zweiwöchigen Workshop meisterten etwa 20 Studierende aus verschiedenen europäischen Ländern ein Programm, um den Umgang mit verschiedenen Drohnenarten zu beherrschen und sie für den Einsatz in der Forschung vorzubereiten. Dazu wurde die Drone Spring School in einen theoretischen und praktischen Teil gegliedert. Im theoretischen Teil vermittelten die beteiligten Institutionen in einer Online-Veranstaltung Grundlagen und den aktuellen Stand von Forschung und Technik. Als Abschluss konnten die Teilnehmenden den Drohnen-Führerschein erwerben, um in Zukunft selbst Drohnen-Flüge durchführen zu können.
Nach einem Kennenlernprogramm am Wochenende standen in der zweiten Woche praktische Flugversuche auf dem DLR-Flughafen Cochstedt an. In kleinen Gruppen arbeiteten die Studierenden mit verschiedenen Drohnen, installierten Sensoren, programmierten Autopiloten und überlegten sich geeignete Strategien, um ihre Aufgaben zu lösen. Nach den Flügen werteten sie die Daten selbständig aus und tauschten sich in der Abschlussveranstaltung über die Ergebnisse der Flugversuche aus.
Initiator und finanzieller Förderer dieser Spring School ist der Verein ASDA (Association for Scientific Development of Air Traffic Management in Europe e.V.), der seine Mitglieder bei bis zu zwei solcher Veranstaltungen pro Jahr unterstützt. „Den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet des Air Traffic Management zu fördern, ist eines der Hauptziele, das sich die 26 Mitglieder der ASDA gesetzt haben,“ sagt Professor Peter Hecker, Vizepräsident für Forschung der TU Braunschweig und Vorstandsvorsitzender der ASDA. „Drohnen werden in Zukunft ein immer breiteres Anwendungsspektrum erfüllen. Daher ist es entscheidend, die Studierenden früh für das Thema Drohnenforschung zu begeistern“, ergänzt Dr. Dagi Geister vom DLR-Institut für Flugführung.
Die Studierendengruppe der TU Braunschweig hatte die Aufgabe, mit verschiedenen Drohnen, verschiedenen Sensoren und Methoden den Wind zu messen. Zum Vergleich gab es weitere Geräte, die in verschiedenen Höhen Windgeschwindigkeit und Windrichtung registrieren. „Heute werden Drohnen oft mit Sensoren für sehr vielfältige Messungen ausgerüstet. Dabei ist es entscheidend, den Einfluss der Drohne auf die Messungen und die Grenzen der Methoden zu kennen und zu berücksichtigen. Hier können die Studierenden wertvolle Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln“, erläutert Professorin Astrid Lampert vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig.
An der TU Braunschweig beschäftigen sich verschiedene Institute – nicht nur im Fachbereich Maschinenbau – in Forschung und Lehre mit Drohnen-Technologien und ihren Einsatzspektren.
Außerdem entsteht an der TU Braunschweig ein Aerodynamiklabor für Drohnen-Antriebsstränge mit der Möglichkeit, die elektromagnetische Verträglichkeit realer Drohnensysteme und deren Störfestigkeit zu untersuchen. Das DLR hat eine mobile Infrastruktur zur Detektion und Nachverfolgung von Drohnen beschafft. Zudem entsteht am DLR-Standort Braunschweig ein Drohnenkäfig, der mit einem Durchmesser von 45 Metern und einer Höhe von 13 Metern den Forschenden sichere Flugversuche mit unbemannten Systemen ermöglicht.
Diese europaweit einzigartige Infrastruktur ist eingebettet in das Kooperationsprojekt „FLYBOTS“ zwischen der TU Braunschweig und dem DLR. In FLYBOTS wird mit Mitteln des Landes Niedersachsen ein umfangreiches Testfeld für die verschiedenen Aspekte der Drohnenforschung aufgebaut. Darüber hinaus hat das DLR mit dem Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme am Flughafen Magdeburg-Cochstedt ein hochinnovatives Forschungsnetzwerk für Unbemannte Luftfahrtsysteme (kurz UAS) etabliert.