29.05.2015 | Magazin:

„Vom Studium in den Chefsessel“ Unternehmensnachfolge im Handwerk

„Tausend Handwerksbetriebe in unserer Region warten auf Ihre Nachfolge“ – das war die Botschaft, die Professor Dr. Reza Asghari, Inhaber des Gemeinschaftslehrstuhls für Entrepreneurship an der Technischen Universität Braunschweig und der Ostfalia Hochschule, und Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer, den rund 70 Studierenden verkündeten, die zur Veranstaltung „Von der Hochschule in den Chefsessel“ in das Haus der Wissenschaften gekommen waren. Diese Veranstaltung wurde im Rahmen des gemeinsamen Projektes „Nachfolgemoderation“ zwischen dem Gemeinschaftslehrstuhl und Handwerkskammer durchgeführt.

2015_05_29_UnternehmensnachfolgeNeben den Fachvorträgen von Kammerhauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer und Professor Reza Asghari standen dabei vor allem zwei Best-Practice-Beispiele im Mittelpunkt: Torsten Franke, Geschäftsführer der GS Gabelstapler-Service GmbH in Braunschweig und studierter Ingenieur, berichtete aus der Sicht eines Hochschulabsolventen über die Chancen im Handwerk und seine eigenen Erfahrungen. Seit 2002 leitet der Unternehmer den 1979 von seinem Vater gegründeten Betrieb und hat ihn zu einem umfassenden  Dienstleister für alle Bereiche rund um Gabelstapler ausgebaut. An seinem Vortrag wurde deutlich, dass der Weg eines Hochschulabsolventen in den Chefsessel eines Handwerksbetriebs eine beispielhafte Erfolgsstory sein kann. Das zweite Beispiel zeigte eine Alternative für junge Menschen auf, die in ihrem Studium nicht glücklich sind und eigentlich lieber aufhören würden. Diesen Schritt hat Christian Groth gewagt und, statt sein Studium fortzusetzen, eine Ausbildung bei der Wolf Lüftung Heizung Sanitär Gas GmbH begonnen. Seit fünf Jahren arbeitet er nun in dem Betrieb und will jetzt seinen Meister machen. Im Nachhinein sagt er, „ich hätte viel früher mit dem Studium aufhören sollen“. Sein Chef, Peer Wolf, gab zu, anfangs skeptisch gewesen zu sein, jemanden von der Hochschule einzustellen. Jetzt aber sei er sehr zufrieden: „Es funktioniert sehr gut.“ Zwei positive Beispiele also, die den Studenten deutlich machten, dass die Übernahme eines Handwerksbetriebs eine echte berufliche Perspektive für sie sein kann.

 

Kontakt
Prof. Dr. Reza Asghari
Moritz Birkelbach
Lehrstuhl für Entrepreneurship
Schleinitzstraße 20, 38106 Braunschweig
Tel.:  +49 (0)531 391-8996
E-Mail: moritz.birkelbach@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/entrepreneurship