20.02.2019 | Presseinformationen:

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Simon Ebbinghaus A bag full of molecules? – Wie Zellen ihre Chemie organisieren

Prof. Dr. Simon Ebbinghaus, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Technischen Universität Braunschweig, hält seine Antrittsvorlesung „A bag full of molecules? – Wie Zellen ihre Chemie organisieren“ am

Mittwoch, 27. Februar 2019, um 17.00 Uhr,
Aula, Pockelsstr. 11, Haus der Wissenschaft, 38106 Braunschweig.

Proteinfehlfaltung und -aggregation sind ursächlich für eine Vielzahl neurodegenerativer Erkrankungen wie Chorea Huntington, Alzheimer oder Parkinson. Bis heute sind die molekularen Prozesse, die diese Erkrankungen verursachen, wenig verstanden und somit die therapeutischen Möglichkeiten sehr begrenzt. Grund hierfür ist zum einen die Komplexität der zugrunde liegenden molekularen Reaktion selbst, zum anderen die Komplexität der zellulären (neuronalen) Umgebung, in der diese Reaktion verläuft. Beide Aspekte thematisiert Professor Ebbinghaus in seiner Antrittsvorlesung. Dabei wird schnell klar, dass chemische und biochemische Reaktionen in Zellen anders verlaufen als unter Reagenzglasbedingungen. Zellen können die Reaktionsbedingungen aktiv zeitlich und räumlich verändern. Fehlgeleitete Veränderungen können letztendlich neurodegenerative Erkrankungen auslösen und somit bietet deren Verständnis neuartige Anknüpfungspunkte für therapeutische Ansätze.

Zur Person

Simon Ebbinghaus studierte Biochemie und Chemie an der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Oxford. Seine Doktorarbeit (Promotion 2007) beschäftigte sich mit der Entwicklung neuer Spektrometer, um mittels Terahertz-Strahlung das Zusammenspiel von Wasser und Proteinen bei verschiedenen biologischen Prozessen zu untersuchen. Als Feodor Lynen-Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung und Stipendiat des National Science Foundation Exzellenz Zentrums für die Physik der lebenden Zelle ging er als Postdoktorand an die University of Illinois in Urbana-Champaign (2008-2010), USA. Dort entwickelte er eine Methode, um Stabilität und Dynamik von Proteinen direkt in lebenden Zellen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung zu messen. Im Rahmen des Rückkehrerprogramms des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung (NRW) leitete er von 2011 bis 2017 als Juniorprofessor eine Nachwuchsgruppe an der Ruhr-Universität Bochum und wurde Mitglied des Jungen Kollegs der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. 2017 wurde er an der Ruhr-Universität Bochum zum Professor ernannt und 2018 an die TU Braunschweig berufen.