17.03.2017 | Magazin:

Post aus … Toulouse Student Ferdinand Bruns berichtet aus Frankreich

Hier lebe ich momentan:
Momentan studiere ich in Südfrankreich, in der Metropole Toulouse.

Das mache ich in Toulouse:
Ich mache ein Auslandssemester an der ISAE SUPAERO im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik.

Mein Aufenthalt dauert insgesamt:
5 Monate (von Ende Februar bis Ende Juni)

Leben vor Ort

So wohne ich in Toulouse:
Nachdem ich aufgrund verschiedener Probleme im Wohnheim der Universität mehrfach das Zimmer wechseln musste, wohne ich in einem verhältnismäßig ruhigen Zimmer mitten auf dem Campus. Die Universität ISAE SUPAERO ist die Universität für Luft- und Raumfahrttechnik in Frankreich. Sie liegt jedoch leider etwas außerhalb des Stadtzentrums, weshalb die Wohnlage am Campus zwar für das Studium perfekt, für die Freizeitaktivitäten jedoch nicht ganz optimal ist. Hier helfen jedoch die Metro (7 Minuten Fußweg entfernt) oder die Stadtfahrräder, die man sich leihen kann. Das Gelände der Universität ist umzäunt und nur mit Hilfe der Studentenkarte durch Tore zugänglich. Das war zunächst ungewohnt und kompliziert, da die erste Anmeldung beim Pförtner geschehen muss, aber inzwischen gehört es einfach dazu.

Toulouse
Toulouse

Toulouse

Ausstellungsstück: Eine Mirage III auf dem Campusgelände. Bildnachweis: Ferdinand Bruns

Toulouse
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Toulouse

Ein wunderschöner Ausblick über die französische Landschaft. Bildnachweis: Ferdinand Bruns

Toulouse
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Toulouse

Sperrbezirk: der Eingang zum Video bewachten Campus des ISAE-SUPAERO. Bildnachweis: Ferdinand Bruns

Toulouse
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Toulouse

Direkt auf der anderen Seite des Zaunes: Der Canal du Midi, der sich bis zum Mittelmeer schlängelt. Bildnachweis: Ferdinand Bruns

Toulouse
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Toulouse

Die erste der sechs Residenzen auf dem Campus, in der mein erstes, mein drittes und mein viertes Zimmer liegen. Bildnachweis: Ferdinand Bruns

Was unterscheidet das Studieren in Toulouse von dem in Deutschland?
Im Vergleich zu Deutschland ist hier die größte Hürde zunächst die enorme Bürokratie – ja, es ist wirklich schlimmer als in Deutschland. Außerdem ist das Semester an dieser Universität in vier Sequenzen unterteilt, in denen Module in Blockseminaren stattfinden, wodurch der Stundenplan wöchentlich wechselt. Am Ende oder im Laufe einer Sequenz sind Prüfungen abzulegen. Neben der generellen Anwesenheitspflicht in den Kursen bereitet manchmal auch die hohe Zahl an Vorlesungsstunden pro Tag plus Nachbereitungszeit nicht nur den ausländischen Studenten müde Tage und schlaflose Nächte.

Besonders typisch für mein Aufenthaltsland ist:
Einerseits muss ich hier viel Arbeit für das Studium investieren. Andererseits gibt es in der unglaublich schönen und vielseitigen Stadt ein reges Studentenleben. So lernt man schnell viele nette und offene Menschen aus aller Welt kennen und spricht auch andere Sprachen als Französisch, zum Beispiel Englisch oder Spanisch.

Das habe ich hier in den ersten drei Tagen gelernt:
Ruhe bewahren, falls etwas nicht klappt. Sachen lieber selbst in die Hand nehmen und die Verantwortlichen dann darüber informieren, da diese meist sehr beschäftigt sind.

Die bisher größte Herausforderung während meines Aufenthaltes:
Mein häufiger Zimmerwechsel und damit verbundene schlaflose Nächte und gleichzeitig von 8 bis 19.30 Uhr in der Vorlesung zu sitzen.

Das nehme ich von hier mit nach Hause:
Für gemeinsame Unternehmungen oder Parties bringt jeder einen Teil mit und es wird anschließend alles geteilt, ohne auf das Geld zu schauen. Oder jemand richtet eine Hausparty aus, zu der jeder kommen kann, der sich selbst versorgt oder von anderen versorgt wird. Das sollte man häufiger auch in Deutschland machen.

Gut zu wissen

Was kostet ein Bier/eine Cola in Toulouse?
Gutes Bier ist im Supermarkt schwer zu finden oder recht teuer. Im Club kostet ein gezapftes Bier (ca. 0,25 l) zwischen 2,50 Euro und 3 Euro.

Wie begrüßt man sich in der Landessprache in Frankreich?
Salut! Oder: Bonjour! Ça va?

Welches Fettnäpfchen sollte man in Frankreich vermeiden?
Denken, dass das Semester an der SUPAERO ein entspanntes Auslandssemester wird. Dadurch, dass pro Kurs im Schnitt nur rund 2,5 ECTS vergeben werden, muss man sehr viel arbeiten. In meinem Semester wird außerdem eine Projektarbeit geschrieben, was die Freizeitgestaltung erneut einengt. Daher sollte man früh lernen, die Wochenenden für Ausflüge, Picknick, Sport und Feiern zu nutzen und in der Woche möglichst fleißig zu sein.