01.04.2019 | Magazin:

Lehre innovativ gestalten Neue Innovations- und Transferprojekte starten im Sommersemester 2019

Welche Möglichkeiten habe ich, um Wissen spannend zu vermitteln? Wie setze ich neue Technik sinnvoll in meiner Lehre ein? Welche erfolgreichen Lehr-Lern-Konzepte gibt es bereits, die ich übernehmen kann? Dozentinnen und Dozenten stehen immer wieder vor der Herausforderung, ihre Lehre neu und attraktiv zu gestalten. Mit dem Innovations- und dem Transferprogramm haben sie die Möglichkeit, ihre innovativen Lehr-Lern-Ideen umzusetzen. Zum Sommersemester starten acht Innovationsprojekte und vier Transferprojekte.

Im Rahmen des Innovations- und des Transferprogramms können Lehrende ihre innovativen Lehr-Lern-Ideen umsetzen und verschiedene Projekte für Studierende anbieten. Bildnachweis: Marek Kruszewski/TU Braunschweig

Das Innovationsprogramms „Gute Lehre“ unterstützt die Umsetzung von innovativen Lehr-Lern-Konzepten, das Transferprogramms fördert die Übertragung von bereits an der TU Braunschweig erfolgreichen Lehr-Lern-Konzepten in andere Fächer. Im Rahmen beider Programme werden die Lehrenden mit Personal- und Sachmitteln unterstützt. Außerdem berät und begleitet teach4TU die Lehrenden bei der Umsetzung ihrer Projekte zu den Themen Hochschuldidaktik und Medienbildung.

Die zum Sommersemester 2019 geförderten Innovationsprojekte

Im Projekt LunA – Integrierte Lehre und Ausbildung sollen Studierende und Auszubildende in praxisnahen Kooperationsprojekten in der Lernfabrik der TU Braunschweig zusammenarbeiten. Ziel des Projektes ist es, ein System für diese Zusammenarbeit zu entwickeln und umzusetzen. Dadurch können sich Studierende und Auszubildende auf Augenhöhe begegnen, Erfahrungen in der gegenseitigen Vermittlung von Kompetenzen sammeln und für ein gutes Miteinander sensibilisiert werden. Inhaltlich liegt der Fokus auf dem Thema „Nachhaltige und digitale Produktion“.

Im Projekt Fit4Industrie 4.0  – Kompetenzentwicklung für den digitalen Wandel lernen Studierende Industrie 4.0-Technologien und die damit verbundenen Herausforderungen kennen. Im Center of Excellence for Lean Enterprise 4.0 (CoE) des Instituts für Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung können sie die Komplexität und Probleme bei der Implementierung von Industrie 4.0-Technologien spielerisch erproben. Neben dem theoretischen Wissen werden insbesondere die Problemlösungskompetenz und eine ganzheitliche, prozessorientierte Denkweise gefördert.

Das Projekt ALMA Mater – Angewandte Lehre möglich machen mit Alumni will den Wissenstransfer und die Kompetenzvermittlung zwischen Alumni und Studierenden stärken. Dafür kommen Studierende und Alumni des Instituts für Psychologie über ein Online-Tool in Kontakt. Die Alumni unterstützen in der Lehre, indem sie unter anderem Fallbeispiele für Lehrveranstaltungen liefern oder aktuelle Fragestellungen aus ihrer beruflichen Praxis von Studierenden wissenschaftlich bearbeiten lassen. Außerdem können über das Tool auch Praktika oder Mentoringbeziehungen vermittelt werden.

In einigen der geförderten Projekte werden auch VR-Brillen eingesetzt. Bildnachweis: Stephan Nachtigall/TU Braunschweig

Im Projekt Architektonisches Entwerfen in der Virtuellen Realität – VR Raumzeichnen werden VR-Brillen zum architektonischen Entwerfen und Konstruieren im Digitalraum der Virtuellen Realität genutzt. Das Zeichnen im Realmaßstab, bei dem im Entwurf stehend modelliert wird, ist für das architektonische Entwerfen eine neue Arbeitsweise: Viele Studierende haben keine Erfahrung damit, wie ihre architektonischen Entwürfe in Wirklichkeit wirken. Diese neue Technik soll ihr Urteilsvermögen erweitern und ermöglicht, Ergebnisse direkt im Entstehungsprozess zu diskutieren.

Auch in den weiteren Innovationsprojekten lernen die Studierenden vielfältige innovative Methoden und Themen kennen: Vom interdisziplinären Peer2Peer-Lernen in der Bioverfahrenstechnik über „Lernen durch Lehren“ in der Elektrotechnik bis zum Computerpraktikum „Data Science“ und einer Lehrveranstaltung, in der sich Studierende mit den Herausforderungen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der schulischen und pädagogischen Praxis auseinandersetzen.

Die zum Sommersemester 2019 geförderten Transferprojekte

Die thematischen Schwerpunkte der Transferprojekte sind vielfältig: Beim Projekt Teach Physics Forward vermitteln Physikstudierende universitäres Wissen altersgerecht an Schülerinnen und Schüler. Das Konzept wird von der Biologie in die Physik übertragen. Das Projekt Inter-AA-Lab: Interdisziplinäres arbeitswissenschaftliches und arbeitspsychologisches Labor übernimmt das Lehr-Lern-Konzept des Teach4TU-Projekts „Arbeitswissenschaftslabor“ für die Studierenden der Psychologie. Dabei lernen die Studierenden die ergonomische Arbeitsgestaltung und die psychischen Auswirkungen neuer Technologien im Arbeitsalltag kennen.

Das Projekt TENUR-E: Technik/Natur/Kultur: Identität und Geschlecht als Ausgangspunkt der Analyse zielt auf die Integration von E-Learning und Game-Based Learning in die Lehre des interdisziplinären Studiengangs „Kultur der Technisch-Wissenschaftlichen Welt (KTW)“. Dabei werden Lehrformen aus dem Projekt „Interface: GenderXPersonalityXCulture“ in den KTW übertragen und die Thematik der kulturellen Diversität behandelt. Das Projekt be-greifbAR: Digital-reale Lernräume in der erweiterten Realität baut auf dem erfolgreichen Lehr-Lern-Konzept des Innovationsprojekts „TeachAR“ zum Einsatz von Augmented Reality in experimentellen Praktika auf. Dieser Ansatz soll entweder auf „Das physikalische Grundpraktikum Elektromagnetismus und Optik“ im 1- und 2-Fächer-Bachelorstudiengang Physik oder auf das Praktikum „Hochspannungstechnik“ in den Masterstudiengängen Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik und Elektromobilität adaptiert werden.