18.06.2012 | Presseinformationen:

Auf langer Reise nach Sibirien: Die Sonde Helipod sammelt Daten über den Klimawandel im Permafrost

Die Hubschrauber-Schleppsonde Helipod und Mitarbeiter des ILR und des GFZ bei den letzten Vorbereitungen am Forschungsflughafen Braunschweig, Foto: Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme

Testflüge absolviert, Sensoren und Zubehör in große Kisten verpackt: Die Hubschrauber-Schleppsonde Helipod – ein fliegendes Hochleistungs-Messgerät – ist unterwegs zu ihrem nächsten Einsatz an einen fernen Ort, nämlich ins Lena-Delta nach Sibirien. Für ein gemeinsames Projekt der Helmholtz-Nachwuchsforschergruppe TEAM unter Leitung von Dr. Torsten Sachs vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam und des Instituts für Luft- und Raumfahrtsysteme (ILR) der Technischen Universität Braunschweig unter Leitung von Prof. Peter Vörsmann sollen dort Wärmeflüsse und CO2-Flüsse vom Boden in die Atmosphäre gemessen werden.

Im Lena-Delta herrscht Permafrost: Selbst im Sommer taut nur die oberste Schicht des Bodens auf, darunter ist der Boden mehrere hundert Meter tief gefroren. Es bildet sich eine charakteristische Landschaft mit vielen Seen und Überschwemmungsgebieten. Etwa ein Viertel der Landoberfläche weltweit gehört zu Permafrost-Gebieten. Durch globale Erwärmung taut der Permafrost-Boden weiter auf, und es können dadurch zusätzliche Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan freigesetzt werden, die wiederum die Erwärmung der Erde beschleunigen.

Testflug am Forschungsflughafen Braunschweig. Foto: Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme

Um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Permafrost-Boden und Atmosphäre besser zu verstehen, werden mit der Hubschrauber-Schleppsonde Helipod Messungen vorgenommen. Mit dem Messgerät kann dabei das ganze Lena-Delta abgeflogen und untersucht werden. Bisher gibt es in diesem klimatisch wichtigen Gebiet nur einzelne Messungen am Boden.

Helipod liefert Informationen über Temperatur, Feuchte, Turbulenz und Kohlendioxid und erlaubt Rückschlüsse auf Austauschprozesse zwischen Boden und Atmosphäre. Diese Messungen sind nur mit dem autonom operierenden Helipod und einem russischen Hubschrauber möglich, ausländische Forschungsflugzeuge erhalten keine Flugerlaubnis über russischem Grenzgebiet.

Das Team, das Helipod in Sibirien zusammenbaut und betreibt, folgt dem Messgerät im Sommer für eine dreiwöchige Messkampagne.

 

Kontakt:

Dr. Astrid Lampert
Technische Universität Braunschweig
Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme
Hermann-Blenk-Str.23
38108 Braunschweig
Tel.: 0531/391-9973
Astrid.Lampert@tu-bs.de
https://www.tu-braunschweig.de/ilr

Dr. Torsten Sachs
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: 0331/288-1423
tsachs@gfz-potsdam.de