01.03.2019 | Magazin:

Technikum bestärkt bei Studienwahl 100. Technikantin an der TU Braunschweig verabschiedet

Bereits 100 Abiturientinnen konnten im Niedersachsen-Technikum an der Technischen Universität Braunschweig ausprobieren, ob ein technisches Studium oder ein technischer Beruf für sie die richtige Wahl ist. Auf der Abschlussveranstaltung im Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik erhielten die 15 Absolventinnen des siebten Durchgangs ihre Zertifikate und präsentierten, was sie in den vergangenen sechs Monaten erlernt und erlebt haben.

Zu Besuch im Legolabor im Institut für Programmierung und Reaktive Systeme der TU Braunschweig. Bildnachweis: Jonas Müller/TU Braunschweig

Einen Einblick in die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren erhielten die jungen Frauen während eines betrieblichen Praktikums. Dabei konnten sie auch eigene Projekte bearbeiteten: „Ich kam mir gar nicht wie eine Praktikantin vor, sondern ich habe von Anfang an interessante Aufgaben bekommen und konnte mich in die Abteilung einbringen“, berichtet Sara Atmaca über ihr Praktikum bei der Salzgitter AG. Einmal pro Woche ging es für die Technikatinnen dann raus aus dem Betrieb und rein in die Universität: Neben einer Vorlesung an der Fakultät für Maschinenbau gab es Exkursionen, Workshops, vielfältige Informationen zu den technischen Studiengängen und Einblicke in die TU Braunschweig wie zum Beispiel ins Legolabor am Institut für Programmierung und Reaktive Systeme oder in die Lernfabrik am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik.

Von Nordrhein-Westfalen an die TU Braunschweig

Zu sehen sind 15 junge Frauen mit ihren Zertifikaten.

Die Technikantinnen erhielten während der Abschlussveranstaltung ihre Zertifikate. Bildnachweis: Karen Ohmstede/TU Braunschweig

„Die jungen Frauen treffen auf der Grundlage ihrer intensiven Beschäftigung mit den technischen Berufsbildern und Studiengängen sehr bewusste Entscheidungen. Gerade die praktischen Erfahrungen ermöglichen es ihnen, sich von ihren Interessen und nicht von Geschlechterklischees in ihrer Studien- und Berufswahl leiten zu lassen“, erzählt die Programmverantwortliche an der TU Braunschweig, Britta Böckmann.

Abiturientin Sarah Wehling kam für das Niedersachsen-Technikum sogar extra aus Nordrhein–Westfahlen an die TU Braunschweig. Nun plant sie hier den Bachelorstudiengang Maschinenbau zu studieren. Sie möchte auch andere junge Frauen für das Technikum begeistern: „Mit der Teilnahme am Niedersachsen-Technikum legst du dich nicht gleich für dein ganzes Leben fest. Egal ob du dich am Ende für ein Maschinenbaustudium oder eine Pflegeausbildung entscheidest: Es ist deine Entscheidung! Also probiere es einfach aus und mach mit.“

Vom Technikum ins Studium

Die beiden Technikantinnen Merle Oppermann und Sara Atmaca (v.l.) erläutern an ihren Postern ihre Projekte. Bildnachweis: Karen Ohmstede/TU Braunschweig

So wie Sarah Wehling haben sich viele der diesjährigen Absolventinnen für ein technisches Studium entschieden. Auf der Abschlussveranstaltung stellten sie ihre Projekte vor, die sie während ihres Praktikums bearbeitet haben. Vom sicheren Transport von Hochvolt-Batterien über die Vorbereitung und Durchführung  von Tests für Fahrerassistenzsysteme bis zur Nachkonstruktion eines Lagerdeckels aus einem Hochofen im Stahlwerk – die Themen spiegelten die vielfältigen fachlichen Einblicke im Rahmen des Technikums wider. Angela Dinghaus von der Stabsstelle Chancengleichheit hob in ihrer Begrüßung hervor, dass auch ehemalige Technikantinnen immer rückmeldeten, wie hilfreich das Technikum bei ihrer Entscheidung für ein MINT-Fach gewesen sei. Auch Prof. Wolfgang Durner, Vizepräsident für Studium und Lehre an der TU Braunschweig, betonte: „Wir brauchen Sie und gerade in diesen Fächern. Seien Sie ein „Role Model“ für andere junge Frauen, machen Sie Mut zur Technik“. Professorin Robra-Bissantz, Leiterin des Instituts für Wirtschaftsinformatik, berichtete in ihrem Vortrag „The future is female“ ihren eigenen persönlichen Werdegang und auf welche Stolpersteine Frauen auf ihrem Karriereweg zur Professorin treffen können.